Geschichte der Photografie: „Belichtet“ in Lienz

Ausstellungen in der Spitalskirche und im Haus des Fotografen Georg Egger.

Schöner Rahmen für tolle Bilder. „Belichtet“ in der Spitalskirche Lienz. Von links: Kurator Michael Forcher, Vize-Bgm. Meinhard Pargger, Kurator Meinrad Pizzinini, Martin Kofler vom TAP und Durst-General Richard Piock. Fotos: Martin Lugger

Nicht Fotokunst sondern die Fotografie selbst ist Thema der Ausstellung „Belichtet“,  die am Freitag, 21. September, in der Lienzer Spitalskirche eröffnet wurde. in stilvollem Rahmen werden 386 beeindruckende Bilder gezeigt, aufgenommen zwischen 1854 und 2011. Sie illustrieren die Geschichte der Fotografie innerhalb der historischen Grenzen Tirols.

Beispielhaft für verschiedene Genres wählten die Kuratoren Meinrad Pizzinini und Michael Forcher 75 Fotografinnen und Fotografen aus. Die Zahl ist kein Zufall. 75 Jahre sind auch seit der Gründung der Firma Durst Phototechnik vergangen, einem der Paradeunternehmen der Region, das selbst Tiroler Fotogeschichte schrieb.

Die Ausstellung ist in 14 Themenbereiche gegliedert. Von der Bergfotografie über die Arbeit der Dorf- und Chronikfotografen, Tourismus und diverse Spezialgebiete reicht das Spektrum.

„Wir haben Jahrzehnte mit der Fotografie gut gelebt“, erklärte Firmenchef Richard Piock bei der Eröffnung, deshalb sei die Beschäftigung mit der kulturellen Dimension der Fotografie auch Teil der Unternehmenskultur von Durst. Das Unternehmen stellte früher Fotovergrößerer und sogar Kameras her, später Laserbelichter und heute vorwiegend industrielle Großformatdrucker.

Das Bild und seine Reproduktion blieb immer im Fokus, Grund genug nicht nur für das Sponsering der Jubiläumsausstellung, sondern auch für ein starkes Engagement bei Gründung und Aufbau des TAP, des Tiroler Archives für Photografie.

Mit der Sonderausstellung in der Schweizergasse holt das Tirol Archiv für Photografie den Vater von Albin Egger-Lienz, Georg Egger, aus dem Schatten seines Sohnes.

Dessen Leiter, der Historiker Martin Kofler verwies bei der Eröffnung auf eine Sonderschau, die in der Schweizergasse an einen Pionier der Fotografie in Lienz erinnert: Georg Egger. Unter anderem um das Studium seines heute weltberühmten Sohnes Albin in München zu finanzieren, meldete Egger 1873 das Fotografengewerbe an, „allein auf weiter Flur“, erzählt Historiker Kofler. Wer sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Lienz ablichten lassen wollte, ging zu Egger in die Schweizergasse. Viele seiner Arbeiten schlummerten seither in den Archiven der Stadt und werden im Rahmen der Sonderschau erstmals gezeigt.

Egger ist nicht einziger Osttiroler unter den präsentierten Fotografen. Neben Johann Unterrainer, Herbert Nussbaumer und Josef Ladstätter sind auch Bergautor Walter Mair, Inge Prader und Zita Oberwalder mit Bildern vertreten.

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