Lienz bilanziert neuerlich mit Überschuss

Trotz hoher Landesabgaben blieb der Haushalt 2011 im Lot. 

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik leitet "einen gut geführten Betrieb". Fotos: Brunner Images.

„Die Stadt Lienz ist ein gut geführter Betrieb.“ Mit diesen Worten resümierte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik den Rechnungsabschluss 2011, für den der Gemeinderat am 27. März einstimmig die Entlastung erteilte. Bei einem Haushaltsvolumen von fast 37 Mio Euro bilanzierte die Gemeinde Lienz 2011 mit einem Plus von rund 830.000 Euro (nach zwei Millionen im Jahr 2010), das großteils im ordentlichen Haushalt erwirtschaftet wurde.

Die Rücklagen wurden um knapp 1,5 Mio Euro auf mehr als 6,6 Mio Euro aufgestockt. Aus diesem Topf sind bereits 2,5 Mio Euro fix für die Erneuerung des Hallenbades reserviert.

Nach 2010 schaffte Lienz auch im abgelaufenen Jahr mehr als fünf Millionen Euro an Kommunalsteuereinnahmen. Zugleich freut sich Stadtkämmerer Peter Blasisker über ein Ansteigen der sogenannten „Ertragsanteile“. Diese Summe fließt aus dem Finanzausgleich an die Kommune zurück und stieg um 691.000 Euro auf knapp 10,7 Mio Euro an.

Stadtkämmerer Peter Blasisker beim Dankgebet – mehr Steuereinnahmen und höhere Ertragsanteile sorgen trotz enormer Transferzahlungen für ein Plus in seinen Büchern.

Wie schon in den vergangenen Jahren reißen aber vor allem die Sozialausgaben ein gewaltiges Loch in die Stadtkasse und hier speziell jene Beiträge, die an das Land Tirol abgeliefert werden müssen. Um rund eine Million Euro stieg diese Summe in nur einem Jahr. Dazu meinte Vizebürgermeister Meinhard Pargger (VP) in der Diskusssion: „Es klingt immer gut, wenn das Land uns Förderungen gibt. Wir zahlen einen beträchtlichen Teil dieser Summen aber selbst zurück“.

Klicken Sie auf die Grafik, um sie zu vergrößern.

Rund 9,2 Mio Euro Schulden hatte die Stadt Lienz zum Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses, die Pro-Kopf-Verschuldung der rund 12000 Einwohner beträgt damit 767 Euro und sank leicht gegenüber 2010.

Das Nettoergebnis, also der Überschuss aus der laufenden Gebarung sank von 2.624.298 (2010) auf 2.092.823 Euro im Jahr 2011, der Verschuldungsgrad stieg von 36,4 auf knapp 42% und liegt damit im Mittelfeld.

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1 Posting bisher
hubert vor 6 Jahren

Wie macht das der Peter Blasisker, werden sich viele FinanzverwalterInnen der Osttiroler Gemeinde fragen. Die Gemeinde St.Veit ist schon Pleite, wie die Kleine berichtet. Wenn man den Bericht des Gerhard Pirkner genau liest, kann man feststellen, dass der Überschuss der Stadtgemeinde ohne die Rücklagenbildung um einiges höher wäre. Jetzt wird die Stadtgemeinde zur Finanzierung des neuen Hallenbades wohl auf den Beitrag der Gemeinde St. Veit verzichten können, eventuell geht sich noch eine Spende für diese arme Kommune aus. Oder sie leihen sich den Peter Blasisker aus, der dann die Finanzen wieder in Ordnung bringt. Nur, wo halt nix is, kann halt auch nix werden, vermute ich mal!