Fünf Bildhauer hauchen einem Mythos Leben ein

In St. Jakob in Defereggen schaffen fünf Künstler einen sagenhaften Themenweg. 

 

Thomas Veiter, Gerold Leitner, Johann Planer, Michael Lang und Sebastian Rainer (v. l.) entlocken den Baumstämmen mystische Figuren.

Am Montag, 23. Juli, startete am neuen Uferbegleitweg in St. Jakob in Defereggen eine Skulpturenwoche zum Thema „Schnabelmensch“. Eine Woche lang bearbeiten die Bildhauer Michael Lang aus Virgen, Gerold Leitner aus Prägraten, Sebastian Rainer aus Schlaiten sowie Thomas Veiter und Johann Planer aus St. Veit in Defereggen fünf 2,20 Meter hohe Lärchenstämme, um ihnen Figuren und Motive des Geschichtenerzählers Christian Stefaner zu entreißen.

Dieser hat im Zuge des EU-Leaderprojekts zur Heilwasserbohrung die Schnabelmensch-Sage geschrieben und an die Thermalwassergesellschaft verkauft. „Mir war es wichtig die Volksseele das Tals zu ergründen und habe deshalb mit Persönlichkeiten gesprochen und Sagen und Legenden des Defereggentales studiert“, erklärt der Märchenerzähler aus Dellach im Drautal.

„Im Grunde genommen wollen wir mit dem gesamten Projekt – beginnend bei diesem Themenweg bis hin zur Heilwasserquelle – einen Mythos schaffen“, betont Bürgermeister Gerald Hauser, der auch Obmann der Urlaubsregion Defereggental ist. „Wir können ja nicht die Besucher zu einem Bohrloch führen und sagen: Schauts, ein Loch. Nein, wir wollen dazu eine Geschichte erzählen.“

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Dabei sorgte die Bohrstelle in der Vergangenheit für zahlreiche Diskussionen, doch nun scheint sich das Risiko auszuzahlen. „2003 haben wir mit der Bohrung, begleitet von Wasser Tirol, begonnen. Das Wasser, das wir fanden, und das es in dieser Zusammensetzung weltweit nicht gibt, ist etwas Besonderes und hat eine hohe Heilwirkung“, weiß Egon Kleinlercher, Geschäftsführer der Deferegger Heil- und Thermalwasser GmbH.

So wirke das Wasser beispielsweise gegen Hautkrankheiten und chronische Gelenksbeschwerden. „Zum Trinken ist es allerdings aufgrund seiner hohen Mineralisierung nicht geeignet“, schränkt Hauser ein. Verkauft wird es bislang nur an die Gesellschafter, soll aber nach einer Werbeoffensive auch der Öffentlichkeit angeboten werden.

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1 Posting bisher
Minerva vor 5 Jahren

Sehr "scharfe" Skulpturen! Es gibt ja doch EINIGES an Talent im Bezirk, allerdings (trotz dieser und anderer Aktionen) unterproportional gefördert wie mir scheint.