Steve House und die Faszination des Extremen

Einer der besten Bergsteiger der Gegenwart besuchte Lienz.

Steve House, fotografiert von Martin Lugger vor dem "Bootshaus" an der Drau. Ein Interview mit dem Ausnahme-Bergsportler erscheint demnächst in unserem Lifestyle-Magazin "Dolomitenstadt", das Anfang Dezember in den Zeitschriftenhandel kommt.

US-Extrembergsteiger und Ausnahmealpinist Steve House hielt vor kurzem einen Vortrag in Lienz. Steve ist im Bergsport das, was Lance Armstrong, Haile Gebreselassie oder Ole Einar Bjørndalen in ihren Sportarten sind oder waren – ein Ausnahmekönner, einer für den es eigentlich eine eigene Liga geben müsste, der mit scheinbarer Leichtigkeit das schafft, woran andere, auch gute, sogar supergute Sportler scheitern.

Steve House hat mit seinem Freund Vince Anderson die Rupalwand des Nanga Parbat durchklettert. Wand ist ein Hilfsausdruck für diesen gigantischen Pfeiler aus Eis und Fels, das so ziemlich Schwerste und Gefährlichste, was ein Bergsteiger in Angriff nehmen kann. Der Einstieg befindet sich auf 3500 Metern, einer Höhe, in der die meisten unserer Berge schon zu Ende sind. Unglaubliche 4500 Meter kletterten House und Armstrong dann durch die Rupalwand auf den Gipfel des „nackten Berges“, der der neunthöchste der Welt ist.

Die beiden Freunde brauchten nur sechs Tage, um als winzige Zweierseilschaft ohne Träger, ohne Sauerstoffgerät, ohne Funkgerät und Fixseile auf dem schwiergsten aller Wege den Gipfel  zu erreichen.  Sie hatten kaum Wasser bei sich, Energieriegel, ein Zelt, einen Schlafsack und einen kleinen Ofen mit exakt soviel Brennstoff, dass sie nicht erfroren.  Niemand zuvor hatte die höchste Steilwand der Erde im Alpinstil bezwungen, House und Anderson bekamen dafür  2006 den „Piolet D‘Or“, den Goldenen Eispickel. Es ist der Oscar der Bergsteiger.

Interessant war der Vortrag auch deshalb, weil Steve House zu den Puristen des Bergsports zählt. Er nähert sich dem Berg mit Respekt und einem Minimum an Gerät und Aufwand. Nicht der Gipfelsieg um jeden Preis ist sein Credo, sondern das Erlebnis Berg an sich. Vielleicht ist der Amerikaner gerade deshalb einer der Größten seiner Zunft. Seine Erfahrungen beschreibt er in dem Buch „Beyond the Mountain“, das ein Bestseller wurde. Der Titel des Vortrags in Lienz: „Nanga Parbat und jenseits davon“.

Wir haben Steve House interviewt. Der Text, der viel von Steves bergsportlicher Philosophie vermittelt, erscheint in „Dolomitenstadt“, einem neuen Hochglanzmagazin, das Anfang Dezember in den Zeitschriftenhandel kommt.

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