Verhärtete Fronten im Matreier Gemeinderat

Oswald Steiner bezichtigte Andreas Köll der Budgetkosmetik. Köll nennt Steiner einen Lügner.

Lautstark ging es am Freitag, 9. November, in der Gemeinderatssitzung in Matrei zwischen Bürgermeister Andreas Köll und Oppositionsführer Oswald Steiner zu. Nachdem man sich beim Großteil der Tagesordnungspunkte einig war, sorgte die Frage, ob man die Verträge und Vereinbarungen der Marktgemeinde mit der Osttiroler Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) und dem Hotel Goldried, und dessen ambitionierten Schwimmbadprojekt, genehmigen sollte, für schwere Verstimmungen zwischen der Bürgermeisterpartei und der „Matreier Liste“.

Bürgermeister Köll: „Es wird nichts eingebucht, bevor ein Projekt da ist“.

Köll wollte, dass der Gemeinderat die Vereinbarungen für die Gelder des OSG-Projekts im Altersheim Matrei, die sich mit 150.000 Euro zu Buche schlagen, und des Schwimmbadprojekts, bei dem mit 500.000 Euro an Einnahmen zu rechnen sei, noch heuer durchgewunken werden. Für Gemeinderat Bernd Hradecky von der „Matreier Liste“ eine Maßnahme, die jedoch nicht zwingend notwenig sei. Vor allem vor dem Hintergrund, da er bei der OSG nachgefragt habe, und dort die Auskunft erhielt, dass noch gar kein Baubescheid vorliege.

Köll betonte, dass es allerdings bereits Gespräche gegeben habe. „Und bevor der Baubescheid nicht da ist, wird es ja eh nicht gemacht“, so Köll. Dies rief Oswald Steiner auf den Plan, der beide Vorschläge als reine „Budgetkosmetik“ für 2012 betitelte. Er warf Köll vor, dass nur deshalb solche Vereinbarungen getroffen würden, damit man die Gelder noch in die heurige Jahresrechnung einbuchen könne. Etwas, das bei einem normalen Bauverlauf ohne vertragliche Vereinbarung erst im Jahr 2013 Gültigkeit habe. Ein Vorwurf, den Köll lautstark von sich wies und Steiner als Lügner bezichtigte. „ Es wird nichts eingebucht, bevor ein Projekt da ist“, schimpfte Köll.

Oswald Steiner von der „Matreier Liste“ will mit seinem Team das Finanzgebaren der Tauerngemeinde nicht länger dulden.

Steiner ließ dennoch nicht locker und verwies auf die noch immer fehlenden Außenstände in Höhe von 1,9 Millionen Euro, welche die Gemeinde endlich eintreiben solle. „Wenn das Geld von OSG und Goldried Hotel nicht bis Jahresende fließt, haben wir die Außenstände wieder um 650.000 Euro erhöht und schleifen sie mit“, kritisierte Steiner.

Nach einer langen Diskussion schlug Köll der „Matreier Liste“ vor, dann eben dagegen zu stimmen und lies darüber abstimmen. Mit 9 Stimmen der Bürgermeisterliste zu 8 Stimmen der „Matreier Liste“ wurden die Vereinbarungen mit der OSG und dem Hotel Goldried genehmigt.

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