Schindel & Holz: sozial, ökonomisch, erfolgreich

Der Vorzeigebetrieb feierte 20-jähriges Bestehen. 

1992 wurde  „Schindel & Holz“ gegründet, als „sozialökonomischer Betrieb“ für Menschen, die aus verschiedenen Gründen Probleme haben, sich in den regulären Arbeitsmarkt zu integrieren.

Zwanzig Jahre später lud das Unternehmen zur Jubiläumsfeier in die Peggetz und Geschäftsführer Heribert Pichler blickte vor Prominenz aus Wirtschaft und Politik auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Die namensgebenden Holzschindeln werden heute nicht mehr gefertigt. Ihre Produktion, mit der alles begann, sei mittlerweile unrentabel geworden, erklärt Pichler: „Wir haben Schindeln hergestellt, weil dieses Segment wenig Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation stellte“.

Schindel & Holz erleichtert mit befristeten Dienstverhältnissen vor allem langzeitarbeitslosen Männern und Frauen den Wiedereinstieg in ein geregeltes Berufsleben. Mehr als 600 Menschen erhielten diese Chance in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Auch wenn keine Schindeln mehr erzeugt werden, dem Holz ist man treu geblieben, der Betrieb hat sich unter anderem zur erfolgreichen Tischlerei gemausert, die Gartenmöbel, Inneneinrichtungen, Geschenksartikel und Kinderspiele aus Holz herstellt.

Vor 15 Jahren begann Pichler, ein zweites Standbein aufzubauen, Schindel & Holz Mobil, einen viel genutzten mobilen Service für Wohnungsräumungen und Übersiedlungen, Sperrmülltransporte, Garten- und Haushaltsarbeiten. Zuletzt folgte die „Umweltwerkstatt“, die sich in Kooperation mit Müllentsorger Rossbacher als gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt vor allem auf Wertstoffsammlung, -trennung und -verwertung konzentriert. Die Mitarbeiter zerlegen beispielsweise alte Rechner in ihre Einzelteile um Wiederverwertbares zu  finden. Auch dieses Segment ist erfolgreich.

Schindel & Holz bietet heute 60 Arbeits- und Lehrplätze an und machte erst vor kurzem international auf sich aufmerksam, mit dem Zuschlag für die Ausstattung der Olympischen Jugendquartiere in Innsbruck, immerhin ein Volumen von 7200 Möbelstücken. Erstmals war bei der EU-weiten Ausschreibung auf soziale Aspekte wert gelegt worden. Der Job wurde erfolgreich erledigt.

Mit Grußadressen zum Jubiläum meldeten sich unter anderem Verena Remler, Meinhard Pargger und Uwe Ladstätter zu Wort. Brigitte Tegischer, die vom Start weg und damit 20 Jahre an Bord ist, wurde ausgezeichnet.

Unsere Slideshow hat Tobias Tschurtschenthaler fotografiert.

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