Kraftwerk am Tauernbach soll 2020 anlaufen

Um 90 Millionen Euro soll in Matrei ein neues Ausleitungskraftwerk entstehen.

Rede und Antwort stand Bruno Wallnöfer, Vorstandsdirektor der Tiwag, den Gemeinderäten der Marktgemeinde Matrei, in der Sitzung am Donnerstag, 15. November, bezüglich der neuesten Variante des Tauernbachkraftwerks.

Zuvor hatte Johann Neuner von der Tiwag das stark verkleinerte Projekt vorgestellt. War die ehemalige Variante noch auf 56 Megawatt ausgelegt, verfügt die aktuelle nur mehr über eine Ausbauleistung von 27 Megawatt.

Rund 90 Millionen Euro will die Tiwag in das Ausleitungskraftwerk Tauernbach-Gruben investieren. Nach der Fertigstellung soll das Werk 85 Gigawattstunden Strom erzeugen. „Die Arbeiten für die Einreichung sind abgeschlossen und sollen Anfang 2013 übergeben werden“, so Wallnöfer, der damit rechnet, dass der Baustart 2017 erfolgt. „2020 könnten wir dann in Betrieb gehen.“

Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer (l.) erklärte den Mandataren das geplante Ausleitungskraftwerk, während Bgm. Andreas Köll und Johann Neuner (r.) zuhören.

Oswald Steiner von der „Matreier Liste“ warnte davor, sich mit „Almosen“ abspeisen zu lassen, und regte stattdessen an, sich seitens der Gemeinde mit 25 % plus einer Stimme am Kraftwerk zu beteiligen. Dem erteilte Wallnöfer jedoch eine Absage: „Grundsätzlich wäre eine Partnerschaftskonstruktion auch in Matrei möglich gewesen, aber jetzt ist das Kraftwerk dafür zu klein und der Zeitpunkt für einen Einstieg zu spät.“

Wie hoch die Entschädigungszahlungen ausfallen, müsse allerdings erst noch verhandelt werden. Genauso die Tatsache, ob es sich um eine Einmalzahlung oder laufende Abgeltungen handeln wird. „Wir streben hier eine Kombination aus beiden Möglichkeiten an“, verriet Bürgermeister Andreas Köll.

Für Oswald Steiner sind die bisher üblichen Entschädigungszahlungen der Tiwag mit 1,30 Euro pro Megawattstunde jedenfalls inakzeptabel. „Die Gemeinde befindet sich in einer guten Verhandlungsposition, weshalb hier das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde.“

Nach dem Bau des Tauernbach-Kraftwerks und der Leistungssteigerung im Kraftwerk Schwarzach plant die Tiwag vorerst keine weiteren Projekte in Osttirol. „An der Goldgräberstimmung im Land, bei der an jedem zweiten Bach ein Kraftwerk errichtet werden soll, beteiligen wir uns nicht“, so Wallnöfer. Auch die energiewirtschaftliche Nutzung der oberen Isel schließe man aus. „Wir erachten die Realisierung eines solchen Projekts nämlich für unwahrscheinlich.“

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3 Postings bisher
wolf_c vor 5 Jahren

Lese ich richtig? stimmt das?: ... „An der Goldgräberstimmung im Land, bei der an jedem zweiten Bach ein Kraftwerk errichtet werden soll, beteiligen wir uns nicht“ ... Auch die energiewirtschaftliche Nutzung der oberen Isel schließe man aus. „Wir erachten die Realisierung eines solchen Projekts nämlich für unwahrscheinlich.“ ...

... vom Saulus zum Paulus?, ausgenommen der Speicher im Kaunertal natürlich, aber immerhin. Einige Bürgermeister sollten vielleicht nachdenken ob dieser Worte, die sind wie schöne Musik in meinen Ohren!

eduard vor 5 Jahren

so wird es nix mit der natur-kompetenz von osttirol. ein kraftwerkl da, ein osttirodler dort. so wird die marke osttirol immer mehr zerstört. nur weil ein paar "dorfkaiser" die finanzen nicht im Griff haben! wenn einem das wasser bis zum hals steht, dann zieht man einfach den stöpsel raus ;-)

bergfex vor 5 Jahren

Erpr....g läuft, Matrei verspielt. Köll hat seinen Kopf durgesetzt und hofft auf Geld, bevor Matrei ein Griechenland wird.