Sind Jagd und Jäger noch gesellschaftsfähig?

100 Teilnehmer diskutieren bei 16. Wildtiermanagementtagung in St. Jakob.

Von 11. bis 12. Oktober setzen sich Experten und Praktiker bei der 16. Wildtiermanagementtagung der Nationalpark Akademie in St. Jakob unter dem Titel „Jagd und Jäger in Kritik?“ mit der Jagd und ihrem Bild in der Gesellschaft auseinander. Ein heißes Eisen, hat sich doch die Meinung über die Jagd in den letzten Jahrzehnten stark geändert. Das Interesse an der Thematik ist groß – an die 100 Tagungsteilnehmer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz beteiligen sich an der zweitägigen Diskussion.

Wildbiologe Hubert Schatz, der Osttiroler Bezirgsjägermeister Martin König, Nationalparkdirektor Hermann Stotter und Wildbiologe Gunther Gressmann. Foto: NPHT/Mattersberger

Wildbiologe Hubert Schatz etwa meint: „Es muss wieder die Zeit kommen, wo sich der Jäger nicht mehr von der jagdkritischen Haltung der Bevölkerung verunsichern lässt.“ Das Verständnis für die Jagd nehme tendenziell ab, wenn die Jagd mehr zur persönlichen Freude und Freizeitbeschäftigung als aus Notwendigkeit praktiziert werde. Hege müsse zurückgeschraubt, dafür aber mehr Raum für das Wild öffentlich eingefordert werden, schlägt er vor. Doch Schatz übt auch Kritik und hält die Jägerschaft an, sich wieder vermehrt mit der Jagdethik und Moral auseinanderzusetzen: „Diese Thematik ist in den letzten Jahrzehnten auch in der Jagdausbildung ganz ins Abseits gerückt. Denn als Jäger entscheiden wir schließlich über Leben und Tod!“

Als bedenkliche Entwicklung bezeichnet der Wildbiologe die zunehmende Technisierung durch Schneegeländefahrzeuge, Weitschussgewehre und Wildkameras, welche das Wild kaum mehr zur Ruhe kommen lasse. Er befürchtet, dass die Jagd als Kulturgut auf diese Weise zu Ende gehen könne.

Nationalparkdirektor Hermann Stotter begrüßt die Veranstaltung, die Gelegenheit biete, sich gemeinsam mit den heimischen Jägern und Kollegen aus den Nachbarländern intensiv mit den derzeitigen Jagdpraktiken aber auch künftigen Entwicklungen der Jagd auseinanderzusetzen. Stotter betont die gute Zusammenarbeit mit der heimischen Jägerschaft, ohne die ein Miteinander als Schutzgebiet und Jagd in einer Region nicht möglich wäre. Der Nationalparkdirektor nennt in diesem Zusammenhang erfolgreich umgesetzte Projekte wie etwa die Lebensraumschaffung für das Auerwild im Gebiet Zunigalm, die Steinwildhegemaßnahmen im Großglocknergebiet oder die Wiedereinbürgerung des Bartgeiers. „Die Schaffung von Ruhezonen für das Wild zusammen mit den Jägern war die Grundvoraussetzung für die internationale Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern.“ so Hermann Stotter.

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1 Posting bisher
wildtiersachverstaendiger vor 5 Jahren

Bleibt alles unter sich. 100 Tagungsteilnehmer heißt einfach 100 Jäger oder Jagdbefürworter. Da wird kaum ein anständiger Tierschützer darunter sein. Die Jagd hat noch eine viel zu hohe Akzeptanz in der Bevölkerung auch wenn sich das Bild zum Glück durch die freien Medien etwas verbessert hat. Verbessert das etwas mehr der ganzen Greultaten durch Jäger an die Öffentlichkeit kommen. Die Maske der Naturschützer beginnt langsam zu bröckeln und das wahre Gesicht kommt zum Vorschein. Es sind Fanatiker des Tötens. Sie sollten nach Afganistan gehen denn die posttraumatische Belastungsstörung haben sie bereits und die Stücke in Afganistan können sich wenigstens wehren. Aber dazu sind sie zu feige. Sie können sich nur an Wehrlosen vergreifen. Das sind die richtigen 100 zusammen.