Thomas Reider bei Diagonale ausgezeichnet

Gebürtiger Osttiroler Drehbuchautor gewinnt Thomas Pluch-Würdigungspreis für Stillleben.

Das erfolgreiche Autorenteam Thomas Reider (rechts) und Sebastian Meise bei der Preisverleihung. (Foto: Stelzl)

Sebastian Meises „Stillleben“ hat bei der Diagonale-Preisverleihung in Graz den großen Spielfilm-Preis sowie den Preis für die Bildgestaltung und das Kostümbild gewonnen. „Stillleben“ beleuchtet Tabuthemen wie Pädophilie und Inzest und den Umgang mit der Schuld in der Familie. Für das Drehbuch verantwortlich zeigt sich neben Sebastian Meise auch der gebürtige Osttiroler Thomas Reider. Im Rahmen der Diagonale 2012 wurde dem Autorenteam für das Drehbuch der Thomas Pluch-Würdigungspreis überreicht.

„Eine Familie sieht sich mit der pädophilen Neigung ihres Vaters und Ehemannes konfrontiert, die sein Geheimnis war und nie zu einer Tat geführt hat. Innerhalb dieses schwierigen Themas konzentrieren sich die beiden Autoren auf die Fragen, wie lässt sich mit einer solchen Neigung umgehen, die noch keine Tat ist und wo beginnt die Schuld (…). Die Erzählung liegt im Verzicht auf das Spektakuläre und wird im Alltäglichen, im Rahmen familiärer Routinen verhandelt (…). Den Autoren gelingt es mit der Figur des Vaters, was nicht leicht zu schaffen ist: aus einer erdenklich schwierigen Ausgangsposition – der eines sich gedanklich an seiner Tochter vergehenden Vaters – zeichnen sie behutsam und klug eine Figur, die zu berühren vermag“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Thomas Reider, geboren 1980 in Lienz, wuchs in Osttirol auf und studierte Buch und Dramaturgie an der Filmakademie Wien. Reider schrieb und inszenierte das Drehbuch zum Fernsehfilm Zorn der ORF-Reihe Die sieben Todsünden, war Co-Regisseur und Drehbuchautor des Kurzfilms Prises de Vues, schrieb Drehbücher für die Fernsehserie Tschuschen:Power, sowie für die Kurzfilme Dämonen und Random. Sein erstes verfilmtes Kino-Spielfilm-Drehbuch Stillleben wurde 2011 auf dem internationalen Filmfestival San Sebastian uraufgeführt und hatte auf der Viennale 2011 seine Österreichpremiere.

Der Trailer zum Film:

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