Sepp Brugger: „Strukturen werden zerstört“

Einspruch gegen Flächenwidmungs-Beschluss des Matreier Gemeinderats eingelegt.

Die Grünen sollten grundsätzlich gegen jedes weitere Einkaufszentrum im Bezirk Lienz auftreten, so der Grundtenor von Sepp Brugger zu Beginn einer Pressekonferenz, zu der er am 9. November gemeinsam mit Kammerrat Franz Wibmer geladen hatte.

Projekte auf der „grünen Wiese“, wie sie derzeit für Matrei und Nußdorf-Debant vorgesehen sind, würden jedoch die regionalen Strukturen noch mehr gefährden als ein Projekt im Stadtzentrum, so der Bezirkssprecher der Grünen. „Die Einkaufszentren am Ortsrand sind eine massive Konkurrenz für die kleinen Betriebe der benachbarten Gemeinden. Dies ist zu bedenken, wenn man solch große, neue Strukturen schafft“, erklärt Franz Wibmer unisono mit Brugger.

Ein Kritikpunkt der Grünen, die einst in Lienz für das M99 gestimmt hatten, sei aber auch die daraus resultierende Steigerung des Individualverkehrs. Wieviel an zusätzlichem Verkehrsaufkommen zu erwarten sei, zeige die Verpflichtung in Nußdorf-Debant, einen Kreisverkehr zu errichten, betonte Brugger. „Ich erwarte mir, dass die angrenzenden Gemeinden massiv Stellung dagegen nehmen.“

Die großzügige Festlegung der Kernzone in Matrei sei ein gravierender Fehler gewesen und für ihn völlig unverständlich. Brugger entschloss sich deshalb zu dem Schritt, Einspruch gegen den Beschluss des Gemeinderates der Marktgemeinde einzulegen. Dieser sei rechtwidrig, da der Entwurf für eine Änderung des Flächenwidmungsplanes nicht den Vorgaben der Tiroler Raumordnung entspräche, so eine seiner Begründungen. Er enthalte keine konkreten Maßangaben. Die Umwidmung würde, so ein weiteres Argument des Bezirkssprechers, den Zielen der örtlichen Raumordnung widersprechen.

Das geplante Fachmarktzentrum außerhalb des Ortszentrums zerstöre die bestehende Wirtschaftsstruktur und sei zu Fuß nur von wenigen Anrainern erreichbar. „Wenn gleichzeitig Geschäfte im Ortszentrum geschlossen werden, wird mit dieser Umwidmung mittelfristig auch die Nahversorgung in Matrei gefährdet“, führte der grüne Bezirkssprecher weiter aus. „Welche negativen Auswirkungen das hat, hat bereits die Verlegung der Lebensmittelgeschäfte an den Ortsrand gezeigt.“

Das vorgesehene EKZ stehe demnach im Widerspruch zur angestrebten wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde, die insbesondere die Stärkung des Ortszentrums beinhalte. In einer Gesellschaft mit einer zunehmenden Anzahl von Personen, die nicht mobil sind, könne dieses Vorgehen keineswegs als förderungswürdig und nachhaltig bezeichnet werden.

Am 10. Dezember endet die Einspruchsfrist gegen den Beschluss des Gemeinderates.

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1 Posting bisher
wolf_c vor 7 Jahren

... widmet doch die parkplätze für die auto in einiger entfernung, vielleicht 1000 - 1500m entfernt? ...