„Die Zweifel des Herrn Abramov“ im CineX

Dolomitenstadt-Kameramann Peter Werlberger produzierte Film über die Liebe im Alter.

Ronald Pries als Adam Abramov, der seine späte Zuneigung zu Männern zu verarbeiten versucht.

Zur Filmpremiere in Lienz wird am 25. Februar ins CineX geladen.

Die Idee, mit den Schülern seiner Schauspielklasse an der Musikschule Klagenfurt einen Film zu drehen, kam dem Autor und Regisseur Werner Henne im Herbst 2009. Nach zwei Monaten lag das Drehbuch zu dem 90-Minüter, der die Liebe im Alter thematisiert, in der ersten Fassung auf dem Tisch. „Die ersten Szenen entstanden im Januar 2010 auf dem Lido in Venedig“, erinnert sich Werner Henne, Lehrer für Bühnenpräsenz. „Als Hauptdarsteller konnte ich Ronald Pries begeistern.“

Da der erste Versuch am großen Umfang der weiblichen Hauptrolle scheiterte, war die Abänderung des Drehbuchs erforderlich. Aus „Winterblüten“ – in Anlehnung an Thomas Manns Novelle „Tod in Venedig“ – entstand schließlich die Story von Adam Abramov, der seine späte Zuneigung zu Männern zu verarbeiten versucht.

Dolomitenstadt"-Mitarbeiter Peter Werlberger: Kameramann und Postproduzent des Films.

„Die Geschichte beruht teilweise auf identischen Lebensabschnitten des Hauptdarstellers, der in Benjamin Brittens Oper Tod in Venedig den Gustav von Aschenbach gesungen hat“, erklärt der Regisseur. „Die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Personen versuchte ich zu einer Handlung zu verschmelzen und in dem Film zu zeigen.“ Die Dreharbeiten, die zum Teil an den Originalschauplätzen in Venedig erfolgten, nahmen knapp ein Jahr in Anspruch.

Unser „Dolomitenstadt“-Mitarbeiter Peter Werlberger, der als Kameramann tätig und auch für die Postproduktion des Films verantwortlich war, arbeitete mit zum Teil vom „Blue cube“ geliehenen Kameras. In Manfred Plessl und Doris Sohler wurden Musiker gefunden, die dem Film mit eigenen Kompositionen und Tonelementen die spezielle Note verliehen. Das Projekt, das mit geringen finanziellen Mitteln realisiert wurde, war nur durch das ambitionierte Engagement aller Beteiligten und private Investoren möglich.

Der Film „Die Zweifel des Herrn Abramov“ lebt durch seine Bilder und die Leichtigkeit seiner teilweise sehr jungen Akteure. Die Protagonisten sind, bis auf die Hauptdarsteller Ronald Pries, Manuel Dragan und Doris Sohler, Schüler der Schauspielklasse Werner Henne.

Der alternde Opernstar Adam Abramov zehrt seit dem Tod seiner Frau vom Ruhm früherer Zeiten. Eines Tages begegnet er Amalia, einer lebenslustigen Malerin. Er versucht, sein Leben neu zu planen. Der plötzliche Lebenswandel erzeugt bei Adams Töchtern Unbehagen, sind sie doch überzeugt, dass Amalia nur des Geldes wegen die Nähe zu ihrem Vater sucht. Adam erkennt schließlich, dass er in Amalia nicht die Erfüllung seiner Wünsche findet.

Die Crew: Der Film „Die Zweifel des Herrn Abramov“ lebt durch seine Bildkraft und die Leichtigkeit seiner teilweise jungen Akteure.

Seine letzte große Opernpartie war die Figur des Gustav von Aschenbach in der Oper „Tod in Venedig“. Seit dieser Rolle quält ihn der Gedanke an das Gefühl für den Jüngling Tazio. Er findet im Studenten Tristan einen Chauffeur, der ihm als idealer Lebensgefährte erscheint. Als sich zwischen den beiden Männern mehr als nur Freundschaft entwickelt, zeigen sich Adams Töchter aufs Neue irritiert. Die Grenzen zwischen der Realität des Adam Abramov und der des Gustav von Aschenbach beginnen zu verschwimmen.

Bei einer gemeinsamen Reise erlebt Adam mit Tristan eine unheimliche Begegnung mit dem Sterben, dem Tod in Venedig. Die Auflösung der Realität und die quälende Frage nach seiner erotischen Zuneigung zu Tristan werden für Adam zur schmerzhaften Erfahrung. Auf der zweiten gemeinsamen Reise in die Ligunenstadt begegnet der alte Mann dem Tod ein weiteres Mal. Es kommt zum der Novelle von Thomas Mann gleichenden Finale.

Film-Premiere „Die Zweifel des Herrn Abramov“ in Lienz:

Freitag, 25. Februar 2011, um 19.00 Uhr im CineX

Als kleiner Vorgeschmack: Hier geht's zum Trailer.

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