„Lama & Luner“ schreiben Kletter-Geschichte

David Lama und Peter „Luner“ Ortner bezwangen Kompressorroute des Cerro Torre.

David Lama und der Osttiroler Peter Ortner schafften die "freie Rotpunkt-Begehung" des Cerro Torre. Schon im Vorjahr begaben sich die Klettersportler gemeinsam in die Eiger Nordwand - siehe Foto. (Foto: Alpenraute)

„Ich kann es nicht glauben. Mehr als drei Jahre lang war ich von der Idee, die Kompressorroute am Cerro Torre frei zu klettern, getrieben. Und nun ist dieser Traum Wirklichkeit geworden!“ vermeldete der Weltklasse-Kletterer David Lama am 24. Jänner auf seiner Website. Gemeinsam mit dem Gaimberger Peter Ortner (vulgo „Luner) glückt ihm erstmals eine „freie Rotpunkt-Begehung“ – d.h. eine Besteigung, bei welcher lediglich die Felsstrukturen genutzt und die vorhandenen Haken rein zur Sicherung verwendet werden.

Der Cerro Torre ist aufgrund seiner steil aufragenden, glatten Granitwände und der extrem widrigen Wetterbedingungen nur sehr schwer zu besteigen und gilt daher unter Bergsteigern als einer der schwierigsten und zugleich schönsten Gipfel der Welt. Zahlreiche Mythen und Rätsel ranken sich um die Besteigungsgeschichte des Felsmassivs in Patagonien an der argentinisch-chilenischen Grenze inmitten eines bekannten Nationalparks. Die genannte „Kompressorroute“ wurde vom umstrittenen Erstbesteiger Cesare Maestri mit einem Kompressor und etwa 300 Bohrhaken über die Südwestflanke des Cerro Torre installiert. 1970 soll er als erster die „Headwall“, also die Gipfelwand unterhalb des Gipfeleispilzes, erreicht haben. Genau diese Route bewältigten Lama und Ortner jetzt allerdings „by fair means“, also fair den Regeln entsprechend ohne künstliche Hilfsmittel.

Am 19. Jänner startete das Duo in el Chalten und wanderte zum ersten Camp. Am Mittag des nächsten Tages schließlich stiegen sie in die Route ein. An Herausforderung mangelte es nicht, zumal kurz vorher einige Bohrhaken entfernt wurden und die Absicherung bescheiden ausfiel. Dennoch erreichten sie schließlich – teilweise der originalen Kompressorroute folgend – den Gipfel. Für die Begehung im Alpinstil benötigten Lama und Ortner von der Schulter des Berges aus 24 Stunden. „Für mich ist diese erste freie Begehung der Südostkante des Cerro Torre das Ende meines bislang wohl größten Abenteuers. Ganz besonders stolz bin ich darauf, die ganze Route ohne neue Bohrhaken frei geklettert zu sein. Ich habe viel gelernt in den letzten Jahren, und es war einfach großartig, in diesem fantastischen Gebirgszug zu klettern.“ ist Lama überglücklich. „Träume zu realisieren – es gibt nichts Besseres!“

Der Osttiroler Peter Ortner begleitete David Lama schon mehrmals auf seinen Bergtouren. Schon im Vorjahr erkundeten sie gemeinsam Patagonien, außerdem gelang ihnen 2011 die vermutlich erste Winterbegehung einer selten besuchten Route im Hochstadelmassiv auf den Hahnenkammturm. Im vergangenen Herbst wagten sich die Bergkameraden gar in die Eiger Nordwand.

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2 Postings bisher
Christof

Gut, daß es immer wieder Informanten aus der Leserschaft gibt! ;-)

wiederdahoame

Super Leistung zweier Ausnahmesportler. Ich durfte Lama vor vielen Jahren einmal beim Klettern in der Kletterhalle Innsbruck beobachten und war damals schon fasziniert. Es freut mich, dass Ihnen diese Gewaltstour geglückt ist.