Tagesmütter: Neues Finanzierungsmodell

In Osttirol haben es Tagesmütter mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz nicht leicht.

Markus Themel (Sozialsprengel Kitzbühel), Helga Lendl (Aktion Tagesmütter), Angela Pittl (Frauen im Brennpunkt), LRin Patrizia Zoller-Frischauf, Ingrid Bürger (Tagesmütterverein Landeck) und Mathilde Köffler (Osttiroler Kinderbetreuungszentrum) im Gespräch.

Im Land spricht man aus familienpolitischer Sicht von einem Meilenstein, der gesetzt wurde. „Durch die Einbindung der Gemeinden in die Finanzierung der Tiroler Tagesmütter konnte die Zukunft dieser ebenso wertvollen wie unverzichtbaren Form der Kinderbetreuung abgesichert werden“, freut sich Familienlandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Waren zu Beginn des Jahres 2010 die Fronten noch verhärtet, konnte nun eine Einigung zwischen Gemeinden, Tagesmütterorganisationen und dem Land Tirol erzielt werden. Die Betreuung durch Tagesmütter wurde im neuen Tiroler Kinderbetreuungsgesetz verankert.

Die Tiroler Gemeinden erklärten sich bereit, 35 Prozent der Förderung der Tagesbetreuung zu übernehmen. Den Rest und somit den Löwenanteil übernimmt zukünftig das Land Tirol. „Dass sich hier nun auch die Gemeinden wesentlich großzügiger einbringen als in der Vergangenheit, stellt die rund 240 Tiroler Tagesmütter, die rund 850 Tiroler Kinder betreuen, auf ein zukunftssicheres Fundament“, so die Familienlandesrätin.

Was in Nordtirol tatsächlich ein Gewinn sein dürfte, wirkt sich in Osttirol eher nachteilig aus.

„Das neue Tiroler Kinderbetreuungsgesetz ist Tagesmutter-feindlich“, erklärt Mathilde Köffler, Geschäftsführerin des Osttiroler Kinderbetreuungszentrums, das sich durch große Flexibilität auszeichnet. „Wenn wir uns danach richten, werden wir extrem beschnitten. Und für viele Gemeinden ist es schwierig, das geforderte neue Angebot der Kinderbetreuung zu finanzieren.“

Die Eltern tragen seit Inkrafttreten der neuen Richtlinie mit 1.1.2011 mindestens 2,70 Euro pro Betreuungsstunde durch eine Tagesmutter bei. Bisher fielen in Osttirol nie höhere Kosten als 2,50 Euro pro Betreuungsstunde sowie die Verwaltungspauschale von 12 Euro pro Monat an.

„Aktuell arbeiten im Rahmen des Osttiroler Kinderbetreuungszentrums nur noch drei Tagesmütter“, erklärt Köffler. „Ich habe derzeit auch nicht vor, weitere auszubilden.“ Nun möchte man abwarten, wie sich die Situation in den Gemeinden entwickelt.

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