Inge Morath’s „Rumänisches Tagebuch“

Ausstellung ab 1. Dezember im Kunstraum Mitterhofer in Innichen.

Nahe Tulcea 1958, Störfang im Donaudelta in einer Kooperative. Foto: Inge Morath.

Die 1923 in Graz geborene Inge Morath ist eine der wenigen Fotokünstler Österreichs, die es in der „großen, weiten Welt“ geschafft haben. Die Globetrotterin, die in ganz Europa, Asien und Amerika zuhause war, starb vor zehn Jahren in New York. Mit einem unglaublichen Sprachtalent gesegnet, beherrschte sie unter anderem auch Rumänisch, das sie zu mehreren Reportage-Reisen in das Land führten. 1958 besuchte sie Rumänien zum ersten Mal, kam aber 1967 und 1994 immer wieder zurück.

Rucar 1958. Foto: Inge Morath

Ihre Sprachkenntnisse halfen beim Kontakt mit den Menschen – ihren Hauptmotiven – und die Fotos erzählen von Bauernburschen bei der Arbeit, musizierenden Roma oder Gläubigen vor orthodoxen Kirchen. Die Arbeit mündete in ihrem großen Essay über die Donau, der als Bildband 1995 erschien. Die Rumänien-Eindrücke spannten letztlich einen weiten historischen Bogen aus den Wirren des Zweiten Weltkrieges bis in die Gegenwart.

Ihr Weg führte die sprachgewandte, welthungrige Fotografin Mitte der 40er-Jahre nach Wien, wo sie als Redakteurin zu arbeiten begann und im Laufe der Zeit Teil der Wiener Kultur und Intellektuellenszene wurde. Morath pflegte zu dieser Zeit Freundschaften zu Ingeborg Bachmann oder Ilse Aichinger. Sie schrieb für verschiedene Magazine wie etwa die Wiener Illustrierte, später auch für Zeitschriften wie die Vogue oder Paris Match. Als erste Frau überhaupt wurde sie als Fotografin bei der legendären Foto-Agentur „Magnum“ aufgenommen. Während ihrer zweiten Ehe mit dem US-Schriftsteller Arthur Miller blickte sie bereits auf eine internationale Karriere zurück, und Ausstellungen in vielen bedeutenden Museen und Galerien belegten ihre weltweite Bedeutung.

Im Kunstraum Café Mitterhofer, Rainerstraße 4, Innichen, ist die Fotoschau „Rumänien 1958“ von Inge Morath bis 18. Jänner 2013 Montag bis Samstag von 7 bis 20 Uhr zu sehen. Die Eröffnung findet am 1. Dezember um 19.00 Uhr statt.

Bukarest 1958, Statue vor einer Textilfabrik. Foto: Inge Morath
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