Matrei nur in der Hochsaison für Knaus rentabel

In der Zwischensaison unternimmt Knaus statt Rettungsflügen nur Transportflüge.

Immer wieder betonte Matreis Bürgermeister Andreas Köll in der Vergangenheit, wie wichtig ein ganzjähriger Hubschrauberstützpunkt in seiner Gemeinde sei, um dauerhaft schnelle Hilfe aus der Luft zu gewährleisten.

Von ganzjährig kann jedoch keine Rede sein, denn der Salzburger Hubschrauberunternehmer Roy Knaus, der mit seiner Firma „Heli Tirol GmbH“ den Stützpunkt in Matrei betreibt, denkt eher in wirtschaftlichen Dimensionen. Daher stellte er am Sonntag, 30. September, den Rettungsbetrieb bis zum Beginn der Wintersaison am 21. Dezember ein.

Heuer bereits zum wiederholten Mal: Auch von April bis Juni standen die Rotorblätter der Knausflotte in Matrei still. „Da der ÖAMTC gesagt hat, dass sie ohnehin ganzjährig in Nikolsdorf stationiert sind, besteht in der Zwischensaison für einen zweiten Rettungshubschrauber im Bezirk kein Bedarf“, erklärt Knaus in einem Gespräch mit Dolomitenstadt.

Bis 2014 will Knaus seine Flugrettungshubschrauber in Matrei nur in den Hauptsaisonen stationieren. Foto: Expa/Groder

Anders wäre die Situation, wenn sich der ÖAMTC aus dem Bezirk zurückgezogen hätte. „Dann würde ich in den Hauptsaisonen aus meiner Flotte in Osttirol zwei Hubschrauber stationieren und in den Nebensaison einen“, so Knaus.

Aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar, da man rund 500 Einsätze im Jahr fliegen müsste, um den Flugbetrieb rentabel aufrecht zu erhalten. Insgesamt hoben die Hubschrauber von Roy Knaus zwischen dem 1. Jänner 2011 und dem 29. April 2012 allerdings nur 428 Mal in Matrei ab. Darunter waren 408 Primäreinsätze, sieben Sekundäreinsätze und 13 Fehleinsätze.

Dabei kostet dem Heli-Unternehmen ein 60-minütiger Einsatzflug von Matrei nach Innsbruck und wieder retour 80 Euro pro Minute, also insgesamt 4.800 Euro. Seit einer Gesetzesnovelle des Landes wird allerdings jeder interne Notfall vom Land und der Krankenkasse nur mehr mit 2.000 Euro abgedeckt.  Ein Verlustgeschäft. Nur Sport- und Freizeitunfälle können wie bisher abgerechnet werden. Und auf die entfallen gerade einmal 30 %.

Für Flugunternehmer Roy Knaus ist die Zwischensaison in Osttirol derzeit wirtschaftlich nicht rentabel. Fotos: Expa/Groder

Daher wird sich Kölls Wunsch von einer ganzjährig besetzten Flugeinsatzstelle in Matrei vorerst nicht erfüllen. „Erst wenn 2014 die Flugrettung neu ausgeschrieben wird und falls wir den Zuschlag erhalten, ist eine ständige Besetzung eines Stützpunktes realistisch“, sagt Knaus.

Bis dahin wird die Knaus-Flotte in der Zwischensaison in Osttirol statt Rettungsflügen nur Transportflüge durchführen. Ist dies auch der Grund, warum am Landeplatz in Matrei auch nach der vorübergehenden Schließung noch ein Hubschrauber steht? „Nein, wir konnten die Maschine wegen des Wetters in den letzten Tagen nicht überstellen, werden dies jedoch so bald wie möglich veranlassen“, kommentiert Knaus.

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mitleser vor 5 Jahren

Aus der Kleinen Zeitung: Zitat ""Es ist keine Chancengleichheit mit dem Mitbewerber gegeben", sagt Roy Knaus. Das Land habe diesen, laut Knaus, in der Vergangenheit mit zehn Millionen Euro subventioniert und gratis einen Stützpunkt in Nikolsdorf installiert. Im Jahr startet "Martin 4" durchschnittlich zu 250 Einsätzen." Darunter Zitat: "Die Kritik oder Entschuldigung der Martin-Flugrettung, die Stationierung zu unterbrechen, war immer an die Förderung des Landes Tirol an den C 7 geknüpft. Diese gibt es nicht mehr", sagt Klaus Rainer."

Es muss das Wohl des Patienten im Vordergrund stehen. Klar ist, dass Herr Knauss aus Wirtschaftlicher Sicht die ganze Sache betrachtet, nur gibt es durchwegs auch im Sommer Stehzeiten von einigen Tagen. Diese sind ja dann auch finanziell nicht machbar. Herr Knauss und seine Firma ist bewundernswert dass sie nach all den "Schicksalsschlägen" noch immer lebt, allerdings fragt man sich durchwegs ob dahinter nicht viel Politik steckt.

Zum Thema Transportflüge: Wurde der Heliplatz in Matrei nicht eigentlich als Landeplatz für Kat Einsätze bzw. BMI genehmigt? Ein diesbezüglicher Bericht war ja auch mal hier auf dieser Seite zu finden. Nun fragt man sich, wie kann man dann plötzlich Transportflüge fliegen wenn man schon nur eine Ausnahme für NAH Einsätze hat. Macht es Sinn einen 2ten Landeplatz zu bauen, benötigt man wirklich 2 Hubschrauber in Osttirol? Zum Vergleich gibt es andere Bundesländer wo im ganzen Land nur 2-3 NAH stehen und dort funktioniert es ebenso. Meiner Meinung nach ist hier durchwegs das Land gefordert endlich mal einen Strich zu ziehen und das Gegenseitige Konkurrenzdenken zu beenden. Zum Vergleich: Es gibt ja auch nur 1 Feuerwehr und nicht ein zweites Unternehmen welche die Einsätze machen möchte (in einigen Bezirken durchwegs rentabel)

Mfg