Lienz: Kaution für stadteigene Wohnungen

Einstimmiger Stadtrat-Beschluss: Künftig sind drei Monatsmieten bei Neuvergabe fällig.

In Lienz gibt es 250 stadteigene Wohnungen: kompakt, leistbar und deshalb heiß begehrt. Im Bild: Einheiten in der Haspingerstraße.

Bereits im Juli wurde in einer Sitzung des Wohnungsausschusses über die Einführung einer Kaution für stadteigene Wohnungen diskutiert, berichtete der neue Obmann Willi Lackner. Bisher habe die Stadtgemeinde von dieser Einhebung Abstand genommen, obwohl sie bei Privatvermietern und Wohnungsgenossenschaften gang und gäbe sei.

Der Grund für das Umdenken seien Probleme, die beim Auszug von Mietern auftreten. Die Wohnungen würden häufig in einem desolaten Zustand zurückbleiben. Immer wieder seien vor der Neuvergabe teure Reparaturen und Generalsanierungen nötig. Schimmel an den Wänden, Löcher in den Mauern und kaputte Türen seien einige der wiederholt vorgefundenen Mängel, wenn Mieter ausziehen.

Die von der Stadt eingehobene Kaution soll in Zukunft in solchen Fällen in die Sanierung fließen. Verlässt der Mieter die Wohnung in adäquatem Zustand, erhält er die Kaution natürlich zurück. Bestehende Verträge werden von dieser Neuerung nicht betroffen sein.

„Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung einstimmig die Einführung einer Kaution für stadteigene Wohnungen in der Höhe von drei Monatsmieten beschlossen“, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik im Rahmen eines Pressegesprächs. „In Lienz gibt es aktuell 250 dieser günstigen und sehr begehrten Wohnungen.“

Da diese Einheiten meist an finanziell schwächer gestellte Personen vergeben werden, gibt es Unterstützung. Für jene, die sich die Kaution nicht leisten können, besteht die Möglichkeit der Grundsicherung der Stadt, der Sozialhilfe der Bezirkshauptmannschaft und eines Darlehens der Arbeiterkammer.

Zudem sind die Mieten dieser kompakten Wohnungen niedrig. Der Preis beträgt € 4,88 pro m², ohne Betriebskosten. Der Andrang auf diese überaus leistbaren Einheiten ist deshalb enorm. Alle Wohnungen werden im Zuge einer Neuvergabe saniert und befinden sich dann im A-Standard.

Zusätzlich arbeitet die Stadt Lienz mit mehreren Siedlungsgenossenschaften zusammen, mit denen gemeinsam auch Altbauwohnungen vergeben werden. Aufgrund des großen Bedarfs werden 2011 insgesamt 127 neue Wohnungen errichtet. Die WE baut 31 Eigentums-Einheiten am Brunnenweg, die GHS 38 Mietkauf-Wohnungen in der Christoph-Zanon-Straße und die OSG 40 Mietkauf-Einheiten in der Spitzkofelstraße sowie 18 Eigentumswohnungen im Zeinergarten.

Die Einführung der Kaution für stadteigene Wohnungen bedarf noch des Beschlusses des Gemeinderates.

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4 Postings bisher
nanny vor 6 Jahren

Wenn Leute arm sind - müssen sie dann Wohnungen verwüsten und in schauerlichem Zustand zurücklassen, wenn sie ausziehen? Nur dann wird die Kaution, die uU auch durch Institutionen vorläufig ausgelegt werden kann, fällig. Sonst nicht! Also ... was ist da unsozial?

Sonnenstadtler vor 6 Jahren

@melissa! Ich habe nie geschrieben, dass Ethos u. Pathos soziademokratische Grundwerte sind. Bitte lies genau, ich habe nicht einmal ein Buechl geschrieben und schon wird man falsch interpretiert... Warum ich die Roten so angreife ist doch klar. Frau Blanik hat sich immer als Retterin und Behueterin von Lienz ausgegeben und dann passiert so eine soziale Schelte. Von den Schwarzen haette ich mir nichts Anderes erwartet, aber dass die Sozis sowas machen ist schon absurd, jedenfalls in meinen Augen. Die Kaution auf andere Institutionen abzuwaelzen ist doch genauso dumm wie die Idee selbst. Die Leute haben kein Geld und muessen irgendwie durchs Leben und unsere menschlichste Aufgabe ist es doch, Ihnen das zu ermoeglichen. So what now?

MelissaM vor 6 Jahren

Sonnenstadtler, bei dir frag ich mich weniger, wohin du gehst als woher du kommst! Ethos und Pathos (!!) als Grundwerte der Sozialdemokratie? Hä? In welchem Büchl hast du denn das gelesen? Lies lieber den Artikel von Frau Funder genauer durch, da steht doch klipp und klar, dass auch die Schwarzen dafür sind und außerdem für sozial Schwache mehrere Möglichkeitn bestehen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Und wer die Wohnung nicht versaut, kriegt die Kaution ja zurück. So what?

Sonnenstadtler vor 6 Jahren

Sozialdemokratie - Quo vadis? Von den sozial Schwachen, den ärmsten, den aus welchen Gründen auch immer schon von der Gesellschaft gebeutelten noch eine Kaution zu abzuverlangen, ist das eine Leistung der Sozialisten? Frau Blanik, denken Sie einmal über Ihre Grundwerte nach - Ethos und Pathos! Können Sie das bei solch einem Beschluss noch vereinbaren? Sicher nicht. Ich persönlich gehöre nicht zu den sozial Bedürftigen, jedoch finde ich diese Art des Sozialismus ganz einfach verachtend und sinnlos. Die paar hundert Euro Kaution sollen die desolaten Wohnungen wieder in Ordnung bringen? Das sind vielleicht 5 oder 6 Handwerkerstunden - nicht mehr. Ein gigantisches soziales Engagement.... So gehts jedenfalls nicht. Gratulation zu den Roten: Lackner, Blanik und Co, in meinen Augen sind Sie alle Scheinsozialisten, traurig aber wahr.