Baumgartner springt vom Rande des Weltalls

Hier sind die offiziellen Bilder und das Video vom Jahrhundertsprung.

Ausnahmsweise möchten wir den Lesern von dolomitenstadt.at auch ein überregionales Ereignis nicht vorenthalten. In den frühen Morgenstunden sind die offiziellen Bilder von Felix Baumgartners Stratosphärensprung in der Redaktion eingetroffen.

Nach seinem Aufstieg in einem Heliumballon auf 39.045 m Höhe ist Felix Baumgartner am Sonntagvormittag vom Rande des Weltalls gesprungen und hat als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrochen – genau 65 Jahre nachdem der US-Amerikaner Chuck Yeager erstmalig mit einem experimentellen Raketenflugzeug diesen Meilenstein erreicht hat. Der 43-jährige Fallschirmsprung-Experte hat mit seinem Sprung aus der Stratosphäre auch zwei weitere Rekorde aufgestellt: für den höchsten Fallschirmsprung und für die höchste bemannte Ballonfahrt. Einen Rekord musste der Österreicher allerdings seinem Mentor, dem US-Luftwaffenoberst Joe Kittinger, lassen: den Rekord für den längsten freien Fall, den Kittinger bereits in den sechziger Jahren schaffte. Baumgartner fiel um fast 400 km/h schneller als der Veteran seinerzeit und erreichte deshalb auch die 5000 Fuß-Marke früher.

Nach dem Sprung aus 39.045 m Höhe hat Baumgartner während der 4 Minuten und 20 Sekunden im freien Fall eine Geschwindigkeit von bis zu 1.342 km/h in der vakuumartigen Stratosphäre erreicht. Insgesamt dauerte der Sprung 9:03 Minuten. Der Aufstieg und der Sprung ins Leere wurden weltweit von mehreren Millionen Menschen live im Internet verfolgt. Während des Fluges schien Baumgartner kurz ins Flachtrudeln zu geraten, doch der Österreicher konnte schnell die Umdrehungen um die eigene Achse unter Kontrolle bringen. Als er wenige Augenblicke später seinen Fallschirm öffnete, jubelten sowohl die Crew-Mitglieder vor Ort als auch die Zuschauer überall auf der Welt.

„Heute hatten wir unglaubliche Hochs und Tiefs – genauso wie beim Projekt insgesamt“, so Baumgartner. „Der Start war perfekt, doch dann gab es ein paar Probleme mit der Stromversorgung der Visierheizung. Auch der Absprung war eigentlich ideal, dann kam ich aber langsam ins Flachtrudeln. Am Anfang habe ich gedacht, ich würde mich bloß ein paar Mal drehen. Dann wurde es allerdings schneller. Zum Teil war das schon sehr heftig. Kurz habe ich sogar gedacht, ich würde das Bewusstsein verlieren. Beim Durchbrechen der Schallmauer habe ich keinen Überschallknall gespürt, denn ich habe mich voll und ganz darauf konzentriert, meinen Körper in der Luft zu stabilisieren. Nun müssen wir abwarten und sehen, ob wir tatsächlich Überschallgeschwindigkeit erreicht haben. Alles in allem war es aber viel härter, als ich es mir vorgestellt habe.“

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