Jetzt haben die Wähler das Wort

Letzte Statements von Hannes Hibler und Elisabeth Blanik im Wahlkampf.

Zwei Tage vor dem entscheidenden Tag luden Bürgermeister Hannes Hibler und seine Herausforderin Elisabeth Blanik zu Abschluss-Pressekonferenzen, um die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen, ihre Teams zu loben und letzte Statements zur bevorstehenden Wahl abzugeben.

Mit Emotionen ging man – so knapp vor dem Finish – verhältnismäßig sparsam um. Beide Politiker betonten, dass der Wahlkampf hart, aber in den Grundzügen fair verlaufen sei.

Elisabeth Blanik bedauerte, dass sich der amtierende Bürgermeister lange Zeit nicht der Konfrontation gestellt habe und erst bei den von Print-Medien veranstalteten Foren ein direkter Vergleich möglich war. „Ich rechne mit einer hohen Wahlbeteiligung“, betonte die SPÖ-Kandidatin. „Die Leute haben die Machtpolitik satt. Am Sonntag werden wir wissen, ob es frischen Wind in der Liebburg gibt und die Schubladen aufgehen.“

Kritisiert wurde, dass von der Stadtregierung große Projekte wie UNO-Center, M99, Dolomitenbad und Hochsteinhotel zwar präsentiert, aber bisher nicht umgesetzt worden seien. Das Fernheizwerk III sei im stillen Kämmerlein ausverhandelt worden, es habe viel zu wenige Informationen gegeben. Die SPÖ-Behauptungen hinsichtlich „Freunderlwirtschaft“ und „Postenschacher“ könnten in jedem einzelnen Punkt mit Zahlen und Fakten belegt werden.

Hannes Hibler tat im Pressegespräch sein Erstaunen darüber kund, dass von seiner Herausforderin Blanik im Wahlkampf nur wenig Sachliches und Inhaltliches kam. Ihn stört vor allem, dass sie zwar einerseits zu konstruktiver Zusammenarbeit aufrufe, gleichzeitig aber ein SPÖ-Gemeinderat ihn in seiner Funktion als Jurist als „Schande für den Berufsstand“ bezeichne. Hibler: „Das war ein bemerkenswerter Ausreißer, den ich nicht goutiere.“

Auch sei die SPÖ-Fraktion über das Fernheizwerk III ausreichend und zeitgerecht informiert worden. Im Stadtrat und im Planungsausschuss habe es kein negatives Wort der Mandatare gegeben. Ganz plötzlich sei die Meinung geändert worden – eine „Zick-Zack-Politik“.

Vizebürgermeister Pargger gab einen Überblick über jene Leistungen für die Stadt, die während der bisherigen Amtszeit von Hannes Hibler umgesetzt wurden – von der Absicherung der Daseinsvorsorge über die Erhöhung der Lebensqualität und Wohlfühlatmosphäre in der Stadt bis zu wesentlichen wirtschaftlichen Weichenstellungen. Vieles sei erledigt worden, manches noch umzusetzen. Hibler: „Eine Gemeinde ist kein Foto, sondern ein Film, der laufend zu entwickeln ist.“

Der Bürgermeister rechnet aufgrund der hohen Anzahl an ausgegebenen Wahlkarten mit einer Wahlbeteiligung von rund 65 %.

Beide Kandidaten präsentierten sich siegessicher. Wer die Wähler in den vergangenen Wochen tatsächlich am besten mobilisieren konnte, wird sich am Sonntag gegen 17.00 Uhr zeigen. Dolomitenstadt.at wird das Ergebnis nur wenige Minuten nach Bekanntgabe veröffentlichen.

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11 Postings bisher
isa vor 7 Jahren

Lieber Hr.Znarf! Was sagst du nun?? Fr.Bürgermeister Blanik hat mit sehr hohem Ergebniss die Wahl gewonnen!! Nun wird die "Freunderlwirtschaft" die über Jahre in Lienz betrieben wurde beendet sein!! Lieber Blaniken als Ver(lierer)hibler!!

znarf vor 7 Jahren

Jetzt, zum Wahlkampfende, ist endlich auch die Gegenseite auf-gewacht. Was da an Hoffnungen geweckt wird, wenn Frau B. gewinnen sollte, kommt mir vor, wie hohe Gewinnversprechungen auf Aktien. Reine Augenauswischerei. Da sind mir die realistischen Zusagen Hiblers lieber. Wie war das eigentlich mit den Posten am Bahnhof Lienz? 95 (!) SPÖ-Anteil! Ein Andersdenkender hatte kei-ne Chance unterzukommen. Und die wenigen Schwarzen wurden noch gepisackt. Frau B. wird a l l e s ändern, die große Zau-berkünstlerin. Sie hat ja die "Macht" dazu. Ich vertraue der Mann-Frauen-Schaft um Hibler. Morgen werden wir es wissen. Hoffent-lich gehen alle, die lauthals kritisieren, auch zur Wahl.

veronika vor 7 Jahren

...also wenn ich in diesem "dorf" schon nicht mehr von demokratischen entscheidungen träumen darf, dann muss ich nachsetzten und einfach der "gerechtigkeit" halber den ausgleich einfordern im, wie nasowas meint, "schlechten beigeschmack" von postenschacher und freunderlwirtschaft, sonst ist ja noch einige jahre oder jahrzehnte nur die selbe seite im schussfeld solcher grausamen unterstellungen ;-))

nasowas vor 7 Jahren

Mir kommt vor, dass in noch keinem Wahlkampf zuvor das Wort "Demokratie" so strapziert wurde, wie bei diesem. Waren die Wahlen bisher nicht demokratisch, ist unser Gemeinderat nicht demokratisch gewählt (wobei diese Wahl seitens der SPÖ nicht angefochten wurde, warum nicht)? Und bleiben wir doch realistisch: Macht hat den (für die jeweilige Oposition) schlechten Beigeschmack, dass dann halt Vorteile für die eigenen Sympathisanten, sprich Posten, Aufträge etc. herausgeholt werden können. Aber ist das nur bei der ÖVP so? Schaun wir doch mal nach Wien, wie es da zugeht, wie man da zu einem Job, einer Wohnung kommt.... Jeder will an die Töpfe ran. Von denen im Land Frau Blanik ja mal gemeint hat, sie könne sie anzapfen. Da ist Lienz ja noch fast heilig, zum Großteil heißt es da eh "leben und leben lassen". Wie heißt es so schön: Die blödesten Kälber wählen ihren Schlächter selber. Mal schaun, wie blöd die Lienzer Kälber sind, ob sie sich von Schlagworten wie Demokratie, Transparenz und Gerechtigkeit einwickeln lassen.

veronika vor 7 Jahren

...die nervösität muss groß sein ...hab fast den eindruck, dass man angst hat, plötzlich in entscheidungsprozessen überzeugungsarbeit leisten zu müssen?! ...das ist natürlich arbeit, die man nicht gerne freiwillig macht, wenn man eh überzeugt ist, von der richtigkeit der eigenen arbeit, aber ist das nicht ein wichtiges stück demokratie...?

...mir kommt so vor, man rechnet jetzt schon damit, dass nach der wahl im gemeinderat möglicher weise nicht das thema und die qualität der aufbereitung das abstimmungsergebnis bestimmten wird, sondern nur wer von den parteiführern für seine klientel gerne was erreichen möchte?!

...egal wer, von den zweien was durchboxt, aber 50% von 60%wahlbeteiligung sind halt nur knapp ein drittel der bevölkerung; das kann nicht befriedigend sein und sollte ansporn sein, rechtzeitig auch die andere hälfte zu gewinnen, oder?

...bin ich ein träumer, wenn ich meine, dass es in so einem "dorf" doch möglich sein müsste, die hauptthemen auf einen sehr hohen konsens zu steuern, um dann bei einer abstimmung eine breite bevölkerungsmehrheit dahinter zu wissen? ... und aus!

dolo vor 7 Jahren

Alle realpolitischen Entschiedungen der Stadt in den letzten Jahren lassen auf Freunderlwirtschaft, Kumpanentum und Parteibuchzugehörigkeit schließen - ich denke die Lienzer haben dies endlich satt und werden sich für eine transparentere Stadtpolitik entscheiden. Zu viele Millionen sind bereits ohne Hirn und ohne demokratischen Entscheidungsprozess verschwendet worden!

nanny vor 7 Jahren

Es ist erstaunlich, wie groß die Möglichkeiten von DI Blanik unter den gegebenen Mehrheitsverhältnissen eingeschätzt werden (dolo) bzw. mit welchen untergriffigen Argumenten gearbeitet wird (ME81). Der gerade heute von Gerhard Pirkner in "dolomitenstadt" veröffentlichte Artikel spricht von politischen und sozialen Bruchlinien in Lienz. Ich sehe noch andere :-)

dolo vor 7 Jahren

JEDER DER EIN INTRESSE AN DEMOKRATIE, TRANSPARENZ UND GERECHTIGKEIT HAT WIRD DIESESMAL BLANIK WÄHLEN !

ME81 vor 7 Jahren

Dieses Foto von unseren derzeitigen Herrn Bügermeister sieht ja so aus, als hätte er Angst gegen eine Frau zu verlieren! P.S.: Das Geld für Hibler´s Wahlwerbung möchte ich gerne haben!!!!

nanny vor 7 Jahren

Ich persönlich hoffe, dass Dr. Hibler dieses "Stechen" gewinnt und weiterarbeiten kann. Mir ist einfach eine vielleicht etwas trockene aber sachlich kompetente Gemeindeführung lieber als übersprudelnde "Unruhezeiten", wenn DI Blanik die Nase vorne haben sollte. Was nicht unbedingt nur an ihr liegt, sondern auch an einem bestimmten SPÖ-Gemeinderat mit ausgeprägter Profilierungssucht.

znarf vor 7 Jahren

Viel versprechen, alles kritisieren, nichts weiterbringen! Da kann uns was (ROT) erblühen, wenn Frau B. am Sonntag die Mehrheit bekommen sollte. Aber, soweit wird es nicht kommen. Denn die LienzerInnen haben schon längst erkannt, wer kompetent und zu-kunftsorientiert für Lienz arbeitet. In den kommenden fünf Jahren kann/muss die Mann-Frau-schaft um Hibler beweisen, was sie drauf hat. Lassen wir uns nicht "verp(b)laniken".