Tragischer Freitod eines Landwirtes

Der 54-jährige Mann hätte eine Ersatzhaftstrafe antreten sollen.

Am Montag, 4. Oktober, um 12.26 Uhr wollten Beamte der Polizeinspektion Lienz den 54-jährigen Oberlienzer Landwirt Johann R. festnehmen und in das Polizeigefangenenhaus Villach überstellen. Bezirkspolizeikommandant Sylvester Wolsegger schilderte dem ORF gegenüber, dass der Mann beim Eintreffen der Einsatzkräfte bereits mit seinem Traktor auf der Flucht war.

„Mich kriegt niemand“, wollen Zeugen gehört haben. Außerdem hatte Johann R. trotz eines aufrechten Waffenverbots eine Faustfeuerwaffe bei sich. Als die Polizei eintraf, gab er einen Warnschuss in die Luft ab. Für den Einsatzleiter lag damit „Eigen- und Fremdgefährdung“ vor. Eine Großfahndung wurde eingeleitet, an der sich auch Spezialisten des EKO Cobra Kärnten sowie des LKA Tirol beteiligten.

Um 14.39 Uhr wurde der Traktor von Johann R. schließlich in der Nähe der Glanzer Brücke im Gemeindegebiet Oberlienz gesichtet. Als sich die Einsatzkräfte dem Fahrzeug näherten, stellten sie fest, dass sich der Landwirt mit der eigenen Schusswaffe das Leben genommen hatte. Besonders tragisch ist die Tat vor dem Hintergrund, dass der Bauer offenbar nur eine Ersatzhaftstrafe antreten sollte, weil er sich mehrmals geweigert hatte, eine Verwaltungsstrafe zu bezahlen.

(Foto: APA)