Pargger stellt Hobag AG die Rute ins Fenster

Keine VP-Zustimmung zu Kaufhaus Lienz ohne Abrissgarantie.

VP-Vizebürgermeister Meinhard Pargger. Foto: Martin Lugger

„Ohne verbindliche Garantie für den Abriss der Ruinen und die Beseitigung des Bauschuttes auf dem Areal des geplanten Kaufhauses Lienz bis spätestens Ende Juni diesen Jahres wird die ÖVP keine Zustimmung zur Widmungsänderung und zum Bebauungsplan geben“, postuliert heute der Lienzer Vizebürgermeister Meinhard Pargger (ÖVP) in einer Presseaussendung. Diese Ankündigung hat Brisanz, weil am Dienstag, 31. Jänner eine Sondersitzung des Gemeinderates anberaumt ist, bei der das Großprojekt vorgestellt und abgesegnet werden soll.

An sich seien die Abrissmodalitäten seit einem Gespräch vor einigen Wochen klar, erklärt Pargger. Die Hobag AG habe den Abriss bis Ende Juni zugesagt und bei Nichteinhaltung dieses Termins 200.000 Euro Pönalezahlung an die Stadtgemeinde versprochen. Eine Bankgarantie für diese Summe war offenbar nicht zu bekommen, also wurde ein sogenannter „vollstreckbarer Notariatsakt“ als Absicherung dieser Zusage ausgehandelt.

Vereinfacht ausgedrückt könnte die Stadt mit diesem Papier – wenn die Hobag weder abreißt noch Geld überweist – ab 1. Juli 2012 eine Zwangsversteigerung der Liegenschaft anordnen, um sich auf diesem Weg die 200.000 Euro zu holen.

Das Grundstück ist aber bereits belastet. Mit dem Versteigerungserlös müssten also zum Beispiel auch noch Bankschulden zurückgezahlt werden. Um solche Bedenken zu zerstreuen, ließ die Hobag AG ein Gutachten erstellen, das beweisen soll, dass der Wert der Liegenschaft über den bestehenden Lasten liegt. Dabei wird von einem Quadratmeterpreis von 1400 Euro ausgegangen.

Für Pargger ein Fall von krassem Realitätsverlust: „Der Schätzwert ist weit überhöht und meilenweit von dem entfernt, was für Grundstücke in dieser Lage in Lienz tatsächlich zu erzielen ist.“ Die Stadt Lienz habe der Hobag AG um 700 Euro pro Quadratmeter ein Grundstück am Standort abgetreten. Auch von der zitierten Vereinbarung sei bislang nichts zu sehen: „Wie ich höre, ist die Hobag nicht Willens oder nicht in der Lage, den vereinbarten, vollstreckbaren Notariatsakt zu unterschreiben und die Unterlagen, im Sinne der von ihr selbst vorgeschlagenen Lösung vorzulegen“, erklärt Pargger.

Man verlange keine unlösbaren Garantien vom Investor, aber glaubhaftes Engagement. Ohne vertragliche Zusicherung des Abbruchs werde die ÖVP deshab eine neue Widmung und damit auch den Bebauungsplan ablehnen.

Mit 1400 Euro pro Quadratmeter schätzt die Hobag AG den Wert ihres Grundstückes. Foto: Brunner Images
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6 Postings bisher
Christof

@Kurt / Zitat:......enige Betroffene haben sie so gerührt, dass sie gleich alles abgesagt und sich auf die Suche nach einem besseren Standort gemacht hat.

---> damals war ja auch noch Wahlkampf, oder??? ;-)

Kurt

Schön dass die ÖVP hier ihre Mehrheit einsetzt und Druck auf den Abbruch macht, höchste Zeit. Konstruktive Zusammenarbeit für Lienz muß ja nicht hinter der Bürgermeisterin hertrotten heißen.

Herr Bachmann meint heute die Investition des M99 sei wie Gottes Segen. Eine wahrlich überhebliche Einschätzung.Weiters will er im Mai/Juni dieses Jahres mit dem Bau beginnen. Das ist undenkbar. Selbst wenn am Dienstag der Gemeinderat die Flächenwidmung beschließt kommen 5 Wochen Auflagefrist, dann muß über die Einsprüche noch einmal im GR geredet werden, dann wieder Auflagefrist, dann muß das Land erst die Widmung aufsichtsbehördlich genehmigen. Selbst wenn es schnell geht gibts frühestens im Spätsommer eine rechtskräftige Widmung.Dann kommt erst das Bauverfahren, da gibts auch ein paar Nachbarn die sich wehren werden mit Berufung etc. Alles in allem wird ein Baubeginn frühestens zum Jahresende 2012 möglich sein, realistischerweise eher im Frühjahr 2013. Das weiß Herr Bachmann natürlich. Warum er trotzdem öffentlich den Baubeginn schon diesen Sommer ankündigt ? Weil er dann an der Verzögerung den bösen Unternehmern und Nachbarn die Schuld geben kann die Einsprüche erheben, natürlich nicht der HOBAG. Aber wir haben ja Gott sei Dank eine Bürgermeisterin die schon beim Fernheizwerk gezeigt hat, dass sie ein Herz für Anrainer und deren Rechte hat. Wenige Betroffene haben sie so gerührt, dass sie gleich alles abgesagt und sich auf die Suche nach einem besseren Standort gemacht hat ( wo ist der eigentlich ? ). Da wird sie sicher die vielen Betroffenen Anrainer und deren Sorge vor Verkehr, Lärm, Staub und Geschäftesterben verstehen und in Schutz nehmen.Oder ?

der Professor

Vielleicht hätte die Stadtgemeinde nicht so vorschnell ihren Parkplatz verkaufen sollen, denn dann hätte man ja noch ein Druckmittel gehabt, dass vorher mal der Altbau verschwindet und dann erst der Grundstücksteil des Öffentlichen Gutes an die Hobag verkauft wird. Aber gut, 700,- € ist zumindest ein ordentlicher Preis, da habens eh gut verhandelt. Und das Gutachten, das von 1.400.- € spricht hat wohl ein Laie ausgefertigt, denn so einen Preis hat es wohl noch nie in Lienz gegeben, das sind ja die 700,- schon fast überteuert, aber die Hobag´ler dürften da nicht so den Durchblick haben, denn in Südtirol liegen die Preise wohl erheblich höher, doch wir sind hier in Osttirol, da ticken die Preise zum Glück noch anders! Ist also wohl kein Wunder, dass für den Abriss kein Geld mehr da ist, wenn man für den Grundkauf zusammengerechnet schon ein paar Milliönchen hingelegt hat, um ja alle Gebäude kaufen zu können. Aber vielleicht gibts ja doch noch einen gscheiten Investor wie Herrn Benkö, denn die Hobag müsste ja froh sein, wenn sie dieses Abenteuer zu einen guten Preis wieder abstoßen könnte..... Aber da sieht man halt wieder die italienische Mentalität. Denen ist´s fast egal, wie es in ihrer Landschaft aussieht, da stehen so einige Ruinen herum, das fängt ja schon bei den häßliche uralten Grenzgebäuden in Arnbach an. Also ihr Superinvestoren, räumts endlich euren Müll weg, wir sind hier in Österreich und wir Lienzer haben echt genug von eurem Mist, den ihr hier angerichtet habt!!!!!

bergfex

Wo liegt das Problem der Entfernung des Materials, das jetzt schon herum liegt ?

Welche Ausreden werden wieder gemacht. Wenn sich die Frau BM in ihrem Amt so eingesetzt hätte, wie vorher, als Hibler noch Bürgermeister war,wäre der ganze Schutt schon weg. Pargger will nur verhindern , dass alles wieder in die Länge gezogen wird. Von den Ausreden des Stadtmarktes ganz zu schweigen.

Grisu

...kann mir bitte jemand den Gutachter nennen, denn ich brauch eine solche Grundstücksbewertung für meinen nächsten Kredit...

hallo

UhUU! das hätte ich der ÖVP nicht zugetraut! da bin ich aber gespannt, wie am 31. die Wogen hoch gehen. freue mich schon auf die Kommentare am Mittwoch! Echt überraschend!