Gunter Damisch: Die Kraft der Eindeutigkeit

Ausstellung eines Klassikers der Gegenwarts-Kunst mit unverkennbarer Handschrift.

Gunter Damisch in der Galerie Pedit. Die Titel seiner Werke sind präzise, scheinen fast Bildprogramm zu sein.

Die Lienzer Galerie Gaudens Pedit zeigt ab 22. September eine Auswahl von 45 Werken Gunter Damischs, die sich zwischen Abstraktion und der sensiblen Beschreibung von Lebenswelten und -räumen bewegen.

Die Entwicklung des 1958 im oberösterreichischen Steyr geborenen und heute in Wien bzw. Freydegg lebenden Kreativen während der letzten Jahrzehnte führte zu einem erstaunlich großen Wiedererkennungswert seiner Werke. Der künstlerische Werdegang Gunter Damischs war zu Beginn eng mit dem Umfeld der “Neuen Wilden” und Künstlerkollegen wie Anzinger, Schmalix, Brandl und Scheibl verknüpft, die auf die kopflastige Malerei der 70er Jahre mit subjektiven, sinnlich-gegenständlichen und überaus lebensbejahenden Werken reagierten.

Sehr früh mit wichtigen Kunstpreisen bedacht, gilt der Professor der Wiener Akademie der bildenden Künste längst als ein in der Tradition der großen Meister verwurzelter Klassiker der österreichischen Gegenwartskunst.

Der Maler, Zeichner und Grafiker arbeitete in den letzten Jahren verstärkt auch als Bildhauer an einem sehr persönlichen kosmologischen Weltbild, das von erdachten Lebewesen bevölkert ist: Ganze Farbwelten, Universen und mit teilweise schwebenden Figuren besetzte Orte des begnadeten Fabulierers und Erzählers Gunter Damisch tun sich vor dem Auge des Betrachters auf.

Als Vergleich werden bei den unregelmäßigen Ornamenten gerne Amöben, Geißeltierchen und Einzeller bemüht – manche Details erinnern tatsächlich an die Welt der Mikroorganismen. Mythologische Zeichen, kreisartige oder längliche Formen, Schlangenlinien, und flimmernde Galaxien bevölkern die Gemälde. Die Grundstrukturen haben sich über Jahre entwickelt. Die Werke von Gunter Damisch zeichnen sich durch kräftige Farbigkeit und eine dichte Bildsprache mit stark grafischem Impuls aus.

Die Skulpturen, die Güsse, sind für den Künstler „eine Möglichkeit, das Fragile, Vergängliche aus der Zeitlichkeit herauszunehmen.“

In der Galerie Gaudens Pedit sind von 22. 9. bis 12.11. 2011 jeweils Freitag von 14.00 bis 18.00 Uhr und Samstag von 10.00 bis 19.00 Uhr Ölbilder, Grafiken und Skulpturen der vergangenen Jahre zu sehen, die in einer Wechselwirkung von zeichnendem, malendem und dreidimensionalem Arbeiten und Denken entstanden sind. Gerne auch nach Vereinbarung.

Zur Ausstellung liegt die im Juni 2011 erschienene Damisch-Trilogie „Weltwegschlingen Zeichnungen/Malerei 1997–2010“, „Skulpturzeichen/Zeichnungen 2006-2010“, „Gusswelten und -wege/Güsse 2000-2010“ auf.

Damisch interessieren viele Aspekte des Seins, die er in seiner künstlerischen Sprache interpretiert.
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