„Die Bürger von Calais“ als Tableau vivant

Schüler des BG/BRG Lienz bewegten mit inszenierter Rodin-Plastik.

Auguste Rodin mit seiner Plastik: Alexander Zollner, Isabel Hofmann, Adrian Niedertscheider, Vanessa Schlemmer, Katharina Stocker, Jan Unterluggauer und Theresa Unterluggauer.

Tableaux vivants, Darstellungen von Werken der Malerei und Plastik durch lebende Personen, waren im 18. Jahrhundert en vogue. Am 7. April erweckten Schüler des BG/BRG Lienz „Die Bürger von Calais“, eine der kunsthistorisch wichtigsten Plastiken Auguste Rodins (1840-1917), zum Leben.

Im Rahmen eines fächerübergreifenden Projektes wurde in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Inszenierung auf die Beine gestellt, die ihren geschichtlichen Hintergrund im Jahr 1347 hat. Zur Zeit des Hundertjährigen Krieges stellten sich in Calais sechs Bürger mit einem Strick um den Hals freiwillig zur Hinrichtung zur Verfügung, um die Kapitulation und damit die Zerstörung der Stadt zu verhindern.

Vor der Generalprobe: Künstlerischer Berater Toni Fercher als Maskenbildner in Aktion.

Calais beauftragte Ende des 19. Jahrhunderts den Bildhauer Auguste Rodin mit der Fertigung eines Monuments zu Ehren der tapferen Bürger.

Dieses bekannte Motiv war Mittelpunkt des Schulprojektes von Siebtklässlern des BG/BRG, dessen künstlerische Beratung Toni Fercher, Sepp Schraffl und Joe Wandaller innehatten. Für die Choreographie zeichnete Uschi Karré verantwortlich.

Die Schüler Isabel Hofmann, Adrian Niedertscheider, Vanessa Schlemmer, Katharina Stocker, Jan Unterluggauer und Theresa Unterluggauer stellten – einheitlich geschminkt und kostümiert – die Skulpturengruppe Rodins gekonnt nach. Alexander Zollner trat als Rodin auf.

Letzte Tipps vom künstlerischen Berater Joe Wandaller und der Choreografin Uschi Karré.

Der anfangs als unbeteiligter Berichterstatter fungierende Benjamin Gasser aus der 5. Klasse trat schließlich in die Rolle des Lyrikers Rainer Maria Rilke, der einst Sekretär Rodins war. Jeder der sechs Protagonisten der Gruppe wurde einzeln beschrieben. „Das Individuum soll geopfert werden, damit die Gemeinschaft überlebt“, so Schulleiterin Ursula Strobl über den nicht alltäglichen, kontemplativen Kunstgenuss, der zum Nachdenken anregte.

Die von einem Streichquartett unter Martin Brunner musikalisch begleitete Inszenierung kam ohne effektvolle Kulisse aus. Einzig Rodins Original wurde im Hintergrund eingeblendet. Man beschränkte sich auf das Wesentliche: die Thematik, das Wort, die Darstellung.

Die Darsteller setzen das historische Thema anschaulich in Szene. Im Bild: Zwei Akteure der Figurengruppe entspannt vor dem Auftritt.
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