Parkinson: Zittern tritt meist erst spät auf

Der Parkinson-Infotag am 16.11.2010 klärt auch über unbekannte Frühsymptome auf.

Morbus Parkinson schleicht sich langsam ins Leben. An der zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung (nach Alzheimer) erkranken vorwiegend ältere Menschen, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben. In seltenen Fällen treten erste Symptome auch bereits vor dem 40. Lebensjahr auf.

Treffen kann es jeden, nur 5 bis 8 % der Fälle haben einen genetischen Hintergrund. Parkinson kommt weltweit und in allen Bevölkerungsschichten vor. Viele bekannte Persönlichkeiten wie Box-Legende Muhammad Ali, Schauspieler Michael J. Fox und „Bulle“ Ottfried Fischer erkrankten daran.

Die Krankheit wurde nach ihrem Erstbeschreiber benannt: Der englische Arzt James Parkinson erkannte 1817 in den Symptomen ein eigenständiges Krankheitsbild und nannte es „Shaking Palsy“ (Schüttellähmung). Dabei ist der Begriff aus heutiger Sicht irreführend. Die Parkinson'sche Erkrankung ist keine Lähmung, sondern eine zunehmende Bewegungsverarmung, die auch ohne Zittern verlaufen kann. Sie beruht auf einem Funktionsverlust jener Gehirnzellen, welche das für die Körperbewegungen wichtige Dopamin produzieren.

„Parkinson ist eine komplexe Multisystemerkrankung, die häufig erst aufgrund der bekannten motorischen Symptome diagnostiziert wird“, betont Prim. Dr. Josef Großmann, Leiter der Neurologischen Abteilung des BKH Lienz, im Rahmen eines Pressegesprächs. „Zu den ersten Anzeichen können aber auch depressive Befindlichkeitsstörungen, Verstopfung, diffuse Schmerzbilder, Riechstörungen und schlafassoziierte Störungen zählen.“

Der therapeutische Weg zielt darauf ab, die Krankheitsprogression zu entscheunigen. Großmann: „Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber neue Medikamente machen es möglich, den Krankheitsverlauf zu verzögern.“ Die Ergotherapie, wie sie etwa Gudrun Plattner im BKH Lienz anbietet, trägt mit Feinmotorik- und Krafttraining sowie Beratung über Hilfsmittel ebenfalls dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern bzw. mögichst lange zu erhalten.

Eine gute Ergänzung zum medizinischen Angebot bildet die Selbsthilfegruppe, in der Betroffene sich durch Erfahrungs- und Informationsaustausch gegenseitig helfen und Bewältigungsstrategien erarbeiten.

Der Parkinson-Infotag findet am 16. November 2010 um 14.00 Uhr im Vortragssaal im 4. Stock des BKH Lienz statt.

Neben einem Vortrag von Prim. Dr. Großmann zum Thema „Die Parkinson-Erkrankung – Neuigkeiten aus Klinik und Therapie“ stehen Referate zu physiotherapeutischen, ergotherapeutischen, logopädischen und psychologischen Aspekten auf dem Programm.

Christl Rennhofer und Hildegard Mitterhofer geben einen interessanten Einblick in die Rolle der Selbsthilfe.

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