Beide jungen Bergsteiger tot geborgen

Das Bergdrama am Glockner hat drei Todesopfer gefordert. 

Waren unermüdlich im Einsatz: Die engagierte und hochriskante Suche durch die Bergretter ging heute zu Ende.

Nach Tagen waren die Wetterbedingungen erstmals wieder günstig. Am Mittwoch in aller Früh konnte ein Hubschrauber in Richtung Adlersruhe geschickt werden, um die Leiche des 53-jährigen erfrorenen Polen ins Tal zu fliegen.

Zehn Bergretter verbrachten die letzte Nacht auf der Adlersruhe, einer Schutzhütte. Zwölf Mann waren am Mittwoch in der Früh auf der Stüdlhütte. 30 weitere Einsatzkräfte, darunter Bergretter, Alpinpolizisten und Ärzte, wurden bereits vor Stunden per Hubschrauber auf den Glockner gebracht, um die Suche nach den zwei jungen Polen fortzusetzen.

Die Rettungskräfte hatten die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Vermissten per Handypeilung oder mittels Wärmebildkamera doch noch zu orten. Denn das Handy eines der gesuchten jungen Bergsteiger soll noch am Dienstagnachmittag ein Signal abgegeben haben.

Einen Vermissten vermutete man im Bereich des Stüdlgrats.

Doch das erhoffte Wunder blieb aus. Die beiden Leichen der vermissten Polen (23 und 25 Jahre) wurden mit Hilfe des Hubschraubers des Innenministeriums nahe des Gebietes des Lammereises in 2.600 m Seehöhe entdeckt. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Bergsteiger bei einem versuchten Schnellabstieg abgestürzt sind.

Die Leichen wurden mittlerweile von den Bergrettern geborgen und nach Kärnten geflogen.

Wie berichtet, waren die ursprünglich fünf Bergsteiger aus Polen – ein Vater mit zwei Söhnen und zwei Freunden – am vergangenen Samstag zu einer Tour auf den Großglockner gestartet. Ein Sohn und ein Freund stiegen nach der Erreichung des Gipfels zu einer Hütte ab. Nachdem die anderen drei Landsmänner nicht nachkamen, schlugen sie Alarm. Einer der drei Bergsteiger, der Vater, war bereits am Sonntag tot aufgefunden worden.

Der Himmel klarte nach Tagen auf. Die Suche mit dem Hubschrauber wurde möglich.