Aktion „Pflege hat Zukunft“

27. Mai: „Tag der Heime“. Die demographische Entwicklung veranlasst zu Weitblick.

Altenpflegerin Regina mit Ida und Franz Fischer im Garten des Wohn- und Pflegeheims Lienz.

Die steigende Lebenserwartung erhöht den Bedarf an Pflege- und Betreuungspersonal. Gleichzeitig verursachen die sinkenden Geburtenraten einen allgemeinen Arbeitskräftemangel, auch im Dienstleistungssektor Pflege. Besteht etwa in Nordtirol bereits ein Mangel an Altenpflegern, stellt sich die Situation in Osttirol derzeit noch erfreulicher dar.

„Personalsorgen im Pflegebereich sind im Bezirk noch nicht spürbar, was letztlich auch auf die offensive und gezielte Personalplanung und –entwicklung im Pflege- und Betreuungsbereich zurückzuführen ist“, betonte Franz Webhofer, Verwalter der Bezirksaltenheime, in einem Pressegespräch. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Obfrau des Gemeindeverbandes Bezirksaltenheime Lienz, hob das hohe Engagement der in dieser Sparte tätigen Menschen hervor, sprach aber auch von den großen zukünftigen Herausforderungen im Pflegebereich – landesweit, aber auch im Bezirk.

Der Anteil an diplomiertem Personal sei, so Webhofer, mit 36 Prozent sehr hoch (Schnitt Tirol: 20 Prozent). Dennoch veranlasse der wachsende „Markt“ die Verantwortlichen, präventiv und vorausschauend zu handeln. Es gelte, Menschen für die Berufssparte Pflege zu sensibilisieren und interessieren. Denn in 15 Jahren wird sich die Anzahl der Arbeitsplätze in Tirols Alten- und Pflegeheimen verdoppeln. Webhofer: „Die demographische Entwicklung besagt, dass in den nächsten 20 Jahren ca. 1800 Menschen weniger in Osttirol leben, gleichzeitig aber der Anteil von Personen von über 85 Jahren um rund 64 Prozent steigt.“

Am „Tag der Heime“ am 27. Mai werden die Wohn- und Pflegeheime der Standorte Lienz, Matrei und Sillian das Arbeitsumfeld der Altenpflege mit seinen vielseitigen Aufgaben und Möglichkeiten der Öffentlichkeit präsentieren. Von 13.00 bis 17.00 Uhr wird anhand von verschiedene Aktivitäten auf einen Beruf hingewiesen, der fachliche und soziale Kompetenz voraussetzt, glänzende Zukunftsaussichten hat und sich – auch für Wiedereinsteiger – gut mit dem Familienleben vereinbaren lässt.

„Etwa die Hälfte der 294 Beschäftigten sind in Teilzeit beschäftigt, aus eigenem Wunsch“, betont Webhofer. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter betrage im Bezirk 42,2 Jahre, sei also relativ hoch. „Schon derzeit benötigen wir pro Jahr rund 25 bis 30 neue Mitarbeiter“, so der Verwalter. Diese Zahl werde angesichts der zukünftig steigenden Herausforderungen, auch durch die zusätzlichen Betten im geplanten Heim in Nußdorf-Debant und im Erweiterungsbereich in Matrei, steigen. „Es wird zu einem überproportionalen Bedarf an Nachwuchs kommen“, ergänzt Pflegedienstleiterin Daniela Meier.

Altenpflege ist im Übrigen immer noch fest in weiblicher Hand: Nur 3,79 Prozent der Beschäftigten in den Osttiroler Einrichtungen sind Männer.

Von links: Verwalter Bezirksaltenheime Franz Webhofer, Franz Moser (Pflegedienstleitung Sillian), Bürgermeisterin Elisabeth Blanik, Johanna Wibmer (Pflegedienstleitung Matrei) und Daniela Meier (Pflegedienstleitung Lienz).
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