Erben fordern Egger-Lienz Bilder zurück

Neue Restitutionsansuchen für „Wildbrethändlerin“ und „Christnacht“.

Am 16. November 2010 stimmte der Lienzer Gemeinderat mit zehn Stimmen von der ÖVP gegen das Ansuchen, das Bild „Die Wildbrethändlerin“ von Albin Egger-Lienz an die Erben zu restituieren. Da sich die FPÖ und die „LSL“ der Stimme enthielten, reichte die Stimmanzahl aus, dass der Antrag abgelehnt wurde.

Nun gibt es ein neues Restitutionsansuchen zur Herausgabe des Bildes. Auch für das Bild „Christnacht“ von Egger-Lienz hat eine Erbin einen Antrag gestellt. „Da das Restitutionsansuchen für die Wildbrethändlerin bereits mehrheitlich abgelehnt wurde, wird es nicht wieder aufgenommen“, verkündete die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bei der Pressekonferenz nach der Stadtratssitzung am Donnerstag, 18. Oktober.

Eine Erbin des Egger-Lienz Bildes „Christnacht“ fordert nun das Bild von der Stadtgemeinde Lienz zurück. Foto: commons.wikimedia.org

Anders gelagert ist dies beim Fall der „Christnacht“. Diese Forderung wurde vor zwei Jahren nicht behandelt, da kein direkter Kontakt mit der Restitutionswerberin Irmgard Neumann bestand. Die Israelitische Kultusgemeinde erneuerte jetzt jedoch durch ein Anwaltsbüro das Ansuchen. „Um die genaue Sachlage zu klären, ziehen wir Dr. Robert Holzbauer zu Rate, der am Leopold Museum in Wien für die Provenienzforschung verantwortlich ist“, erklärt Blanik.

Schon einmal bewertete eine Kommission für Provenienzforschung die Bilder der Egger-Lienz-Sammlung auf Schloss Bruck. Insgesamt 13 Gemälde stellten sich damals als Restitutionsfälle heraus, weshalb vor sechs Jahren auch das Bild „Totentanz“ an die rechtmäßige Erbin zurückgegeben wurde.

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