Dinkhauser: „Hypo Tirol ist Millionen-Debakel“

Die Liste Fritz-Bürgerforum Tirol verlangt, Verantwortung für Ausfälle zu klären.

Der Aufsichtrat gab am 16. November bekannt, dass zwei Vorstände der Hypo Tirol Bank, Werner Pfeifer und Günther Unterleitner, gehen müssen. Die Trennung erfolgte einvernehmlich, wie es heißt.

Bei einem Kassasturz war deutlich geworden, dass auch 2010 die Wertberichtigungen deutlich über den ursprünglichen Planzahlen liegen würden, ist einer Aussendung der Bank zu entnehmen.

Die Landesbank Hypo Tirol schreibe nach 72 Millionen Euro im Jahr 2009 auch heuer 70 Millionen Euro in den Wind, heißt es in einer Pressemeldung der Liste Fritz, die seit Jahren auf die Fehlentwicklungen hinweist.

„Tirols Bürger erleben den Niedergang eines ihrer Flagschiffe, der Landesbank Hypo Tirol“, zeigt sich LA Fritz Dinkhauser entrüstet. „Die Situation ist dramatischer als angenommen.“

Die Hypo Bank stehe vor dem Abgrund und habe ihr Vertrauen verspielt, das Image des Landes sei schwer erschüttert. Es gehe, so Dinkhauser, um 100 %-iges Eigentum der Tiroler, mit dem grob fahrlässig umgegangen worden sei. „Auch jetzt ist kein Ende abzusehen, weil wir nicht wissen, welche Leichen im Keller der Hypo noch liegen“, erklärt der Landtagsabgeordnete. „Angesichts der Milliarden an Derivaten und Swaps kann noch einiges auf die Tiroler zukommen.“

Die Liste Fritz zeigte die Probleme bei der Landesbank Hypo Tirol bereits vor zwei Jahren auf. Landeshauptmann Platter als Eigentümer-Vertreter habe sich, so Dinkhauser weiter, damals geweigert, die vom Volk gewählten Landtagsabgeordneten offen zu informieren. Nun sei Verantwortung zu übernehmen. 72 Millionen Euro im Jahr 2009, 70 Millionen Euro im Jahr 2010, das seien mehr als 140 Millionen Euro an Abschreibungen in zwei Jahren, rechnet Dinkhauser vor. Auch nach der Trennung von zwei Vorständen bleibe die Aufarbeitung der Verantwortung offen.

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