Jugendzentrum in Nußdorf-Debant boomt

Treff gefällt nicht nur Youngsters aus den Betreibergemeinden.

Als das Jugendzentrum Nussdorf-Debant 2006 an den Start ging, war die Betreuung noch ehrenamtlich organisiert. „Das ging nicht lange gut“, erinnert sich Bürgermeister Andreas Pfurner, „es fehlte einfach die Professionalität.“ Also wurde der Verein zur Förderung der Jugend gegründet, die Betreuung professionalisiert und zeitlich ausgeweitet. Schließlich fand man 2010 mit dem neuen Gemeindeforum auch den perfekten Ort.

Seit diesem Jahr kooperiert Nußdorf-Debant mit der Gemeinde Dölsach. Deren Bürgermeister, Sepp Mair, sieht Synergien: „Wir wollten zuerst selbst etwas machen, hätten aber nie eine Betreuung in dieser Dimension zusammengebracht.“ Und so heißt der Jugendtreff jetzt „Interkommunales Jugendzentrum Z4“ und wurde am Freitag, 14. September, den Medien präsentiert.

Montags, Dienstags, Mittwochs und Freitags jeweils von 17:00 bis 21:00 ist der Jugendtreff geöffnet und nicht selten sind junge Leute aus dem ganzen Talboden anwesend, was hier niemanden stört. Im Gegenteil. Hauptschullehrer Stephan Peuckert leitet den Verein und empfindet den Andrang als Kompliment: „Etwa 120 Jugendliche besuchen uns regelmäßig, im Winter oft bis zu 50 am Tag. Sie brauchen einfach ihren Freiraum.“ Peuckert wird von vier BetreuerInnen unterstützt, je zwei haben abwechselnd Dienst, wenn möglich ein Mann und eine Frau. „Die Jugendlichen haben zu Betreuern des gleichen Geschlechts oft den besseren Draht.“

Auf 130 Quadratmetern kann die Freizeit mit verschiedensten Aktivitäten genützt werden. Es wird Billiard gespielt, gedartet, im Internet gesurft. Außerdem gibt es einen eigenen Besprechungsraum. Dort haben die jungen Menschen die Möglichkeit, mit einem Betreuer über Probleme und Sorgen zu reden.

Im Jugendtreff werden Getränke serviert, allerdings nur alkoholfreie. Peuckert erzählt, dass es am Anfang deswegen noch Diskussionen gab, aber bald wurde die Regelung akzeptiert und heute würde niemand mehr nach einem Bier fragen. Beliebt sind selbstgemixte Cocktails und warme Snacks – zu Selbstkostenpreisen.

Die Lohnkosten für die Betreuung von 40000 € im Jahr übernimmt zur Hälfte das Land Tirol. Die andere Hälfte wird zwischen den beiden Gemeinden Nußdorf-Debant (zwei Drittel) und Dölsach (ein Drittel) aufgesplittet. Bürgermeister Andreas Pfurner ist froh, dass die Einrichtung so gut genützt wird: „Der Vandalismus in unserer Gemeinde ist stark rückläufig.“

Für dolomitenstadt.at vor Ort recherchiert und fotografiert hat Tobias Tschurtschenthaler.

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