„Kunst kann verbinden –wenn man sie lässt“

Lienzer Kulturreferentin Susanne Idl-Arakelian zum Kunstskandal um Peter Raneburger.

Kulturreferentin Susanne Idl-Arakelian und Peter Raneburger bei der Vernissage am 25. März 2011. Foto: Brunner Images

Der Lienzer Kunstskandal rund um das Bild „hallelujah“ – eine Jesusdarstellung mit skelettiertem Schafsschädel – von Peter Raneburger zeige, betont Idl-Arakelian, dass die Freiheit der Kunst ebenso immer wieder zur Debatte steht wie die Frage der Toleranz.

Wir erinnern: Der als „Pornojäger“ bekannte Martin Humer hatte gegen den Künstler und den Leiter des RLB-Ateliers, in dem derzeit Werke Raneburgers ausgestellt sind, Strafanzeige erstattet.

Auch die Politik sei gefordert, wenn eine Ausstellung Zorn und Drohungen auslöst, meint die Lienzer Kulturreferentin: „Die aktuelle Empörung rund um Peter Raneburgers Bilder zeigt deutlich, dass wir Diskussionsbedarf haben, sonst würden wir uns als Gesellschaft kaum so angegriffen fühlen. Kunst will wesentlich mehr als schön sein. Sie braucht Auseinandersetzung und sucht das Gespräch. Wenn wir ihr Raum geben, wird sie uns bereichern und verbinden. Wir haben in Osttirol das Glück, dass wir zahlreiche begabte Künstler und Künstlerinnen haben, die weit über Osttirol hinaus ausgestellt werden und ihre Werke doch immer wieder gerne bei uns zeigen. Wir können diese Werke genießen, manchmal aber fühlen wir uns auch provoziert. Genau das ist Aufgabe der Kunst: Anlass zum Nachdenken und Diskutieren zu sein.“

Dazu allerdings, ist Idl-Arakelian überzeugt, brauche Kunst Freiheit – und den Respekt, dass man sich mit ihr auseinandersetzt, anstatt sie bloß zu verwerfen. Idl-Arakelian positioniert sich klar für die Freiheit der Kunst und lädt ein, die noch bis 3. Juni angesetzte Ausstellung „it's painful to see your own BONES” zu besuchen und sich unvoreingenommen eine eigene Meinung zu bilden. Dass Unternehmer unter Druck gesetzt würden, Ausstellungsplakate zu entfernen und es Drohbriefe gäbe, habe weder der Künstler verdient, noch jene, die sich von seinen Bildern gekränkt fühlen.

Peter Raneburger habe eine Botschaft: „Hören wir doch hin und reden wir miteinander“, so die Politikerin. „Denn Kunst kann Menschen verbinden – wenn man sie lässt.“

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