Leitstelle Osttirol ist Thema im Landtag

Platter, Steixner und Gschwenter unterschreiben Antrag von Köll und Blanik.

So sieht jemand aus, der zufrieden ist. Andreas Köll hat Platters Unterschrift. Fotos: Brunner Images

„Ich habe bereits 40 SMS bekommen, auch von den Rettungsleuten, alle sind zufrieden“, so kommentiert der Matreier Bürgermeister Andreas Köll den heutigen Verlauf der Landtagssitzung, bei der auch die Umstrukturierung der Rettungsleitstelle Lienz auf der Tagesordnung stand. Die Vorgeschichte enthält einiges an Brisanz. So standen ursprünglich zwei Anträge zum Thema auf der Tagesordnung.

Einer der FPÖ, eingebracht von Gerald Hauser, dem die komplette Opposition zustimmte, nicht aber die Regierungsfraktionen.  21 Stimmen reichten nicht für eine „Dringlichkeit“. Gerald Hauser enttäuscht: „Ich verstehe nicht, dass man im Landtag nicht bereit war, offen über die Zukunft der Bezirksleitstelle zu diskutieren und zu informieren.“ Er habe als erster den vollen Erhalt der Bezirksleitstelle gefordert.

Er hätte gerne offen diskutiert und das alte System komplett erhalten: Gerald Hauser.

Statt der offenen Diskussion gab's eine hinter verschlossenen Türen und schon vor der Sitzung. Spannender wäre nämlich der zweite Antrag gewesen, schon aufgrund seiner Unterzeichner. Andreas Köll und Elisabeth Blanik wollten gemeinsam durchsetzen, dass Osttirol zwar keine eigene Bezirksstelle, aber eine voll funktionsfähige Außenstelle der Leitstelle Tirol wird und weiterhin selbständig Einsätze im Süden des Alpenhauptkamms koordiniert.

Der zuständige Landesrat Steixner war noch einen Tag vor der Sitzung überraschend nach Lienz gereist, um diesen Antrag mit einem Kompromissangebot zu verhindern. Er schlug vor, anstelle der bisher von der Rettung betriebenen Notrufzentrale zwei fixe Vollzeitjobs der Leistelle Tirol in Lienz einzurichten. Diese Mitarbeiter sollten alle Aufgaben der Leitstelle je nach Tagesanforderung mitbetreuen, aber eben nicht in Innsbruck, sondern von Lienz aus.

Für Blanik und Köll war das noch nicht ganz ausreichend. Es sollte auch festgeschrieben werden, dass Oberkärnten von Lienz aus mitbetreut wird und die Osttiroler Disponenten maßgeblich mit der Koordination der Rettungseinsätze vor Ort betraut werden. Vor allem für die ÖVP hätte der geplante Antrag eine Zwickmühle bedeutet, weshalb man sich letztlich zu einem recht kreativen Ausweg entschloss.

Sie hat das Zugeständnis in der Hand. Elisabeth Blanik mit dem von drei Regierungsmitgliedern unterzeichneten Antrag, der aus Sicht seiner Verfasser damit zum Vertrag wurde.

Landeshauptmann Günther Platter, sein Stellvertreter Hannes Gschwentner und der zuständige Landesrat Anton Steixner setzten ihre Unterschriften unter den Blanik-Köll-Remler-Antrag, um damit sozusagen schriftlich zu bestätigen, dass die Regierung mit der Umsetzung der Wünsche einverstanden ist.

Allerdings wurden vorher noch einige Passagen händisch modifiziert, speziell das Ansinnen der Osttiroler, künftig als vollwertige „Ausfallsebene“ für ganz Tirol zu fungieren. „Das haben wir eingesehen, dass das nicht geht, da hätten wir zehn Leute gebraucht“, erklärt Köll im Telefonat mit dolomitenstadt.at.

Für alle, die das Thema brennend interessiert gibt's sowohl den Antrag als auch seine Begründung zum Download.

Antrag_modifiziert

Begruendung_Leitstelle_Lienz

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4 Postings bisher
senf vor 6 Jahren

Retungszentrale - Arbeitsplatzalternative: Ersatz 1: Geschäftsführer des Abwasserverbandes Lienzer Talboden (statt bisherigen, Bürgermeister Pfurner) Ersatz 2: Geschäftsführer des Abwasserverbandes Hohe Tauern (statt bisherigen, Bürgermeister Ruggenthaler) Ersatz 3: Geschäftsführer der Godried-Bergbagnen (statt bisherigen, Bürgermeister Köll) Ersatz 4: Obmann des Abwasserverbandes Hohe Tauern und Lienzer Talboden (statt bisherige Bürgermeister, Hopfgartner und Mitverdiener)

promi vor 6 Jahren

PS: vielleicht springt euch die Feuerwehr ein und nimmt euch die Zecken ab.

promi vor 6 Jahren

Jetzt ist es schnell ruhig geworden, gibt es vielleicht nichts zu Feiern? Die Rettungsverantwortlichen müssen jetzt wohl gute Mine zum bößen Spiel machen. Dass sie jetzt zwei Angestellte, deren Chef in Innsbruck sitzt womöglich im eigenen Haus sitzen haben, wird ihnen sicher nicht recht sein, da hätten sie es schon lieber selber gemacht oder auf diese Mitarbeit verzichtet und gleich alles der Leitstelle in Innsbruck überlassen. Unsere tüchtigen Politiker haben euch nicht richtig zugehört, die Defregger haben die Sache schon richtig durchschaut aber diesen Antrag zu unterstützen dazu reicht es bei aller Liebe noch nicht. Der einzige Gewinner scheint mir der bauernschlaue Steixner zu sein.

bergfex vor 6 Jahren

Da sieht man wieder wie schnell der schwarz/rote Haufen umfällt, auf Druck von oben. Dabei glauben sie, sie hätten etwas zum Sagen.

Wichtig sind denen nur die eigenen Pfründe.