Innervillgraten soll kraftwerksfrei bleiben

Minister Berlakovich schiebt den Plänen der Kleinkraftwerksbauer einen Riegel vor.

Mit einer richtungweisenden Entscheidung irritiert Bundesminister Nikolaus Berlakovich die Kraftwerksbefürworter im Villgratental. „Der Minister hat beschlossen, dass Innervillgraten kraftwerksfrei bleibt“, freut sich Peter Haßlacher vom Österreichischen Alpenverein.

Am Mittwoch, 29. August, habe die oberste Wasserrechtsbehörde den Wasserrechtsbescheid des Tiroler Landeshauptmannes Günther Platter, wegen Verkennung der Rechtslage und mangelnder Verfahrensqualität, aufgehoben und an die erste Instanz zurückverwiesen. „Offenbar ist das Land Tirol bislang nicht in der Lage, Genehmigungsverfahren im Wasserrechtsbereich den Rechtsnormen entsprechend abzuführen“, stellt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, fest.

Nikolaus Berlakovich hält nichts von den Plänen der Villgrater Kraftwerksplaner. Foto: BMU

Ein energiewirtschaftliches Gutachten habe aufgezeigt, dass die beiden Kraftwerke am Kalksteinbach und Stallerbach nicht wirtschaftlich zu betreiben gewesen, und sogar mangels Wassers über einige Wintermonate still gestanden wären.

Haßlacher und Heilingbrunner kritisieren in einer Aussendung, dass das Land Tirol die Angaben der projektbetreibenden Gemeinde Innervillgraten unkritisch und rechtswidrig übernommen habe. „Die beiden Kraftwerksprojekte der Gemeinde sind auch bei einem neuen Wasserrechtsverfahren im Land Tirol, auf Basis des Tiroler Kriterienkatalogs Wasserkraft und des von Berlakovich erlassenen Bundesgewässerkriterienkatalogs, nicht genehmigungsfähig“, ist das Duo überzeugt.

Beide appellieren jetzt an Bürgermeister Josef Lusser, den Weg frei für die Zukunft zu machen. „Die Sorge um die Zukunft des Tales verbindet das Villgratental mit dem Alpenverein und dem Umweltdachverband mehr als sie das unwirtschaftliche Kraftwerksprojekt trennt“, so Haßlacher und Heilingbrunner, die ihre Hilfe zur Weiterentwicklung des Bergsteigerdorfes anbieten.

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7 Postings bisher
kraftwerk

Entweder kennen die Verfasser obigen Artikels den Inhalt des Bescheides der Berufungsbehörde nicht oder wollen sie diesen nicht zur Kenntnis nehmen: Die Aussage von Herrn Haßacher „Der Minister hat beschlossen, dass Innervillgraten kraftwerksfrei bleibt“, ist schlichweg falsch. Ebenso falsch ist die Darstellung, dass das, von den Berufungswerbern vorgelgete Energiewirtschaftliche Gutachten einen Bedeutung für die Entscheidung gehabt hätte. Die Berufungsbehörde hat das Land Tirol als erste Instanz aufgefodert, zwei Punkte abzuklären und einen neuen Bescheid zu erlassen. Die nötigen Unterlagen für die Aufklärung wird die Gemeiden Innervillgraten erstellen, sodass mit einem neuelichen positiven Bescheid gerechnet werden kann. In einer GR Sitzung am 25.09.2012 haben bis auf Benjamin Schaller (fühlt sich in seinen Privatinteressen beschnitten) alle anwesende Gemeinderäte von Innervillgraten für die Fortführeung des Verfahrens zur Erwirkung eines neuen, positiven Bescheides gestimmt. Kaum zu glauben: Der Schafbauer Josef Schett hat sich auch pro-Kraftwerk ausgesprochen.

senf

@himmel: hast recht, zumindest in deinem ego. solarenergie ist nicht mehr wegzudenken, aber keine alternative. abends, nachts winter ... trotzdem kann man davon schwärmen, man muß allerdings nur die realität verschweigen. energieverlagerung, verbrauchsenkung, einsparung, aber wie? derartige fragen bleiben alle schuldig, vor allem solche, die in den städten leben, in strombeheizten glashäusern sitzen, aus dem vollen der zivilisation schöpfen und gscheit über die ausdünnung des ländlichen raumes" reden und sich sogar darüber "sorgen" machen. was weiss denn ein heiligenbrunner, ein hasslacher und konsorten von den menschen, die übers jahr in den tälern wohnen, die täglich von existenzängsten geplagt werden und oft nicht wissen, wie sie ihre kinder weiterbringen. was wissen die herren denn über die wirschaftlichkeit von wasser- oder windkraftwerken, sind sie plötzlich ökonomen? welche hilfe zur weiterentwicklung des villgratentales und anderer bergregionen können sie denn anbieten? eines können sie gut: sich in szene setzen, sich medial vermarkten und das müssen sie zur rechtfertigung ihrer lukrativen und lebenslangen jobs ja tun. letztlich aber auch zu lasten der bewohner der bergregionen - viele erinnern sich sicher an die blamage der av-bersteigerdörferaktion (kalsertal ...). bitte nicht falsch verstehen, wir alle müssen an einer energiewende interessiert sein, ob wir wollen oder nicht, sie wird kommen. ich wünsche mir daher realistische denkansätze, mit neuen köpfen und ideen, vor allem leute, die einen gesamtüberblick zur energiesitiation haben und überzeugend und ehrlich argumentieren. bei den herren hasslacher und konsorten denke ich heimlich schon eher an lobysten für großen energieunternehmen, es muß da ja gewinner geben. aber die findet man sicher nicht im villgratental.

himmel

lieber user 12.... und was machst mit deinen kleinen speicherteichen im winter, wenn kein wasser vorhanden ist... frieren! innervillgraten kraftwerke waren wirklich wirtschaftlich unrentabel ( 1-2 MW und im winter wegen wassermangel kein strom, grad zu einer zeit wo man strom braucht) im marchfeld werden winderäder gebaut - ein windrad produziert 6 MW, da können wir in osttirol jeden bach verbauen.... weiters empfehle ich dir eine lektüre energie-bau.at, laß dir den aktuellen newsletterschicken: mail energie-bau.at die deutschen jammern schon, dass die pholtovoltaik deine lieben speicherkraftwerke in die wüste schickt, weil zu mittagszeit der strombedarf zu einem großteil schon mit sonne abgedeckt wird.... 7 % des strombedarfes von bayern wird schon mit pholtovolaik abgedeckt... und in tirol 0,00003 %.... soviel zu unserer beschissenen tiroler energiepolitik. mir graust, wenn nun die buergermeister kraftwerker werden.... die sind eh schon hoffnunglos überfordert, schau sie dir doch an unterberger, ruggenthaler, lusser etc...

user12

Ich erwähnte kleine Speicherteiche und daher war keine Rede von ganz Osttirol zu überfluten.

Welche Energiealternativen stellst du dir dann vor "himmel"?? *Kohle *Sonne (http://www.kleinezeitung.at/tirol/lienz/3033454/streit-um-ortsbild.story - solar verschlechtert ebenso das landschaftsbild)

*Nahrungsmittel (Biosprit)

Wenn ein Tal auf Großtechnische Erschließungen verzichten möchte, kann die Bevölkerung ja gleich mit der Kutsche fahren und keinen Strom mehr verwenden)

himmel

vielleicht gleich ganz osttirol als speichersee ? nur wenn kein betonsichtbar ist ! user12 hat von der ökologie wirklich nichts verstanden - nur wenn ein speichersee schön angelegt ist, belastet er die umwelt nicht. soviel dummheit bzw ignoranz ist wirklich erschreckend. warum halten es manche menschen es nicht aus, wenn ein tal nicht verbaut, nicht verboniert ist und auf großtechnische erschließungen verzichtet... muss man sich wirklich überall die erde untertan machen ?

beobachter52

Leseschwäche - oder bewusste Fehlinformation? Tatsache ist: Juristen im Landwirtschaftsministerium - und nicht der Minister persönlich - haben den Bescheid des Landes wegen eines Verfahrenfehlers (sollte nicht passieren, kommt aber häufig vor - 2 "Experten" (Juristen ...) = 2 Meinungen) aufgehoben und an das Land zur Neuausstellung zurück verwiesen! In der Sache bedeutet das überhaupt keine Entscheidung für oder wider das Kraftwerk (nur neue Kosten)!

user12

Die Touristen kommen sicher lieber in ein Land, welches durch eine SMOG-Wolke gekennzeichnet ist, als in ein Land, wo schön angelegte Speicherteiche die Umwelt nicht belasten. Sicher sind viele Speicherteiche mit ihren hohen Betonmauern abschreckend, doch viele kleine Speicherteiche ohne Betonmauern stören niemanden. Oft kann mit einem kleinem See auch ein Erholungszentrum geschaffen werden.