„Cold Case“ in der Kristallwand

Leichenfund im Venedigergebiet bleibt weiterhin ungelöst.

Hier am Fuße der Kristallwand im Venedigergebiet wurden im August dieses Jahres menschliche Knochen gefunden. Noch gibt es keine Antworten.

Wer Fan der US-Serie „Cold Case“ ist, in welcher ungeklärte, zu den Akten gelegte Kriminalfälle wieder aufgerollt werden, der verfolgt seit dem 9. August dieses Jahres gespannt das Rätsel um den Fund menschlicher Knochen am Rande des Schlatenkees im Venedigergebiet bei Matrei.

Ein alter Bergschuh führte im Sommer am Fuße der Kristallwand auf 2.300 Metern Höhe zur Entdeckung von Oberschenkel-, Unterschenkel- und Hüftknochen. Bald schon erhärteten sich die Vermutungen, es handle sich um den seit 1957 vermissten Matreier Bergsteiger Josef Niederlintner, der damals bei dem Versuch, die Kristallwand gemeinsam mit zwei Kameraden zu erobern, verschwand.

Wie jetzt eine große Tiroler Tageszeitung berichtet, wurden die gerichtsmedizinischen Untersuchungen der sterblichen Überreste abgeschlossen. Die DNA-Analysen bestätigten die Vermutung, der Fall Niederlintner sei gelöst, allerdings nicht. Die ausgewerteten Proben der Gletscherleiche stimmen mit beiden überprüften Geschwistern des vermissten Matreiers demnach nicht überein. Sogar einer etwaigen Adoption wurde auf den Grund gegangen, konnte aber ausgeschlossen werden.

Josef Niederlintners Überreste bleiben also weiterhin verschollen, die Identität der gefundenen Leiche nach wie vor ein Mysterium. Denn bis auf Niederlintner liegen in diesem Gebiet keine Vermisstenmeldungen vor. Der Fall Niederlintner wie auch die Gletscherleiche bleiben weiterhin ein „Cold Case“ – ein ungelöster Altfall.

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