Martina Stemberger gewinnt Literaturpreis

Peter Raneburger und Andreas Weißkopf auf den Plätzen.

Wandzeitungs-Macher Uwe Ladstädter gratuliert Martina Stemberger zum Christoph-Zanon-Preis.-Zanon-

Alle zwei Jahre schreibt der literarische Verein „Lienzer Wandzeitung“ den Christoph-Zanon-Literaturpreis aus, jeweils mit einer literarischen Vorgabe. In diesem Jahr war eine Einreichung in Tagebuchform gefordert.

„Eine sehr schwierige Form“, betonte Wandzeitungssprecher und Gemeinderat Uwe Ladstädter in seinen einführenden Worten bei der feierlichen Vergabe im Ratssaal der Liebburg, „denn es ist sehr schwierig, seine eigenen Gedanken einfach offen vor anderen auszubreiten.“ Die vierköpfige Jury, zu der unter anderem Ursula Strobl, Direktorin des BG/BRG Lienz, zählte, hatte unter 36 Einsendungen die Qual der Wahl. Letztendlich konnte man sich auf drei TeilnehmerInnen in einem Konsens einigen.

Der erste Preis, dotiert mit 2000 Euro von der Stadt Lienz, ging an Martina Stemberger für „Tagebuch zu zwei Stimmen“. In einem „doppelten“ Tagebuch verschränken sich die zwei Stimmen des Schriftstellers und seiner Romanfigur, wobei die beiden am Ende des Textes schließlich die Rollen tauschen.

Stemberger ist hauptberuflich Institutsassistentin im Fachbereich Romanistik an der Universität Wien und als Kulturwissenschaftlerin bekannt. Ihr Fokus liegt auf der literaturwissenschaftlichen Forschung.

Der zweite Preis ging an Architekt und Künstler Peter Raneburger.

Der gebürtige Zillertaler und in Matrei i. O. lebende Architekt und Künstler Peter Raneburger wurde für den zweiten Preis, gestiftet vom Land Tirol, vorgeschlagen. Mit seinem Text „Anselm“ übt er vor allem Kritik am gegenwärtigen Kunst- und Kulturbetrieb. In kurzen Passagen beschreibt er gesellschaftlich relevante Anekdoten aus vergangenen Jahren. Ihm wurde ein Siegerscheck in der Höhe von 1.500 Euro übergeben.

Den dritten Preis gewann Andreas Weiskopf, Direktor der Sonderschule Lienz.

Den dritten Preis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur gewann Andreas Weiskopf, Direktor der Sonderschule Lienz. Mit seinem „Erschöpfungsbericht“ kreierte er eine modern-religiöse Schöpfungsgeschichte in umgekehrtem Ablauf.

Mit apokalyptischem Ton vorgetragen, drückt der Text treffend „die Trauer über den Zustand der Gesellschaft und das kommende Ende aus“, so die Begründung der Jury. Weiskopf punktete zudem mit einem sprachlich äußerst gelungenen Vortrag. Sein „Tagebuch“ wurde mit einem Geldpreis in der Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet.

Fotos: Philipp Brunner

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren