Virgen als Vorbild bei Solarenergie

Gemeindeeigene Förderungen für Photovoltaikanlagen. Neue Anlagen in Planung.

Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler und Anton Wurnitsch vor einer Photovoltaikanlage am Kreuzweg in Virgen.

Die Gemeinde Virgen kann eine Solarquote bei thermischen Solaranlagen von zwei Quadratmetern pro Einwohner vorweisen und liegt damit im österreichischen Spitzenfeld. Beeindruckende Ergebnisse erreicht die Iseltaler Gemeinde aber auch bei stromerzeugenden Solaranlagen – den Photovoltaikanlagen. 15 kleine und mittlere Anlagen mit bis zu 5 kWp erzeugen bereits jetzt schon 64.000 kWh Strom auf 480 Quadratmetern pro Jahr.

Virgen unterstützt die Errichtung von Photovoltaikanlagen mit einer gemeindeeigenen Förderung. 8 weitere Anlagen sind schon in Planung: eine mittlere Anlage mit 32 Quadratmetern und 5.000 kWh Stromerzeugung, sechs größere Anlagen mit jeweils mehr als 5 kWp erzeugen künftig auf fast 600 Quadratmetern insgesamt 87.000 kWh Strom. Eine Großanlage auf 3.277 Quadratmetern und mit einer erwarteten Jahresleistung von 510.000 kWh ist ebenfalls in Planung.

Bei Realisierung dieser geplanten Photovoltaikanlagen mit etwa 630 kWpeak und 666.000 kWh Stromertrag im Jahr könnten die CO2-Einsparungen von derzeit etwa 25.000 to pro Jahr auf 330.000 to pro Jahr steigen, vermeldet die Gemeinde Virgen.

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16 Postings bisher
wolf_c vor 6 Jahren

Fotovoltaik schultert selbst jetzt im Winter an sonnigen Tagen mittags bereits ein Viertel der Stromleistung in Bayern. Fotovoltaikstrom ist heute schon teilweise billiger als der normale Haushaltsstrom und an vielen Tagen kostengünstiger als der Spitzenstrom an der Leipziger Strombörse. Das ist ein Grund, warum Fotovoltaik mittel- und langfristig ein Garant für stabile Strompreise ist.

So produziert zum Beispiel Fotovoltaik wertvollen Spitzenstrom, der heute durch teuere konventionelle Kraftwerke produziert werden muss. Umso mehr die Fotovoltaik Strom in der Spitzenbedarfszeit mittags produziert und anbietet, umso geringer werden diese Preisspitzen sein. Mehr Strom aus Fotovoltaik bedeutet also eine langfristige Stabilisierung der Kosten für die Stromversorgung in Deutschland", so Prof. Dr. Huber Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern. "Es ist eben nicht die Vergütung für Fotovoltaik, die die Strompreise belastet, sondern die einseitige Befreiung der großen Stromverbraucher von der EEG-Umlage", so Weiger.

http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?session=42f942054f319908_603117&a_no=24747

senf vor 6 Jahren

Den Virgern ist zu gratulieren, sie haben neben den Selbstbaugruppen des Osttiroler Oberlandes schon relativ früh mit Alternativenergien begonnen. Die Lorbeeren für die Initiativen erntet nun der BM - wir freuen uns trotzdem mit ihm ;-)

Im Verhältnis zum realen Energieverbrauch ist das natürlich respektabel, aber damit nicht erledigt. Trotz Energieknappheit und triste Aussichten wird das kostbre Gut "Energie" in allen Erscheinungsformen gerade jetzt in Unmengen verschleudert. Wer mit offenen Augen durchs Land zieht, dem wird mulmig. Riesengroße Glasflächen und Holzlattln auf würfelartigen Gebäudekomplexen scheinen das architektonische Wunder des 21. Jahrhunderts zu sein. Gleicher denn gleich - die einen wie die anderen. Den vermeintlich hochgebildeten Architekten fällt ja nichts mehr anderes ein, warum auch! Sie können sich ausleben und austoben ohne Verantwortung zu übernehmen, denn verantwortlich für diese Klötze über die nächsten 50 Jahre sind ja die Bauherren, die Anfangs in Ihrer Entscheidung ja völlig überfordert sind. Dorf- und Städteplaner müssten schon längst dazu übergehen, die Gebäude so auszuführen, dass sie energietechnisch möglichst günstig gebaut, gestaltet und auch ausgerichtet sind und wenn sie dazu selbst nicht in der Lage sind, dann muß sie halt der Gesetzgeber dazu zwingen (leider). Glastüren, die sich aus Bequemlichkeit der Kunden automatisch öffnen und den ganzen Tag offen bleiben, ununterbrochen laufende Abluft und Umluftanlagen (in Kauftempel, Gasthäusern oder öffentlichen Gebäuden -trotz heutigem Rauchverbot!) die kalte Luft in die Räume saugen und warme in den Himmel blasen sind bekannte Energieschleudern. Wie viele Kollektorflächen, wieviel Tonnen Heizöl liesen sich hier effektiver und sinnvoller einsetzen. Und auch hier müssten endlich Verantwortliche her, denn die Kassiererin im Kaufhaus kümmert das verständlicherweise eine Dreck.

Wie lange ist das noch leistbar? Das sind hier aus Platzgründen nur kleine Denkansätze.

holzwurm vor 6 Jahren

Eine gute Nachricht für alle die auf die Energiewende hoffen (das tun wir alle, außer die, die vom alten System leben und jene, die sich daran bereichern – zwei Gruppen die selten ident sind): Die Energiewende kommt – Virgen zeigt es uns vor. Auch wenn gerade Virgen momentan noch von den Geistern der alten Energielobby stark gebeutelt wird. Aber das geht vorbei, den Iselfrauen und allen anderen Iselschützern sei Dank! Nur den Schützen gebührt kein Dank, weil sie statt der Heimat nur ihre Trachten schützen und das Schützenfest und die Würstel und das Bier. Noch einmal Hermann Scheer: “alternative Energien gibt es genug, was uns fehlt ist die Zeit“

sonnenstadtler vor 6 Jahren

...der verbrauch (=komfort) wird in unseren regionen sicher nicht mehr so stark steigen, als dass er sich nicht mit mehr effizienz ausgleichen ließe; vom licht, der heizungspumpe bis zu größeren motoren, meist mit sparpotential (vde-stromsparpotential) von über 50% wird nicht angezapft werden, solange es leichter/billiger geht, einfach auf kosten der natur nachzuschieben - ohne nachzudenken, welche folgekosten wir unseren kindern überlassen! ...gehe davon aus, die tarife sind politisch festgesetzt, also von uns ;-) es soll in österreich ein bundesland geben, dass zumindest den strom schon rein erneuerbar bilanzieren kann und ein zweites, großes soll mit einem ehrgeizigen programm schon 2015!!! folgen :-) ...auch gibt es eine mittlerweile 7jahre alte studie die aufzeigt, dass im durchschnitt 50% des gesamten strombedarfes von ö allein auf gut geeigneten fassaden und dächern produziert werden könnte, in ländlichen gebieten sogar zu 100% - wage zu behaupten, dass es noch immer so ist, und viele kleine neue anwendungen, ohne eingriffe in die natur möglich sind, wenn der gedanke der dezentralen erzeugung platzgreifen wird. ...aus betriebswirtschaftlicher sicht irgendwo verständlich, dass schon in den anfängen einer solchen entwicklung sich die ansich bequemen energieverteiler querlegen (wenn es politisch "gedultet" wird), es war doch immer sooooo einfach zu rechnen und auf den baustellen ist eh schon wieder gras gewachsen, doch so ein "neues" netz mit einer sich wandelnden erzeugerstruktur zu betreiben soll eine interessante aufgabe für die zukunft sein, in deutschland kann man an dieser stelle sogar schon von entwicklungsdruck reden (neue mittelspannungsrichtlinie usw.), bin überzeugt, da entsteht echt neues know how; ...und was das wieder kosten wird??? ...na klar, den netzbau, die überlandleitungen kreuz und quer über die alpen, das abschalten der atommeiler usw. haben doch auch wir alle bezahlt, na wer sonst? ...desertec, seatec, alles hirngespinste von zentralisten, monopolisten, keine erfindung von umweltbewußten, gemeinwirtschaftlich denkenden köpfen mit sinn für kleinere strukturen, die dann gewiss auch stabiler wären. ...ich finde die momentane entwicklung von unten soooooooo spannend, einfach phantastisch, welche möglichkeiten sich neu ergeben und vorallem welcher politischer hebel da in bewegung kommen wird :-)

F_Z vor 6 Jahren

Also ausgehend davon, das der Energiebedarf weiterhin steigen wird, und das wir hoffentlich alte Kraftwerke die mit Kohle, Uran oder Gas laufen abschalten werden, werden wir sehr wohl neue Kraftwerke brauchen. Und jedes größere Kraftwerk - egal ob Wasser, Wind, oder Solar - bedeutet einen Eingriff in die Natur. Der Strom kommt eben nicht aus der Steckdose, sondern aus Kraftwerken - und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

Wenn Jemand behauptet das wir x% Energie einsparen können, dann muß er mir auch erklärten wie er das machen will. Wenn man z.B. die Diskussion zu den Smart Meter verfolgt, dann habe ich noch nicht verstanden, wie der Tausch eine Messeinrichtung eine Stromersparniss von über 3% bringen soll.

sonnenstadtler vor 6 Jahren

...nun ja, die entwicklung der pv und anderer alternativer energien (auch wasserkraft und die netze!!!) kostet geld, keine frage; deutschland hat es mit so vorkämpfern, -denkern, allen voran mit hermann scheer, geschafft in sachen pv weltmarkt und -technologieführer zu werden; ...hat es mit dem pv-strom in kürzester zeit geschafft, die spitzenpreise an der strombörse um die mittagszeit zu senken und damit spitzen-speicher-energie zu sparen, ...damit wohl auch atomstrom zu "sparen". ...alles tolle dinge, nur - das ist wohl nicht jedem recht, das muss uns allen klar sein; und was derzeit in deuschland auf höchster ebene passiert, hat nicht mehr viel mit dem zu tun, was es brauchen würde um die an sich realistischen ziele (2030 und so) zu erreichen. ...dass es ganz gewiss nicht in dieser dynamik weiter geht (neben anderer ee, allein pv-zubau 2012 mittlerweile schon wieder 2GWp = 20zig fache jahreszubau in Ö!!!) wird die bremse eingelegt. ...bevor die förderung nicht mehr notwenig wäre, also vor erreichung der netzparität (prognose war 2015) wird richtig wirbel ...sicherlich nicht, weil deutschland die mittlerweile hunderttausenden arbeitsplätze im bereich erneuerbare energie nicht brauchen würde. . mit energie sorgsamer umgehen, erneuerbare energien auf voller breite solide und schonungsvoll weiter bauen - die netze müssen und werden es schaffen, den wandel von der zentralen versorgung hin zu einer dezentralen - es gibt keinen ausweg, keine ee kann es alleine nur die schmutzigen müssen weg und das eher schneller . mit diesem ziel vor augen sollte auch die "alte energiewirtschaft" und deren verstrickten machenschaften in der politik zu arbeiten beginnen ... @F_Z: ...und das werden sie schneller tun, wenn wir selber uns den wandel vorstellen können und konsequenter danach verlangen; das potential ist klar und ausreichend vorhanden und wir brauchen kein zusätzliches kraftwerk das natur verbraucht, die "welt" braucht es nicht! .

holzwurm vor 6 Jahren

@F_Z hat recht, mit Solarenergie allein wird das nicht zu bewerkstelligen sein. Das betonte auch immer der zitierte Energiepapst Hermann Scheer. Es geht um das richtige Zusammenspiel aller alternativen Energieformen (Sonne, Wind und Wasser). Wobei Megaanlagen wie Desertec und die Verbauung der von der Politik verhinderten Natura 2000-Gebiete, wie Isel, nicht Bestandteil der Planung sein können. Vielmehr wird der Schlüssel im Engagement des Einzelnen und in der Reduktion des Energieverbrauches liegen. Und die großen Energieverbraucher von F_Z eignen sich perfekt zum Abbau von Wind- und Solarspitzen (siehe Financial Times DE) – sie müssen nur richtig gesteuert werden.

F_Z vor 6 Jahren

Ich denke, es wäre technisch möglich Europa bis 2030 komplett mit erneuerbaren Energien zu versorgen - aber rein finanziell betrachtet wird das nicht passieren. Aber wenn man in diese, richtige Richtung arbeiten will, dann wird man neben Solaranlagen auch die Wasserkraft und die Windkraft massiv ausbauen müssen - und bei letzten beiden ist ja das Motto "Ja, Wasser- und Windkraft ist super, aber hier bei mir will ich das nicht haben" weit verbreitet.

Hier noch zwei Vergleiche zu den geplanten Solaranlagen die vielleicht etwas zum Nachdenken anregen:

Wenn man die Daten der geplanten Großanlage (3.277m², 510.000 kWh pro Jahr) mit den Daten des Kraftwerk Strassen-Amlach (219 GWh pro Jahr) vergleicht, dann müßte man über 140ha Solarfläche bauen um denselben Jahresertrag wie letzteres zu erhalten.

Mit dem Jahresertrag aus allen im Artikel genannten Solaranlagen (666.000 kWh) könnte man den größten (mir bekannten) Einzelstromverbraucher in Osttirol nicht mal eine Woche (durchgehend) betreiben. Und ich rede hier nicht von einer Firma, sondern von einer Maschine.

Ich Hoffe ich hab mich nicht verrechnet -.-

holzwurm vor 6 Jahren

Es wäre wünschenswert, wenn bei diesen Diskussionen die Visionen eines Hermann Scheer Platz hätten. In seinem leider letzten Buch („Der energethische Imperativ – 100% jetzt: Wie der vollständige Wechsel zu erneuerbaren Energien zu realisieren ist“) ist er davon überzeugt, dass Deutschland und Europa bis 2030 zu 100 % erneuerbar werden können, wenn die politischen Weichen richtig gestellt werden. Das heißt, wenn sich die Politik nicht mehr länger von der alten Energiewirtschaft an der Nase herumführen lässt. Scheer: „Die Gewinner des Wechsels werden die Weltzivilisation insgesamt und ihre Gesellschaften und Volkswirtschaften sein.“

F_Z vor 6 Jahren

das wäre natürlich der Idealfall, aber zur Zeit ist die Solartechnik nicht so weit das das realistisch wäre - dafür sind die Photovoltaikanlagen zu ineffizient und zu unwirtschaftlich.

Die jetzigen Anlagen leben von den Förderungen. Wenn wolf_c sagt, das eine Anlage nach 7 Jahren abbezahlt ist, und man die nächsten 25 Jahre Geld damit verdienen kann, dann heißt das doch nur, das, wer sich eine eine Anlage leisten kann, von allen anderen subventioniert wird - damit er mit der Anlage Geld verdienen kann und das 32 Jahre lang

sonnenstadtler vor 6 Jahren

@F_Z: ...wenn i des plätschern in der radio-tirol-werbung höre und den text no dazu, dann schaltet sich bei mir glei so a "akustik filter" dazu und i hör plötzlich so a rauschen, wie wenn es a kühlturm neben an atommeiler wär; wie kann i des wegbringen??? ...oder hat bei der aufnahme doch schon so viel wind geweht, der jedoch in der benötigten menge leider wieder zusätzliche überlandleitungen mit sich bringt; ... also wär für die alpenrepublick eine flächigere aufteilung - mit sonnenenergie (viel)leicht möglich - grundsätzlich schon begrüßens- und förderns-wert, um noch schonungsvoller das zu erreichen, was max24 meint, oder ;-)

max24 vor 6 Jahren

@ F_Z Ja, mit genügend Sonnenstrom wird Wasser,statt des importierten Atomstroms,in unsere bestehenden Speicher gepumpt,um dann wirklich umweltfreundlichen Spitzenstrom zu gewinnen. Eigentlich logisch, ODER ??

F_Z vor 6 Jahren

vielen Dank für den sachlichen Beitrag *Ironie aus*

für den Fall das du nicht weißt was "Spitzenstrom" ist, schlag es bitte im Wiki nach

holzwurm vor 6 Jahren

“F_Z“ klingt wie “Fanatischer Zubetonierer“… …und Atomstrom ist das Billigste …und überhaupt, die Erde ist eine Scheibe, gell

F_Z vor 6 Jahren

Also "Spitzenstrom" ist das mal ganz sicher nicht - ganz im Gegenteil; und wenn er wirtschaftlich wäre, dann müßte man ihn auch nicht fördern....

wolf_c vor 6 Jahren

Das ist schön, wunderbar, Spitzenstrom vom feinsten. Ich freue mich sehr über diese Nachricht. Virgen als Vorbild für alle Nucklergemeinden des Bezirks. Die Anlagen rechnen sich ja mittlerweile schon nach 7 Jahren bei Direktzahlung. Danach wird Geld verdient für die nächsten 25Jahre. Und ein gutes Gewissen gibt es als Benefit gratis dazu!

Dafür sollen sie meinen Fluß in Ruhe lassen, es ist doch so was von altmodisch, Löcher in die Berge zu bohren und Wasser zu verrohren. Dies tut doch jeder menschlichen (und auch tierischen) Seele weh, es müssen einfach die Alternativen genützt werden, vor allem wenn sie ohnehin wirtschaftlicher sind ...