Sozialmarkt sucht Lokal, Mitarbeiter und Lieferanten

Verena Remler ist Obfrau des Trägervereins. 

Sie tragen den Verein Lienzer Sozialmarkt (von links): Dir. Mag. Anton Klocker (Lienzer Sparkasse), Dr. Gabriele Lehner (Caritas), Verena Remler (Stadt), Bürgermeister Hannes Hibler, Manuela Schober (AK) und Mag. (FH) Martin Bergerweiß (Lienzer Sparkasse).

Geplante Eröffnung: 1. Dezember. Es gibt noch kein Lokal, keine Ware, keine Mitarbeiter und keinen Namen – alle anderen Weichen für den Sozialmarkt Lienz sind gestellt. Bürgermeister Johannes Hibler präsentierte das Projekt am 30. September im Kreise der Gründer, die nach dem Muster der bestehenden 8 Tiroler Sozialmärkte eine Osttiroler Version aus der Taufe hoben. Träger ist „Verein Lienzer Sozialmarkt“, in dem neben Caritas, Stadt und Arbeiterkammer auch die Stiftung der Lienzer Sparkasse als „wesentlicher Geldgeber“ engagiert ist. Vereinsobfrau ist Gemeinderätin Verena Remler (VP), sie leitet auch den Sozialausschuss der Stadt.

Im ersten Jahr wurden 60.000 Euro als Budget kalkuliert. Die Caritas Tirol, Know-how-Lieferant und Mitglied des Vereins, rechnet in zwei Jahren mit Kostendeckung. Gabriele Lehner, Leiterin der Osttiroler Caritas-Regionalstelle: „Das sind Erfahrungswerte“. Lehner betreut derzeit rund 200 Personen im Bezirk, die so arm sind, dass sie finanzielle Hilfe für den Einkauf von Lebensmitteln brauchen.

Insgesamt ist der Kreis der Sozialmarkt-Kunden weitaus größer. Genaue Zahlen konnten die künftigen Betreiber nicht nennen. Es gilt die offizielle Armutsgrenze als Maßstab für die Berechtigung zum günstigen Einkauf: ein monatliches Nettoeinkommen von 750 Euro pro Person oder 1100 Euro pro Haushalt. Pflegegeld gilt nicht als Einkommensbestandteil.

Wer im künftigen Laden einen gültigen Einkommensnachweis vorlegt, erhält einen Ausweis, der zum Einkauf berechtigt. Circa 30 Euro pro Woche, verteilt auf bis zu drei Einkäufe – das stellen sich die Vereinmitglieder als oberes Limit vor.

Trotz vieler offener Fragen soll der günstige Laden schon am 1. Dezember aufsperren. Man sei mit drei potenziellen Vermietern in Verhandlungen, erklärte Bürgermeister Hibler. Das Lokal wir ca. 50 m2 Ladenfläche und noch einmal so viel Lagerfläche haben. Heißer Favorit für die künftige Adresse ist die Schweizergasse.

Die Waren – Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs – sollen vor allem von Supermarkt-Ketten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Es ist keine „abgelaufene“ Ware. Alkohol wird nicht verkauft.

Die künftigen Mitarbeiter werden per Ausschreibung gesucht, der künftige Name per Gewinnspiel: es gibt einen Kinder-Sportpass als Preis für jenen Namen, der demnächst über der Tür des Ladens prangen soll.

Vorschläge kann man per Mail an Gemeinderätin Verena Remler schicken.

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