Nachwuchs für den Kalser Knochenbrecher

Für einen seltenen Bruterfolg sorgte der Bartgeier „Hubertus 2“.

Nach ihrer Ausrottung wurden die Bartgeier im Nationalpark Hohe Tauern wieder erfolgreich angesiedelt. Foto: NPHT

Seit einigen Jahren findet im Nationalpark Hohe Tauern ein Wiederansiedelungsprojekt der Bartgeier statt. Nachdem die prächtigen Vögel, die eine Flügelspannweite von knapp drei Metern erreichen, in Zoos aufgezogen werden, setzt man die Jungvögel in freier Wildbahn aus und wartet darauf, dass sie sich selbständig vermehren. Was sich im Fall der „Knochenbrecher“, wie sie früher genannt wurden, da sie mit großen Knochenstücken, die sie nicht schlucken konnten, in die Höhe flogen um diese fallen und zerschmettern zu lassen, bislang als extrem herausfordernd erwiesen hat.

In Kals darf man sich nun aber über Nachwuchs freuen. „Hubertus 2“, der 2004 im Ködnitztal freigelassen wurde, hat erstmals erfolgreich gebrütet. Gemeinsam mit Partnerin „Ambo“, die 2002 im Nationalpark Hohe Tauern in Gastein freigelassen wurde, konnte in den östlichen Hohen Tauern ein Jungvogel im Freiland zum Ausfliegen gebracht werden.

Allerdings erwies sich das Vorhaben im Vorfeld als schwierig. Mehrere Versuche waren notwendig bis die beiden Bartgeier erstmals erfolgreich waren. Aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung ist es aber durchaus normal, dass die ersten Brutversuche, die in der Regel mit sechs bis sieben Jahren beginnen, nicht von Erfolg gekrönt sind.

Erst im heurigen Jahr verlief die Brutphase ohne Probleme und am 20.März schlüpfte Jungvogel „Primus“ aus dem Ei. Auf die durchaus kritische Nestlingszeit, die „Primus“ am 27. Juli mit dem Ausfliegen beendet hat, folgt nun die nächste heikle Zeit im Leben des jungen Bartgeiers. Erst in einigen Monaten wird er selbständig den gesamten Alpenraum zu durchstreifen.

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