TVBO beschließt Auflösung des Fusionsvertrags

Vorstoß von Gerhard Föger – Rücktritt von Martin Bergerweiß.

Gerhard Föger. Wem nützt sein Vorstoß zur Auflösung des Fusionsvertrages?

Am 26. September um 17.00 Uhr begann im Gebäude der Felbertauernstraße AG jene Sitzung des TVB Osttirol, die schon im Vorfeld für wildeste Spekulationen sorgte. Neben den 13 Aufsichtsräten – Erich Mair war verhindert – und dem Vorstandstrio Franz Theurl, Andreas Köll und Josef Lugger war auch Gerhard Föger anwesend, der oberste Tourismusbeamte des Landes.

Zur Lösung der seit langem schwelenden Verteilungsdiskussion hatten sowohl Josef Schett als auch Reinhard Tiefenbacher Vorschläge ausgearbeitet, die eine Neuverteilung der Aufenthaltsabgaben und Pflichtbeiträge regeln sollten.

Beiden Vorschlägen gemeinsam: Einen künftig noch höheren Beitrag der Region Lienzer Talboden in den gemeinsamen Topf der vier Regionen. Selbst der Vorschlag Tiefenbachers als Vertreter der Talboden-Region sah immerhin rund 400.000 Euro zusätzliche Beiträge für den Gesamtverband vor.

Zu einer Abstimmung über beiden Anträge kam es allerdings nicht. Einwände des Matreier Bürgermeisters Andreas Köll und eine hitzige Debatte mündeten in einen völlig überraschenden Vorstoß Gerhard Fögers, eigentlich nur Moderator oder Beobachter, nicht aber Mitglied des Gremiums.

Er stellte sozusagen „von außen“ den Antrag auf Abstimmung über die Auflösung des umstrittenen Fusionsvertrages mit 31. Dezember. Der Antrag wurde auf die Tagesordnung gesetzt und die Abstimmung brachte einen Knalleffekt: Sieben von 12 Mitgliedern stimmten für die Auflösung des Vertrages. Camilla Köll, die Vertreterin der Nationalparkregion, hatte den Saal zuvor demonstrativ verlassen.

Diesem Beispiel folgte nach der Abstimmung ein resignierender Reinhard Tiefenbacher und wenig später Martin Bergerweiß. Er berichtet: „Ich wollte das Theater beenden und habe einen Antrag auf Abwahl des Vorstandes und Auflösung des Aufsichtsrates gestellt. Dieses Gremium hat auf der ganzen Linie versagt und jede Problemlösungskompetenz verloren. 2012 ist ohnehin eine Wahl vorgesehen, man hätte sie vorziehen können.“ Der Antrag von Bergerweiß wurde nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt, alle anderen Mitglieder des Gremiums waren dagegen. Darauf legte der Banker sein Mandat zurück.

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14 Postings bisher
veronika vor 6 Jahren

...konferenz ... nochmal sorry ;-)

veronika vor 6 Jahren

...ja sicher treiben die banker geld auf, is ja ihr job (für ihr institut) ...für den TVBO is es eh schon alles zu spät

...mal ganz ehrlich: lieber würd i die nächste abgabenvorschreibung dem hamacher oder dem schultz direkt auf deren konto überweisen, als auf das des TVBO auch wenn den bankern zu dem einen zusätzlich noch zwei ehrgeizige controller zur "unterstützung" eingestellt werden, sorry!!!

...jetzt versteh i auch, warum so pressekonverenzen, wie die eine für die installation eines controllers (personalentscheidung! - normaler weise eine ordentlich geplante aktion in einem unternehmen), kurzfristigst und hektisch einberufen werden (müssen); kann wohl so ablaufen, dass matrei über innsbruck immer den richtigen zeitpunkt und das thema setzt ;-))

anton2009 vor 6 Jahren

Hamacher neu im AR! Er wird sicher den Zuschuss von 1 Mio € mitbeschließen - Geld das der TVB aber nicht hat. Die beiden Banker F u. T werden das schon auftreiben! Glück auf!

hoidanoi vor 6 Jahren

Korrektur: "Sechs Österreicher unter den ersten Fünf" ist der Titel - tja, manchmal leidet die Lesekompetenz..

hoidanoi vor 6 Jahren

Findet sie denn statt die Gegenfinanzierung? Nein, tut sie nicht. Die Abgabenerhöhung ist ein erster wichtiger Schritt - aber wie Iseltaler so richtig in einem anderen Langposting bemerkte werden alleine im Rechnungsjahr 2010 Mindereinnahmen von 295.000,-- an dieser Position verzeichnet - zweckgebunden hin oder her, wenn's nicht reinkommt, dann wird auch nichts gegenfinanziert. Der Bettenausbau ist ein tolle Sache, der hoffentlich auch den gewünschten Erfolg bringt. Die Prognosen über das Reiseverhalten, ein Überangebot im Hochpreissegment und massig Insolvenzen in selbst arrivierten Gebieten scheinen nicht den Lohn zu versprechen, den der aufgebrachte Mut zum großen Risiko erhofft. Dem daraus folgenden Dumping mit Investitionsadäquaten Preisen zu begegnen wird schwer bis unmöglich. In jedem Fall wäre es schön, würde die Rechnung des Iseltalers aufgehen. Es wäre ein Gewinn für die Region ohne gleichen, das Projekt würde Früchte tragen. Im Moment jedoch ist die schiere Behauptung einer Gegenfinanzierung zu wenig, um die nicht gemachten Einnahmen herbeizureden, oder gar schön zu rechnen. Unbenommen dessen hat Iseltaler aber mit den Investitionen im Talboden recht: Auch ihnen steht kein Gast gegenüber, dafür aber Bürger der Stadt Lienz, die die Tourismusgelder in städtische Infrastruktur umleiten. Ein Umstand, der übrigens auch in einer Gemeinde nahe des Felbertauern vorkommen soll, in der Vergangenheit gang und gäbe war. Verena Remler könnte darüber Auskunft geben. Wird sie aber eher nicht. Was den Tourismusverein angeht, so wäre interessant, wie denn das Stimmrecht eines Vereines im Aktienrecht gewichtet wird? Stimmen Vereine nicht nach Köpfen, Aktieneigner nach Anteilen ab? Haben die Mitglieder des Vereines also trotz geringer Aktienanteile ein gleich starkes Stimmrecht wie der eigentliche Eigentümer, der TVB? Dem wie mir scheint auch juristisch bewanderten Iseltaler sollte es ein Genuss sein, Licht in dieses Dilemma zu bringen. Lesevergnügen schadet übrigens auch bei der Vermittlung von Hard-Facts nicht, fördert ungemein die Soft-Skills und beflügelt unter Umständen die Fantasie zur Entwicklung auch positiver Zukunftsvisionen. Wenn sich jedoch Iseltalers Lesevergnügen in Asterix-Lektüre erschöpft - mein pilum ist stärker als dein sternum, ist es nicht? (A. bei den Briten) - dann wäre ihm zum Beispiel "Fünf Österreicher unter den ersten Sechs" von Dirk Stermann zu empfehlen. Der Titel alleine weist auf die schon immer besonderen österreichischen Rechenkünste hin, die Metamathmatik, die möglicherweise im Hohen Norden des Bezirks gepflegt wird.

MelissaM vor 6 Jahren

Lieber Iseltaler, deine Hoffnung scheint wohl zu sein, dass die Menschen zwar lesen aber nicht rechnen können. Und auch sonst keine Ahnung haben. Was soll denn sonst der "Vergleich" zwischen dem TVB-Kostenanteilen an den Bergbahnen Matrei und Lienz? der Zuschuss an Schultz und Köll (er ist porivat Miteigentümer) ist verloren, auch wenn du gleich 8000 Wörter als Widerlegung schreibst. Das Vermögen der Lienzer Wirtschaft ist noch immer bei seinen Eigentümern und zwar gerade deshalb, weil es dem Zugriff aus Matrei bisher entzogen wurde. Und die 250 Vollbelegstage sind dir vermutlich im Traum erschienen.

Iseltaler vor 6 Jahren

Iseltaler meint…

Liebe Posting-Freunde und Tourismusexperten!

Wer in meinen Kommentaren Lesevergnügen sucht, sollte lieber Asterix lesen, so unter dem Motto, „Geh zur Legion (zum TVB Osttirol?) hieß es, dort erlebst du was, hieß es …“! Erfolgreichen Tourismus zu betreiben, sieht aber anders aus und ist neben den zweifellos erforderlichen soft-skills, insbesondere von harten Fakten, harter täglicher Arbeit am und für den Gast sowie betriebs- und volkswirtschaftlichen Überlegungen geprägt. Reden wir also einmal über touristische Zukunftsperspektiven und Zuwachsdynamik in Osttirol sowie die touristische Relevanz und Auswirkungen von TVB-Beiträgen für Infrastruktureinrichtungen: Für das Großglockner Resort „Kals-Matrei“ betrug der Beitrag des TVB Osttirol zu einer Investitionssumme von bislang 45 Mio. Euro 2 Mio. Euro (rd. 4,4 %)! Das dafür aufgenommene Darlehen wurde zudem zur Gänze über eine zweckgebundene, anteilige Erhöhung der Aufenthaltsabgabe in der Nationalparkregion gegenfinanziert, belastet also die TVB-Finanzgebarung überhaupt nicht .

Der TVB-Beitrag für den Hochsteinausbau mit einer Investitionssumme von bislang rd. 12 Mio. Euro betrug/beträgt hingegen deutlich mehr als 50 %! Diese TVB-Beiträge (bzw. die dafür aufgenommenen Darlehen) hat man aber nicht durch eine anteilige, zweckgebundene Erhöhung der Aufenthaltsabgabe gegenfinanziert, sondern vielmehr noch die damit verbundenen Aktienzeichnungen an den rein privaten Tourismusverein „Lienzer Dolomiten“ ausgelagert. Das damit verbundene, verheerende Finanzbild des TVB Osttirol ist zwischenzeitlich hinlänglich bekannt.

Wenn man die Folgeinvestitionen dieser beiden Infrastruktureinrichtungen im Aufstiegshilfenbereich vergleicht, so findet derzeit im Großglockner Resort „Kals-Matrei“ ein intensiver Bettenausbau statt, womit dem TVB Osttirol (bzw. der Teilregion Nationalpark Hohe Tauern) entsprechende Mehreinnahmen im Aufenthaltsabgaben-, aber auch im Pflichtbeitragsbereich zufließen werden. Eine, mit kaufmännischer Vorsicht geführte Rechnung, ergibt alleine bei der, vom Gast bezahlten Aufenthaltsabgabe in etwa folgendes Bild:

490, mitten im Bau befindliche Betten beim Feriendorf „Großglockner Resort Kals“ der Gruppe Schultz mit angeschätzten 250 Vollbelagstagen ergeben (gerechnet mit € 2,-- an AA) 245.000,-- Euro p.a. Die Investitionssumme dafür beträgt 50 Mio. Euro.

200, sich bereits im Baubeginn befindliche Betten beim Alpinpark Matrei/Hotel Rauter mit angeschätzten 150 Vollbelagstagen (aufgrund des Freizeitwohnsitzanteiles entsprechend reduziert) bedeuten mindestens 60.000,-- Euro p.a.

Dazu kommen die, mit Wintersaison 2011/12 wieder voll betriebenen 330 Betten beim Hotel „Mühlenhof“ (aufgrund des hohen Jugendanteiles werden nur 165 Betten, aber 250 Vollbelagstage angesetzt), sohin 82.500,-- Euro p.a.

Nicht einberechnet werden noch die bereits rechtskräftig gewidmeten Hotelprojekte „Goldried“ (200 zusätzliche Betten ab 2014) sowie 230 neue Betten beim JUFA-Familienhotel (ab 2012/13). Dies bedeutet, dass die Nationalparkregion ab Dezember 2012 zusätzliche rd. 400.000,-- Euro allein an Aufenthaltsabgaben in die TVB-Finanzgebarung einbringt. Es wäre interessant, einmal zu berechnen, welche Folgeinvestitionen in der Teilregion „Lienzer Dolomiten“ anstehen: Dort sind derzeit nur entsprechende Erweiterungen beim Hotel von Reinhard Tiefenbacher auf der „Moosalm“ sowie insbesondere die erfreulichen Erweiterungen beim Golfhotel in Lavant des anerkannten Tourismusexperten Werner Hamacher bekannt.

Manchmal liegt auch in der Kürze eines Textes dessen Würze…

FRBR vor 6 Jahren

Ziemlich dürftig, was da bei der Sitzung herausgekommen ist. Die immer wiederkehrende Verschiebubg war begründet, da man Nägel mit Köpfen machen wollte. Wenn es tatsächlich stimmen sollte, dass die Beschlüsse ungültig sind, weil 2/3 Mehrheit notwendig wäre, ist das einmal mehr der Beweis, dass Bergerweiss recht hat. In der Sache hat sich Nichts geaendert. Darf der TVBO weitere Darlehen für Aktienzeichnung LB aufnehmen? Ist die Förderung von Hamacher rechtens ( wohlgemerkt, ich hinterfrage hier nicht die Förderung selbst sondern einfach den Umstand, dass das Land Tirol diesen Beschluss des Regionsausschusses alsnicht rechtens erklärt hat ). Wie ernst und fundiert ist das Poltern von Foeger bei der GV zu nehmen, wenn er ( lt. Kleine Zeitung ) so zufrieden mit dem Verlauf der Sitzung war. Am meisten würde mich aber interessieren, wie hoch der Verlust und die "Budget"-Abweichungen fuer 2011 gediehen sind. Noch einmal - der Aufsjchtsrat und Vorstand mögen sich schon heute auf die nächste GV und die Abstimmung zur Entlastung des Vorstands freuen !!!

hoidanoi vor 6 Jahren

Abwesenheitsnotiz: die Lesart des Iseltalers ist interessant: Matrei hat nicht mitgestimmt, woraus zu schließen sei, Matrei sei nicht Grund für die Fusionsauflösung. Quot erat demonstrandum. In anderen Langtexten, die zwar informativ, aber Lesevergnügen sieht anders aus, auf die Funktionärshaftung bezug nehmen, lässt IT durchklingen, warum Camilla durch Abwesenheit glänzt. an scheint ihr dies Verhalten nahe gelegt zu haben, vorsorglich. Das die Region nicht in der Lage ist, ihren Verpflichtungen nachzukommen, ist selbstredend kein Grund für Kalamitäten. Wie denn auch. Da kommen erhöhte Pflichtbeitragseinnahmen aus anderen Regionen druchaus wie gerufen. Die Problemlösungskompetenz des Gremiums ist durchaus in Frage zu stellen, wenn es erst nach 3 1/2 Jahren zur Konklusio kommt, sich quartalsmäig über den Stand der Finanzen informieren zu lassen. Ein übrigens kurzes Vergnügen, stehen doch schon 2012 Neuwahlen an. Der Passus der Mittelaufbringung durch die Regionen, die jetzt gesetzeskonform Ortsausschüsse genannt werden, was ihnen die Teilrechtsfähigkeit plötzlich verschaffen soll, ist ein mutiger juristischer Schritt, erfüllt doch keine der Regionen die gesetzlichen Vorraussetzungen dafür. Wäre es anders, gäbe es diese Lösung schon längst. Die Ankündigung, dass der AR zukünftig alleine über die Mittelverwendung verfüge, klingt nach den Aktionen der Vergangenheit nach gefährlicher Drohung. Gesetzeskonform legt also der Vorstand in Zukunft ein Budget vor und der AR beschließt darüber - welch Neuerung, war dies doch schon in der Vergangenheit so. Passte dieses Budget dem AR nicht, hatte er schon vorher die Möglichkeit, es abzulehnen, zu verändern, es nach seinen Vorstellungen zu formen, stimmten doch die gleichen Personen über das Budget ab, die es vorher zusammenstellten. Insofern eine grandiose Neuerung. Die handelnden Personen kennen wir. Was sie sich geleistt haben ebenso. Die OW existiert weiter, die Budgetpolitik des Obmanns wird keine Sekunde in Frage gestellt, die eigentlichen Probleme nicht angegangen. Das Problem wird vertagt und das wird als entscheidender Neuanfang gesehen. Sollte er gelingen, was mehr als wünschenswert wäre, dann Hurra die Gams und alles wird gut. Bei der Possenreißerei der Vergangenheit bin ich skeptisch. Was die Steigerung der Einnahmen durch ein mehr an Pflichtbeiträgen angeht - wie gemolken muss sich eigentlich das tourismusferne Zwangsmitglied fühlen, wenn es dieser Posse zusehen muss? @iseltaler: vieleicht sollten wir uns beide kürzer fassen. Sitzungsprotokolle mögen erhellend sein, in diesem Fall sind sie fast schon peinlich.

veronika vor 6 Jahren

...ich kenne den langschreiber leider nicht, doch er oder sein einsager ist toll informiert und "mit herz bei der sache" ... scheint alles auch schon länger zu kennen und findet sogar freude an dem ergebnis ... ?! komisch! . ich kann nur sagen, mich graust´s vor der kommenden vorschreibung wie noch nie, aber nicht nur wegen der erhöhung, die heuer aufgrund der recht guten entwicklung unseres betriebes anstehen wird, sondern wegen jeden einzelnen Euro, den wir in dieses fass ohne boden schmeißen, was natürlich wie immer gnadenlos eingefordert werden wird. ...trotzdem danke an dolomitenstadt.at! wegen euch muss ich mich zumindest nicht mehr wundern und ärgern, dass so viele regionale millionen einfach auch nur verpuffen können ... offensichtlich gibt es dabei auch banker mit so guten sesselkleber, denen es in dem sumpf noch gelingt mehr kompetenzen zu bekommen...?! ...dies ist zwar schon noch schwer zu verdauen, aber es schmerzt dann nur mehr kurz ... so wie wenn ich die scheine in den ofen schmeißen würde, da ist der wert gleich schnell weg und man versteht sofort, dass damit nichts mehr passieren kann.

Iseltaler vor 6 Jahren

Lieber Dr. Pirkner!

Sie können Ihre Anrede gerne an mich persönlich richten, da Sie (oder der Provider) auf Grund vorhandener technischer Möglichkeiten genau wissen, dass weder ich (Iseltaler) noch andere von Ihnen angeführte Nicknames Andreas Köll sind. Da es sich dabei jeweils um von einander unabhängige, private Internetadressen handelt. Woher ich mein Insider-, oder sonstiges –Wissen beziehe, dürfte wohl ausschließlich in meiner Sphäre liegen. Natürlich zählen u.a. auch das jeweils einzige Vorstands- und AR-Mitglied aus der Nationalparkregion im TVBO zu meinem Bekannten- und Informantenkreis in touristischen Angelegenheiten.

Das mit dem „ein und selben Kommentar“ unter verschiedenen Artikeln nehme ich gerne zur Kenntnis: Das hätten Sie mir aber auch im internen Wege mitteilen können, z.B. beim Text, „wird noch von einem Moderator geprüft“. Aber offensichtlich geht es auch bei Ihrem Kommentar wieder um eine politische Botschaft……..

Wie lang ein Kommentar zu derart komplexen Materien zu sein hat, hängt ausschließlich vom Wahrheitsgehalt diverser „Berichte“ ab, wobei es wohl besser sein dürfte, Fakten sprechen zu lassen. Wer mit Tatsachenfeststellungen ein Problem hat, muss meine Kommentare ja nicht lesen und kann gerne weiter blättern. Ich bin aber überzeugt, dass meine Kommentare soviel an Informationsgehalt aufweisen, dass sie sowohl in-, als auch außerhalb unseres Bezirkes gerne (oder auch ungern) in „epischer Breite“ gelesen werden.

Manchmal kommt es eben doch auf die Länge an…………

Gerhard Pirkner vor 6 Jahren

Lieber Andreas Köll,

uns hier in der Redaktion und vielen Menschen mit denen ich gesprochen habe und die dich kennen ist klar, dass der Iseltaler – sagen wir einmal – von dir inspiriert ist. Zu gut kennen wir alle deinen Hang zu peniblen Detailschilderungen in epischer Länge, zu präzise ist das Insiderwissen.

Meine Bitte: beschränke dich und dein literarisches Alter Ego auf jenes Maß an Text, das in einem Forum wie diesem üblich ist und vor allem: poste nicht ein und den selben Kommentar mehrmals unter verschiedene Artikel.

Doppelkommentare werden ab sofort nicht mehr freigeschaltet. Ich weiß, es ist schwer, Komplexes kurz zu fassen. Vielleicht solltest du statt einem Iseltaler einen Debanter schreiben lassen? In diesem Sinne, nix für ungut und bis zum nächsten Kommentar.

Mit herzlichen Grüßen aus der Dolomitenstadt Gerhard Pirkner

Iseltaler vor 6 Jahren

Neustart möglich!

Die gestrige AR-Sitzung des TVB Osttirol im Beisein des Vorstandes und der Geschäftsführerin Mag.a Barbara Nußbaumer sowie von Dr. Gerhard Föger und Mag. Martin Kofler als Vertreter der Aufsichtsbehörde/Tourismusabteilung des Amtes der Tiroler Landesregierung, kann wohl als „Sieg der Vernunft“ quer durch alle Regionen bezeichnet werden. Dr. Gerhard Föger hat selbst keinen Antrag, schon gar nicht „von außen“ eingebracht, sondern einen Vorschlag unterbreitet: Dieser wurde dann ordnungsgemäß mit der erforderlichen zwei Drittel-Mehrheit (nur eine Gegenstimme) auf die Tagesordnung gesetzt, wobei er durchaus auch unter den Tagesordnungspunkten „Antrag des Vorstandes“ oder „Strukturveränderungen“ behandelt hätte werden können.

Der Beschluss über die Auflösung des Fusionsvertrages erfolgte mit sieben Stimmen aus den Regionen Lienzer Dolomiten (4 Pro-Stimmen), Hochpustertal (2 Pro-Stimmen) und Defereggental (1 Pro-Stimme). Fünf Stimmen waren gegen die Auflösung (4 aus der Region Lienzer Dolomiten und 1 aus dem Defereggental). Die einzige Vertreterin der (nächtigungsstärksten) Nationalparkregion hatte zuvor den Saal verlassen, weil sie den Eindruck äußerte, dass man den Vorschlag „des Lienzer Talbodens“ ohne ausreichende Diskussion und vorherige Information (sie selbst hatte die entsprechende Unterlage erst kurz vor der AR-Sitzung erhalten!) einfach „mit Mehrheit gegen den Willen zweier Regionen durchpeitschen“ wollte: Noch am Rande des vormittägigen Felbertauern-Jubiläums in der Wirtschaftskammer wurde kolportiert, dass dieser Vorschlag bereits über eine entsprechende Mehrheit von 11 : 3 Stimmen verfügen würde. Somit hat die Nationalparkregion Hohe Tauern weder für, noch gegen die Auflösung des umstrittenen Fusionsvertrages gestimmt, was auch deshalb bemerkenswert sein müsste, da es immer wieder geheißen hat, dieser müsse „nur wegen Matrei“ geändert werden.

Regionalausschussobmann Reinhard Tiefenbacher hat daraufhin die Sitzung verlassen und konnte trotz Ersuchen mehrerer Aufsichtsräte nicht dazu bewogen werden, am weiteren Sitzungsverlauf teilzunehmen. Der Antrag des Lienzer Regionalausschussmitgliedes Mag. Martin Bergerweiß „auf Abwahl des Vorstandes und Auflösung des Aufsichtsrates“, wurde von allen übrigen AR-Mitgliedern als „nicht konstruktiv“ erachtet und hätte nach mehreren Wortmeldungen „nur einen Scherbenhaufen und Chaos ohne entsprechende Handlungsfähigkeit des TVB über einen längeren Zeitraum hin“ hinterlassen. Die Abstimmung über eine nachträgliche Aufnahme dieses Antrages in die Tagesordnung erhielt wohl auch deshalb nur eine Stimme, nämlich seine eigene. „Logische Konsequenz“ war es, selbst zurückzutreten. Die „Problemlösungskompetenz“ des Aufsichtsrates dürfte darunter aber nicht leiden, rückt doch mit Werner Hamacher (heute früh bereits fix zugesagt) ein absoluter Tourismusprofi in den Aufsichtsrat nach. Dieser betreibt nicht nur erfolgreich das Sporthotel Defereggental in St. Veit sowie das Golfhotel und die Dolomitengolfanlage in Lavant sondern war auch selbst mehrere Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrates einer Teilregion.

Alle anderen AR-Beschlüsse erfolgten dann jeweils einstimmig und war der weitere Sitzungsverlauf unter Vorsitz von Werner Frömel sehr konstruktiv:

- Neue, stark vereinfachte „TVB-Satzung Osttirol“ auf Basis des Tiroler Tourismusgesetzes, also mit Regeln, wie bei allen anderen Tourismusverbänden in Tirol. Darin wurden – mit Ausnahme von Festlegungen betreffend die „Bedeckung bestehender Infrastrukturdarlehen und vertraglicher Verpflichtungen aus dem Budget der jeweiligen Teilregion“ bzw. die „Bedeckung zukünftiger Infrastrukturdarlehen und/oder vertraglicher Verpflichtungen“ durch „entsprechende, zweckgebundene Aufenthaltsabgabenerhöhung zur Gegenfinanzierung im Vorhinein“ - keinerlei Regularien für die Mittelverwendung getroffen: Darüber entscheidet somit zukünftig alleine der Aufsichtsrat! Umgesetzt werden in diesem Zusammenhang auch der, von LH Günther Platter geforderte Marketing- und Infrastrukturplan sowie die, bereits vom Vorstand eingeleiteten Personal- und Verwaltungskosteneinsparungen; alles Punkte, die nunmehr endlich umgesetzt und nicht mehr „mittels Fusionsvertrag“ von einzelnen Regionen blockiert werden können. Im Zuge dieses Regelwerkes wurde auch beschlossen, dass der neue Finanzcontroller Mag. Bernhard Dobernik „dem Aufsichtsrat“ für die Budgeteinhaltung und -kontrolle verantwortlich ist. Er wird aber zuerst für den Vorstand entsprechende, verbandseinheitliche Unterlagen zu erarbeiten haben (u.a. Übernahme der gesamten Buchhaltung durch den Zentralverband), wobei der Vorstand wiederum alle dafür notwendigen Informationen liefern muss. - Antrag an den privaten „Tourismusverein Lienzer Dolomiten“ auf umgehende Rückabwicklung des Aktienpaketes an der Lienzer Bergbahnen AG (der Vorstand wurde zu entsprechenden Verhandlungen beauftragt) sowie bereits einstimmiger „Rückannahmebeschluss“ im AR, mit Stimmrechten über Aktien im TVB künftig „nur bei gewählten Vertretern aus der Teilregion Lienz“ (in Vorstand und Aufsichtsrat). Dr. Gerhard Föger hat dazu bereits der Kleinen Zeitung mitgeteilt, dass er sich weitere aufsichtsbehördliche Genehmigungen für neue TVB-Beiträge an die Lienzer Bergbahnen (beantragte Darlehensauf- bzw. Haftungsübernahmen) nach Abschluss dieses Vorganges vorstellen könne.

Auch alle weiteren Beschlüsse wurden einstimmig getroffen, wie z.B. - ein Beitrag für die Junioren-Biathlon-WM in Obertilliach oder - eine Verlängerung des Pachtvertrages für den Flugplatz „Lienz-Nikolsdorf“ auf drei Jahre durch den TVB, wobei dieser zukünftig nur Pächter und Halter des Flugplatzes sein sollte: Ein entsprechender Betreibervertrag wird entweder mit dem Planungsverband Lienzer Talboden, einer neu zu gründenen Betriebsgesellschaft oder diversen Flugvereinen abgeschlossen.

Der Beschluss über den Budgetplan 2012 erfolgte schließlich – über Antrag von AR-Vorsitzendem Werner Frömel – auf Basis des „Lienzer-Talboden-Vorschlages“, womit der Auszug von Reinhard Tiefenbacher nach Ansicht einiger AR-Mitglieder nicht notwendig gewesen wäre. (Der Vorstand/Obmann wurde beauftragt, auf Basis des „Lienz-Vorschlages“ einen Budgetentwurf dem Aufsichtsrat rechtzeitig vorzulegen.

Aus einhelliger Sicht des Aufsichtsrates war (zum jetzigen Zeitpunkt) auch keine Erhöhung von Aufenthaltsabgaben notwendig, da 2011 deutlich höhere Pflichtbeiträge in die Kassen des TVB Osttirol fließen werden, wie budgetiert (kolportiert werden 1 Mio. Euro…)

Man kann somit durchaus von einer konstruktiven AR-Sitzung sprechen, welche einen „Neustart“ des TVB Osttirol ermöglichen sollte.

hoidanoi vor 6 Jahren

Prolonging the tragic - Antragslegitimation ist schon eine Vorraussetzung für legitime Anträge - Aber wenn der Oberste Überprüfer solcher Vorgänge selbst so aus der Reihe tanzt, warum soll dann überhaupt gesetzeskonform vorgegangen werden - eh schon egal. Bergeweiß bewies Rückgrat, was ihm hoch anzurechnen ist. Den Saal zu verlassen ist auch eine Form des Protests - wenn auch zahnlos und ähnlich wie das Vorgehen des ARs in der Vergangenheit konsequenzenlos. Wie in der Kleinen Zeitung zu lesen, bekommt Franz Theurl mehr Handlungsspielraum - ein interessanter Vorgang, der guter Kontrolle bedarf. Franz Engagement ist groß, er verteilt gerne und oft, bis nichts mehr übrig ist für die eigentlichen Aufgaben. Ihn dabei im Auge zu behalten, Budgetdiszplin einzufordern, den Verband zu sanieren, wird die gesteigerte Aufmerksamkeit eines Gremiums bedürfen, das bis jetzt nicht den Eindruck vermittelte, als ob es irgendeiner Aufgabe gewachsen sei.