Wird die Isel Natura 2000-Gebiet?

Laut EU-Kommission scheint Nachmeldung „erforderlich“.

Der Umweltdachverband jubelt: „In einem offiziellen Schreiben hat die Europäische Kommission nun rechtzeitig vor den BürgerInnenbefragungen im Virgental bestätigt, was Umweltdachverband, Alpenverein und etliche andere Organisationen und Initiativen seit Jahren behaupten: Die Isel wird Natura 2000-Gebiet“, erklärt Präsident Gerhard Heilingbrunner in einer Aussendung. Er erhielt am 13. Juni Post aus Brüssel.

Der Brief enthält zwar noch immer Konjunktive, liest sich aber eindeutig. Man entscheide erst nach vollständiger Auswertung aller relevanten Informationen, die vorläufige Prüfung der Unterlagen liefere jedoch „einen deutlichen Hinweis darauf, dass das Flussgebiet der Isel und ihrer Zubringer österreichweit eines der zwei bedeutendsten Vorkommensgebiete des Lebensraumtyps 3230 (Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica) darstellt, und daher eine Nachmeldung des Gebietes erforderlich scheint.“

Grün-Kandidat Thomas Haiderberger freut sich über die Botschaft der EU-Kommission.

„Wir sehen uns in der Stellungnahme der Kommission bestätigt, dass mit europäischem Naturschutzrecht nicht fahrlässig umzugehen ist“, erklärt Peter Haßlacher, Leiter der Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des Oesterreichischen Alpenvereins. „Was die aktuellen Kraftwerksplanungen betrifft, bleibt hier nur zu sagen, dass die finanzielle Verantwortung für Planungen bei jenen Köpfen liegt, die fahrlässig auf die falschen Pferde gesetzt und rechtliche Tatsachen mutwillig verleugnet haben. Die Stromexportmaschinen sind damit perdu.“

„Natürlich freut es ein Grünes Herz, wenn die Natur um ihret Willen geschützt bleibt und damit dürfte auch die Volksbefragung am Sonntag obsolet sein!“, kommentiert Thomas Haidenberger, Landtagskandidat der Osttiroler Grünen, die jüngsten Entwicklungen, „die Kommission hat damit nicht nur ein Stück unbezahlbarer Naturlandschaft geschützt, sondern schützt auch die Bürgermeister von Virgen und Prägraten vor einem finanziellen Abenteuer – denn die übertrieben positiven Annahmen zu Wirtschaftlichkeit und Preisentwicklung hätten der Realität wohl nicht standgehalten.“

Naturgemäß gegen eine Natura 2000-Nominierung sind die Bürgermeister von Virgen und Prägraten, Dietmar Ruggenthaler und Anton Steiner. Sie antworten via PR-Agentur Wiko postwendend auf die Ankündigung aus Brüssel: „Wenn die Isel Natura 2000-Gebiet wird, ist die weitere Entwicklung des Virgentals gefährdet“, erklärt Ruggenthaler.

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4 Postings bisher
StephanTroyer

"Alos keine Sorge – die Isel bleibt gerade für die Allgemeinheit zugänglich!": Es hätte zusätzlich noch den Vorteil, dass, falls einige Leute doch noch die Chance erkennen würden anstatt sie mit falschen Fakten zu bekämpfen, man die Chance ergreifen könnte und den Erholungsraum rund um die Isel, gerade im Oberen Iseltal, wo in letzter Zeit verglichen mit dem Unteren sehr wenig in dieser Richtung passiert ist, ausbauen könnte.

Detektor

Natura 2000 dient dem Schutz bestimmter Lebensräume und ihrer Lebensgemeinschaften. Es gilt Verschlechterungsverbot. Andersherum betrachtet: Alkle bisherigen Nutzungen der Isel, die ja die Schotter- und Sandbänke nicht nachteilig verändert haben, dürfen weitergeführt werden (Erholung, Kajaken, Raften, Fischen usw....). Alos keine Sorge - die Isel bleibt gerade für die Allgemeinheit zugänglich!

realist

wie sieht es eigentlich bei Natura 2000 mit der Flussbenützung aus?

Darf man dann auch nicht mehr Kajakfahren oder Raften?

Falls dem so ist geht mit Natura 2000 auch ein touristischer Zweig und auch Arbeitsplätze verloren!

boarium

"Wird die Isel Natura 2000-Gebiet?"

Ja, bitte!