Baugenehmigung für das M99 verzögert sich

Bürgermeisterin Blanik macht Bauausschuss dafür verantwortlich.

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik würde „binnen fünf Tagen einen Sondergemeinderat ansetzen“, um den Bebauungsplan für das M99 alias Kaufhaus Lienz dem Stadtparlament vorzulegen. Eingereicht sind die Pläne noch nicht, weil der Bauausschuss der Stadt vom Projektanten Hobag AG noch einige Hausaufgaben einfordert.

Den Eindruck, die Hobag AG verzögere bewusst den Baubeginn, wollte Blanik nicht bestätigen, eher stünde der Ausschuss unter Obmann Stephan Tagger (VP) auf der Bremse. Bei der Baugenehmigung für das Grandhotel sei man weit weniger penibel vorgegangen, erklärt die Bürgermeisterin.

Sie gerate dadurch in eine „Doppelmühle“, weil die Bevölkerung endlich den Schutthaufen beseitigt sehen will, die Hobag AG aber erst aktiv werden will, wenn der Bebauungsplan den Gemeinderat passiert hat. Erst dann soll der Bauzaun mit Transparenten behängt werden, die das neue Projekt zeigen und die Schutthalden verdecken.

Für die turnusmäßige Sitzung des Lienzer Gemeinderates am  4. Oktober ist der Zug schon abgefahren. Ob eine Sondersitzung das Großprojekt zum Thema haben, wird sich zeigen.

Bauausschuss-Obmann Tagger weist die Vorwürfe zurück: „Wir arbeiten den Betreibern zu, aber das ist kein Einfamilienhaus. Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Stadt.“ Knackpunkt ist offenbar der Verkehr. Hier fordert die zuständige Abteilung des Landes von der Hobag AG eine Planungsvariante für Zu- und Abfahrten in die Tiefgarage, die eine spätere Untertunnelung der B100 nicht gefährdet. Diese Lösung für den Stau durch Lienz steht noch immer im Raum.

Warum der hässliche Bauschutt nicht längst beseitigt ist, erklärt die Bürgermeisterin stellvertretend für den Bauträger. Das Material werde zu einer Rampe aufgeschüttet, wenn der Abriss des Turmes beginnt. Und der verzögere sich, weil dafür die Bundesstraße verlegt werden muss, was erst Sinn mache, wenn eine Baugenehmigung vorliegt.

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

5 Postings bisher
seppl17 vor 6 Jahren

Also der Bundesstrasse die Schuld der Abrissberzögerung zu geben kann ich nicht nachvollziehen - für jede schei.. Sportveranstaltung ist es möglich die Bundesstraße Stundenweise zu sperren, da wird's doch möglich sein dies auch für die Abrissarbeiten zu tun.

hallo vor 6 Jahren

im Übrigen haben von Blanik bis Tagger alle nur das Interesse der LienzerInnen zu vertreten. Ob ein Investor sich verspekuliert, ist nicht das Problem der PolitikerInnen, wobei ich Blanik schon versteh´, da sie ja maßgeblich beim Einfädeln mit den Südtirolern dabei war. Aber eben in der Vergangenheit. Jetzt ist sie - und das ist gut so - Bürgermeisterin und muss durchgreifen. Also: Kran und Profis her, die die alten Mauern weg räumen und nicht mit Micky Maus-Rampen versuchen ein Gebäude mit über 20 Metern abzureisen. Und dass man dazu auch noch die Bundesstrasse braucht ist wohl nur ein Druckmittel, dass der Bebauungsplan schneller durchgedrückt werden soll. Bei dieser Fläche neben der alten Mühle ist sicher genug Platz für Bagger, Kran und LKWs. Die Größe ist wahrlich kein Einfamilienhaus und deshalb finde ich es schon sehr verwundernswert, wenn man in fünf Tagen das Projekt durchboxen will und kann. Das mit der Tiroler Bauordnung finde ich sehr interessant. Wenn das wirklich so ist, dann aber rasch Frau Bürgermeister und Herr Stadtbaumeister! Vielleicht kann auch die dolomitenstadt-redaktion einmal recherchieren, warum man die Strasse für den Abbruch braucht, wie weit das Verkehrskonzept ist und hinterleuchten, was die Tiroler Bauordnung sagt und Frau Bürgermeister damit konfrontieren. Es steht immer nur geschrieben, was wer sagt. Ob´s auch wirklich stimmt, damit beschäftigt sich niemand.

nanny vor 6 Jahren

Na das fehlt noch, dass wir Lienzer zum Gespött für unsere Randgemeinden werden :-) Aber im Ernst: mir ist nicht klar, warum Frau BM Blanik als oberste Baubehörde nicht das Wegräumen des Schuttes einfach anordnet "wenn der Baubetreiber säumig ist". Das hat ja mit der Neubebauung nichts zu tun, der Schutt muss doch auf jeden Fall weg. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass es dafür in der Tiroler Bauordnung einen entsprechenden Paragraphen gibt (ich glaube § 44, Abs.6, wenn ich mich recht erinnere) wenn der Baubetreiber säumig ist. Also weg mit dem "Glumpert".

ManD vor 6 Jahren

Bitte liebe Lienznerinnen und Lienzner - lasst euch Zeit und seht einfach zu wie das in der Debant funktioniert :)

dolo vor 6 Jahren

tagger´s steg über die isel ist eine augenweide. der seit monaten herumliegende bauschutt weniger. aber für eine touristisch höchst entwickelte stadt scheint dies seit monaten keine rolle zu spielen... weiter so liebe lienzer politiker, das vertrauen in euch steigt mit jeder verstrichenen sekunde