Freie Bahn für EKZ in Matrei

Die Diskussion um wirtschaftliche Entwicklungsflächen im Gemeindegebiet von Matrei geht in die nächste Runde. Die Tiroler Landesregierung hat heute die gesetzlichen Voraussetzungen für das von Bürgermeister Andreas Köll forcierte Fachmarktzentrum geschaffen.

In anderen Worten: Der Matreier „Ortskern“ reicht nun zungenförmig bis in den Bereich des südlichen Ortseingangs, wo demnächst ein etwa 1500 m2 großes EKZ mit Märkten wie Bipa, Kik und anderen Filialisten entstehen könnte.
„Das Gebiet erfüllt die im Gesetz angeführten Voraussetzungen für die Ausweisung als Kernzone Einkaufszentren“, begründet Raumordnungsreferent Christian Switak die Entscheidung. Es gebe jedoch keine gesetzliche Grundlage dafür, bestimmte Sparten vorzuschreiben oder zu verhindern.
Sowohl die Errichtung selbst als auch der geplante Branchenmix sind nicht nur in Matrei umstritten. Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund fürchten ebenso wie viele Unternehmen im „Marktle“ eine weitere Aushöhlung des eigentlichen Ortskerns.

Offener Brief von Unternehmern im „Marktle“

In einem offenen Brief fordern 18  Betriebe „die Gemeindepolitik“ – zu lesen als: Bürgermeister Köll – auf, nicht auf der grünen Wiese sondern im Ortszentrum zu investieren. Im Wortlaut: „Lebendige Zentren brauchen Frequenzbringer – einer ist uns durch das Aussiedeln des Lebensmittelgeschäftes bereits vor Jahren verlorengegangen. Wir warten dringend auf die Umsetzung des versprochenen neuen Lebensmittelgeschäftes.  Räumlichkeiten um den Branchenmix im Zentrum zu erweitern wären ausreichend vorhanden: Gerichtshaus, Raiffeisenbank, bereits leerstehende Geschäfte. Das Ortszentrum attraktiv gestalten – das wäre eine  gewünschte und enorme Bereicherung.“
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