Maßnahmenpaket soll Schutz vor Muren bringen

Osttirols Feuerwehren sollen künftig verstärkt Evakuierungen üben.

Gemeinsam mit den Partnern Wildbach- und Lawinenverbauung, der Feuerwehr und der Zentralanstalt für Meteorologie, schnürt das Land Tirol ein umfassendes Maßnahmenpaket um die Bevölkerung besser vor Muren zu schützen.

„Muren sind nicht mit Lawinenereignissen vergleichbar, daher ist die Einrichtung von Murenkommissionen analog zu den Lawinenkommissionen nicht zielführend“, erklärte am Dienstag, 28. August, der für Zivil- und Katastrophenschutz zuständige LH-Stv. Anton Steixner. Während sich Lawinen meist über mehrere Tage aufbauen, entstehen Muren sehr kurzfristig und sind kaum vorhersehbar. „Es wäre nicht richtig, der Bevölkerung eine Sicherheit zu vermitteln, die es in einem Land wie Tirol nie geben kann“, ist Steixner ehrlich.

Aufgrund der zahlreichen Murenereignisse der vergangenen Monate und der daraus gewonnenen Erfahrungen, will man jedoch noch besser als bisher auf derartige Naturereignisse vorbereitet sein. „Wir werden die Verantwortungsträger aus den Gemeinden im Winter in eigenen Schulungen auf Bezirksebene für die unterschiedlichen Gefahrenlagen und die zu treffenden Maßnahmen bei einer Bedrohung durch Muren sensibilisieren“, kündigt Steixner an.

Bei einem Runden Tisch wurde eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Muren besprochen und verabschiedet. Foto: Land Tirol/Entstrasser-Müller

Eine zentrale Maßnahme bei Murenereignissen ist nach Expertenmeinung die Evakuierung: „Eine Mure kann man nicht aufhalten. Die Menschen in Sicherheit zu bringen, muss oberste Priorität haben“, so Steixner. Daher sei es wichtig die Katastrophenpläne zu aktualisieren und Evakuierungspläne auszuarbeiten. Dies sollen die Feuerwehren künftig stärker als bisher in ihre regelmäßigen Übungen einbauen.

Weitere Maßnahmen sind Niederschlagswarnungen, die mittels SMS an die Bürgermeister und Feuerwehrkommandanten sowie deren jeweilige Stellvertreter gehen. Ein konkret zu erwartendes Murenereignis könne man aber laut Geologen und Meteorologen daraus nicht ableiten.

Dafür werden Schritte gesetzt, um die Gefahr geringer zu halten. Seit 2008 kontrollieren gemeindeeigene Waldaufseher die Entwässerungsanlagen und Schutzbauten bei Wildbächen und Lawinen. 1.500 Abflusshindernisse wurden auf diesem Weg bisher beseitigt. „Wir werden in Tirol auch bei der besten Verbauung niemals einen 100-prozentigen Schutz vor Naturgefahren haben. Aber funktionstüchtige Schutzbauten können im Ernstfall Schlimmeres verhindern“, ist Steixner überzeugt.

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