Venediger-Unglück lässt viele Fragen offen

Flugunternehmer Roy Knaus sucht nach Antworten.

Flugunternehmer Roy Knaus sucht nach einer Erklärung für das tödliche Unglück. Fotos: Expa/Groder

Flugbetreiber Roy Knaus stellte sich am Sonntag, 29. April, bezüglich der

Hubschraubertragödie am Großvenediger den Fragen der Medien. Knaus bedauerte dabei den tragischen Unfall, bei dem Alpinpolizist Franz Franzeskon (52) tödlich, und die beiden Bergretter Matthias Berger und Konrad Steiner schwer verletzt wurden.

Er hat viele Leben gerettet und zuletzt sein eigenes dabei verloren. Nicht nur im Iseltal herrscht tiefe Trauer über den tragischen Tod des Bergretters Franz Franzeskon.

Zum Unfallhergang erläuterte Knaus, dass sein Pilot, ein sehr erfahrener Mann mit rund 2.500 Flugstunden, beim Anflug auf die Gletscherspalte von einer plötzlich auftretenden Nebelwand überrascht worden ist. „Da das Team am Seil zuvor den Piloten instruierte, dass man sich rund fünf Meter über dem Boden befinde, hat sich der Pilot aufgrund der schwierigen Verhältnisse dazu entschlossen, dass Team am Seil zu klinken um einen Unfall zu verhindern“, beschrieb Knaus. Die Folgen waren jedoch fatal, da die drei Einsatzkräfte aufeinander fielen.

Was das Ganze zusätzlich brisant macht, ist die Tatsache, dass im Vorfeld gleich mehrere Fehler passiert sind. So räumte Knaus ein, dass Franzeskon als Flugretter eines anderen Flugrettungsunternehmens gar nicht als Flugretter hätte mitfliegen dürfen. „Bei Tauflügen darf man bei Flugrettern die dem Piloten Kommandos erteilen nur auf firmeneigenes Personal zurückgreifen“, so der Unternehmer.

Aufgrund einer Verwechslung ließ man ihn dennoch in dieser Funktion aufsteigen. „Der Pilot hat Franzeskon, wegen des gleichen Vornamens, mit dem Matreier Polizisten und Flugretter von Heli-Tirol, Franz Riepler verwechselt“, erklärte Roy Knaus.

Seltsam mutet dabei jedoch an, dass eben genau jener Franz Riepler, gemeinsam mit Einsatzleiter Markus Bstieler, bereits zwei Flüge zuvor auf den Gletscher hinauf geflogen wurde. Dabei machten sich sowohl Bstieler als auch Riepler direkt vor dem Hubschrauber, und somit genau im Blickfeld des Piloten, abflugbereit. Riepler trug keinen Helm, sondern eine Mütze und war somit durchaus zu erkennen.

Weiters überreichte ein Crew-Mitglied von Heli-Tirol dem später Verunglückten einen Helm samt Flugfunk, damit dieser den Piloten unterweisen könne. Spätestens diesem hätte auffallen müssen, dass es sich um kein firmeneigenes Crew-Mitglied handelte.

Wen letztlich die Schuld an dem tragischen Unglück trifft, will Knaus so kurz nach dem tragischen Vorfall nicht beurteilen. Man müsse vor allem abklären, warum man diese drei Leute habe rauffliegen müssen. „Warum ist Stress und Druck entstanden, diese drei Leute hinaufzufliegen?“ so Knaus.

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6 Postings bisher
Heliservice vor 5 Jahren

bitte bitte bitte…..bleiben wir bei der Wahrheit…..und versuchen wir aufzuklären was falsch gelaufen ist mein Beileid an die Trauerfamilie

Detektor vor 5 Jahren

>> wolfgang:

ganz richtig, Wolfgang! Oder dürfen "Falsche" von der Fa. Knaus aus jeder Höhe unbedenklich abgeworfen werden?

Karottenhase vor 5 Jahren

Wobei wieder mal klar wird, daß ein Knauspilot den Abstand des Seiles vom Grund nicht weiß. Drum hat auch der Pilot beim Seilbahnunglück von Sölden den Betonkübel nicht geklinkt, sondern ist mit de Kübel am Seil hängend in dasSeilbahnseil gekracht. Und dann hat er erst geklinkt. Das war damals nach Knaus Angaben auch ein "erfahrener" Pilot. Daß er dabei nicht die Wahrheit sagte, wurde aus dem in den Gerichtsakten befindlichen Flugbuch des Piloten offenbar. Der damalige"erfahrene" Pilot hatte nur 450 Flugstunden, war erst seit 6 Wochen im Besitz der Erlaubnis (der Austrokontroll) mitAußenlast am Seil zu fliegen. Vor dem Seilbahnunglück umfaßte die gesamte Erfahrung mit Außenlasten genau eine Flug mit 20 Minuten Flugdauer: eine verendete Kuh von der Alm ins Tal zu fliegen. Und so ein Pilot mit Null Erfahrung wird von Knaus in den Medien als "erfahrener" Pilot bezeichnet. Alles klar? Entweder ist es ein Eisenspan im Schalter für den Hacken (wasmacht ein eisenspan in einem Schalter, dessen Kontakte aus Silber sind?). Jetzt wares eine Namensverwechslung. Wieviele Franz gibt es in Österreich? Und die kann man alle verwechseln? Selbst wenn sie 5 Meter vor dem Heli stehen, die Mütze abnehen und den Helm aufsetzen. War anscheinend schon beim Start soviel Nebel, daß derPilot keine 5 Meter weit sehen konnte.

Der Burschi (Spitzname von Knaus junior) war noch nie um eine Ausrede verlegen

wolfgang vor 5 Jahren

bitte bitte bitte.....bleiben wir bei der Wahrheit.....und versuchen wir aufzuklären was falsch gelaufen ist und nicht dass jemand "Falscher" am Seil gehangen ist??????!!!!!!

hubert vor 5 Jahren

... noch dazu, wo der Mann in der Gletscherspalte zu 99,9 % bereits nicht mehr am Leben war. Wie bleibt da die Sicherheit für die Einsatzleute, einen Toten aus dem Eis schneiden! Wer ist für diesen Einsatz verantwortlich?

mathilde1711 vor 5 Jahren

...tragisch...

wenn ich das aber nur höre: Franz Franzeskon hätte nicht am Seil hängen dürfen. Was wollte er bloß dort oben am Großvenediger!? Natürlich HELFEN!!!!

Und wenn nicht der Alpinpolizist Franz Franzeskon am Seil gehängt wäre, wäre ein anderer am Seil gehangen und auch dieser wäre jetzt tot.

Schrecklich