Der Wahlkampf kommt auf Touren

Hannes Hibler und Elisabeth Blanik kreuzten die Klingen. JETZT MIT VIDEOS!

Bürgermeister Hannes Hibler, TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern und Vizebürgermeisterin Elisabeth Blanik. Foto: Philipp Brunner

Auffallend war, dass der Kolpingsaal nicht ganz gefüllt war. Die Parteisympathisanten abgerechnet, interessierten sich kaum hundert Lienzer und Lienzerinnen für die direkte Konfrontation der beiden Kontrahenten um das Bürgermeisteramt in der Stadt.

Dolomitenstadt.at war mit der Videokamera dabei. Für dieses Entgegenkommen der Tiroler Tageszeitung möchten wir uns bei den Kollegen sehr herzlich bedanken. Das Video werden wir am 28. Jänner im Laufe des Tages hochladen.

Kurz zusammengefasst brachte die Diskussion wenig Neues. Zum Start wurden die bekannten Positionen zur Anfechtung der Wahl bezogen. Blanik sieht die Anfechtung als demokratische Pflicht, Hibler wunderte sich, warum nicht auch die Gemeinderatswahl – wie von SP-Mandatar Gerfried Lentner ursprünglich beabsichtigt –  beeinsprucht wurde. Deren Ergebnis wäre dem VfGH nicht knapp genug, konterte Blanik, stimmt nicht, erklärte der Bürgermeister, nur 16 Stimmen hätten die Grünen von einem Mandat getrennt.

Aus dem Publikum wurde Elisabeth Blanik gefragt, warum das eindeutige Ergebnis der M99-Abstimmung für sie nicht relevant war, was zur Darstellung bekannter M99-Positionen und einer EKZ-Diskussion führte.

Eine eigene Lienzer Stadtpolizei (Hibler dagegen, Blanik dafür) und der Citybus (Hibler dagegen, Blanik dafür) wurden im Anschluss zum Thema. Auf die Frage nach einer Umfahrung der Stadt reagierten beide Kandidaten vorsichtig. Man wollte offenbar keine potenziellen Wähler in davon betroffenen Stadtgebieten verunsichern.

Den „Osttirodler“ musste gegen Ende des Abends der Moderator – TT-Chefredakteur Mario  Zenhäusern – selbst zum Thema machen. Hannes Hibler präsentierte stolz 10.000 Fahrgäste im ersten Monat. Wieviele dieser Gäste auch bezahlt hätten, fragte die Vizebürgermeisterin und erhielt zur Antwort: „Alle“. Gelächter. Nachsatz Hibler: „8500 haben bezahlt, die 1500 Tickets aus der Weihnachtsmarken-Aktion zahlt der Cityring.“

Die Diskussion im Kolpingsaal dauerte knapp zwei Stunden. Wir haben mitgefilmt und vorwiegend jene Passagen ausgewählt, die sich mit konkreten Sachthemen besachäftigten:

1. Thema Verkehr: Was sagen Elisabeth Blanik und Hannes Hibler über öffentlichen Verkehr und eine mögliche Stadtumfahrung?

2. Thema Sicherheit: Braucht die Stadt eine eigene Polizei und Streetworker für die Jugendbetreuung?

3. Thema: M99 – Bekannte Positionen zum großen Streitthema der letzten Gemeinderatsperiode.

4. Kann man gegen eine absolute Gemeinderatsmehrheit regieren? Das ist klarerweise Ansichtssache.

5. Und die Schlussworte … ungekürzt.

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7 Postings bisher
Sonnenstadtler vor 7 Jahren

Nach dieser Konfrontation ist wohl klar, wer die Kompetenz besitzt, Lienz zu führen. Bürgermeister Hibler wird es wieder schaffen - es müssen die Leute halt zur Urne gehen. Dieses Theater der Wahlwiederholung hat keiner gebraucht. Wenn die Roten das nächste Mal die Gemeinderatswahl gewinnen, oder bei ihr ebenbürtig sind, dann kann es die Blanik ja nochmal versuchen. So alt ist sie ja nicht, und ihren Kinder wären dann auch schon aus dem Gröbsten heraußen. Für mich muss es jetzt erst mal in geregelten Bahnen weiter gehen, für Lienz. Hibler steht sicher dafür, meine Meinung.

nanny vor 7 Jahren

Veronika hat wieder recht, besser jetzt einmal alles "schwarz", Bürgermeister+Mannschaft, dann können sie bis zur nächsten Gemeinderatswahl zeigen, "was sie d'rauf haben". Und bei "Nichtbestehen" lieber dann einen kompletten Wechsel. Und das wichtigste jetzt: auf jeden Fall wählen gehen und nicht daheimbleiben!!! Da hat ansa recht: 1/3 Nichtwähler (es waren bei der letzten Stichwahl exakt 36 % Nichtwähler und je 32 % für die beiden Kandidaten) - das ist einfach zuviel!

veronika vor 7 Jahren

ad nanny: Danke für die Rückmeldung! Vielleicht noch eine kleine Ergänzung zum Wir. Umarmen brauchen sich die zwei nicht, das würde ich nicht verlangen obwohl - allein der Gedanke wär gar nicht schlecht - nur oft schon bin ich wohl auch ein Realist ;-) ... aber ehrlich, was kann man sich erwarten von den zwei Hauptakeuren? Da ist einfach schon so viel Porzellan zerschlagen worden, als dass der eine den anderen noch "überleben" lassen möchte. Vor der Wahl ist nach der Wahl, könnte man fast sagen, das Gezanke geht weiter. Die Umsetzungsmöglichkeiten sind derzeit noch eher beim Schwarzen mit seinen Helfern bis auf die Landesebene, klar. Nur könnte es auch eine "Stellvertreterwatschn" eben wegen seiner Helfer geben. Wenn bei der Kindererziehung die "gsunde Watschn" wohl ausgesorgt hat, so würde sie manchem Politiker doch noch vor der grenzelosen Überheblichkeit retten. sorry!

ansa vor 7 Jahren

@veronika und co: wir befinden uns mitten in einem Wahlkampf - Stichwahl!! - Da gibt es nur 2 Möglichkeiten. - Hallo...wir wählen den Bürgermeister und nicht den Gemeinderat. Also "ich"! Auch die griffigen Formulierungen und Ideen habe ich gehört, (Video Verkehr ect.) Jeder Lienzer hat sicherlich seinen Favoriten und das ist auch gut so, wichtig und notwendig ist allerdings zur Wahl zu gehen - ich denke das sehen auch beide Kandidaten so. 1/3 Nichtwähler ist zu viel!

nanny vor 7 Jahren

Veronika hat im Prinzip recht und spricht sicher für sehr viele Leute! Aber Verbindungen knüpfen, sich umarmen ... das große WIR? Das sind politische Träume. Und eine Einheitspartei, die dann nur das Wohl der Bürger als Ziel hat, die gibt es einfach nicht. Lehrt die Geschichte. Da hab ich lieber "die Qual der Wahl" und wähle von den Alternativen "das kleinere Übel" :-) Außerdem ist bei der allgemeinen politischen Frustration noch etwas für die Zukunft zu befürchten: wer wird sich auf längere Sicht überhaupt noch für politische Ämter zur Verfügung stellen? Derzeit sind wir mit der Auswahl in Lienz da sicher nicht schlecht bedient! Und nicht wählen gehen - also das ist keine Alternative!

boarium vor 7 Jahren

Ich bin zwar kein Facebooker - aber bei "veronkias" Post würd ich gern "gefällt mir" drücken...

veronika vor 7 Jahren

Erst einmal ein Lob an die dolomitenstadler für die tolle und besonders zeitgemäße berichterstattung!!! Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Film hat halt eben viele Bilder ... alles gut gemacht!

Über die Hauptdarsteller kann man geteilter Meinung sein. Beide haben nur das Beste für die Bürger zu bieten und, und, und ... das ist halt wahlkampf. So weit komme ich auch mit, aber was aber eindeutig nicht oschttirolerisch ist, das sind die Schlussworte.

"wählts mi, i bin die/der beschte" oder auch "es geht nit um mi, es geht um die stadt"

Was soll den das? Uns hat man als Kinder immer gesagt, "Selbstlob stinkt" oder einfach "der/die hat an Komplex" Selfmarketing hin oder her, ... Geht es wirklich nicht mehr, dass man bei Argumenten bleibt? Beides Akademiker - wo sind die griffigen Formulierungen für die Bürger? Wo sind die Ideen? Wer macht Stimmung für ein WIR? Wer kann in so einem "Dorf" über Parteigrenzen hinweg Verbindungen knüpfen? Mir sind nur ICH´s aufgefallen! Grenzenlose EGO´s - Ja! Wo ist eine Alternative zu den zweien?