Visuelles Experiment auf dem „Kaufhausareal“

Designer Lukas Jungmann entwarf einen Platz, den es nie geben wird.

Lukas Jungmanns Platzvision. Klicken Sie die Bilder dieses Artikels an, um sie zu vergrößern.

Kaum ein Projekt der letzten Jahre wurde in der Dolomitenstadt so heiß diskutiert wie das „Kaufhaus Lienz“, ehemals M99, an der Kreuzung der B100 mit der Dolomitenstraße. Ein EKZ mit rund 10.000 m2 Kundenfläche und 377 Parkplätzen soll in den nächsten Jahren an der belebten Kreuzung gegenüber dem Ämtergebäude entstehen. Bis zu 3.000 Kunden pro Tag werden hier ein- und ausgehen bzw. fahren.

Gegner des Projekts fürchten den Megastau und beklagen, dass mit der Komplettbebauung des Areals die Chance auf einen attraktiven städtischen Freiraum für immer vergeben wird. Zwar soll auch das Großkaufhaus einen überdachten Vorplatz an der Einmündung zur Messinggasse erhalten, doch verglichen mit der Skizze des Lienzer Designers Lukas Jungmann wird es wohl kein spektakuläres Forum für Aktivitäten aller Art werden.


Jungmann hat für das aktuelle Dolomitenstadt-Magazin die Visualisierung eines Platzes erstellt, den es nie geben wird. „Ich wollte natürlich keinen architektonischen Gegenentwurf präsentieren, sondern einfach nur zeigen, dass sich ein attraktiver Platz, Shops und Cafés nicht ausgeschlossen hätten.“

Der Lienzer Designer Lukas Jungmann. Fotos: Martin Lugger

Zugleich zeigt die Skizze des Designers, wie städtebauliche Illusionen durch perfekte Visualisierung scheinbar realen Charakter annehmen. Auch vom tatsächlich geplanten Kaufhaus kennt die Öffentlichkeit kaum mehr als eine hübsche Zeichnung.

Politisch sind alle Weichen für das „Kaufhaus Lienz“ gestellt und auch baulich tat sich in den vergangenen Tagen etwas auf dem Areal im Westen der Lienzer Altstadt. Bagger und Lkw fuhren auf, um erste Vorbereitungen für die Verlegung der B100 zu treffen. Bis es soweit ist, muss die Ulysses Immobilien GmbH – als Nachfolgerin der Hobag Immobilien AG – noch einige bau-und gewerberechtliche Verfahren hinter sich bringen. Am 9. Jänner 2013 findet das Verfahren zur gewerberechtlichen „Generalgenehmigung“ für den Betrieb des EKZ statt. Mittlerweile sind im Bauteil 2 auf der gegenüberliegenden Straßenseite auch Wohnungen, weitere Geschäfte und ein Fitnesscenter in Planung. Mit der tatsächlichen Verlegung der Straße und dem Baustart für die riesige Tiefgarage wird mit Frühjahr gerechnet.

So sieht das Areal in der Realität aus. Anfang Dezember fuhren Baufahrzeuge auf, um die Verlegung der B100 vorzubereiten.
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9 Postings bisher
e ist mc2 vor 5 Jahren

Einfach nur genial! Das sieht nach was aus, sehr modern und futuristisch! Die Realität wird halt leider eher langweilig aussehen, ein Kasten halt, wie es schon viele gibt...

Würde mal meinen, ein Stardesigner bahnt sich da an! Weiterhin viele tolle Ideen!

StatistNik vor 5 Jahren

Kühner Entwurf versus Investorendesign.

Es gehört zum Wesen eines Entwurfes, Rahmenbedingungen nicht berücksichtigen zu müssen. Diese Freiheit ermöglicht Neues, Überraschendes, Spannendes.

Die hier präsentierte Studie zeigt viele interessante Ansätze, die der Bevölkerung bereits im Vorfeld präsentiert hätten werden müssen; im Rahmen eines offenen Wettbewerbes, der ein integrierter Bestandteil des Umwidmungsverfahrens hätte sein können.

Dieses Versäumnis darf sich beim Hauptplatz nicht wiederholen. Frau Bürgermeister: Wecke die Kreativen, wir brauchen neue Wege. Beim Zeichnen von Einreichplänen und Kalkulationen.

freddie_frinton vor 5 Jahren

schade, daß sich der hochtalentierte Bursche nicht schon vor Jahren in die Raumplanung von Lienz/Debant einbringen durfte bzw. altersbedingt konnte; bin mir sicher, daß jetzt Lienz eine moderne, innovative Bezirkshauptstadt wäre und nicht ein Klon von Spittal/Drau (vor allem Bahnhof abwärts richtung ddebant)---

hut ab; weiter so lukas---

planimo vor 5 Jahren

Mir gefällt der Vorschlag auch sehr gut - Gratuliere Herr Jungmann Aber ich denke daß es einfacher ist einen Vorschlag zu erarbeiten ohne sich an Vorgaben eines Auftraggebers zu halten. Wahrscheinlich liegt beim vorliegenden Entwurf der Kosten- Nutzenfaktor aus der Sicht eines Investors jenseits von Gut und Böse - Schade

anton2009 vor 5 Jahren

Echt cool, was hier Herr Jungmann entworfen hat! Er sollte seine Ideen für den Hauptplatz einbringen dürfen!

Leider entsteht hier ein Kaufhaus, das niemand braucht! Aber es ist für die Gemeinde Lienz absolut unmöglich den Grund von den Kaufhausbetreibern zu kaufen (chronischer Geldmangel!!!)! Die anstehenden dringenden Investitionen sind ja hinlänglich bekannt!

ManD vor 5 Jahren

Hallo Bergfex ich denke aber hier ist der Kosten Nutzen Faktor nicht gegeben ist. Zu wenig vermittelbare Fläche, oder ?

bergfex vor 5 Jahren

@ ManD, die Ulysses Immobilien GmbH – als Nachfolgerin der Hobag Immobilien AG –

ManD vor 5 Jahren

Und wer sollte so einen Platz finanzieren wenn schon nicht mal genug Geld für den Hauptplatz und ein Schwimmbad da sind ?

bergfex vor 5 Jahren

Designer Lukas Jungmann entwarf einen Platz, den es nie geben wird....und das ist sehr schade. man sollte Herrn Jungmann auch einladen den Hauptplatz zu planen.

Anfang Dezember fuhren Baufahrzeuge auf, um die Verlegung der B100 vorzubereiten. Wie geht das ohne Baugenehmigung ? Herr Haider sagte , es gebe noch keine Anfrage dazu. Da kann man schon "Strasse " bauen und Randsteine setzen ? Was läuft hier wieder ?? Auch von seiten der Bürgermeisterin wurde betont noch nichts eingereicht bekommen zu haben. Wenn ich eine Bodenplatte für ein Carport machen will, muss ich eine Bauverhandlung haben, bzw. um eine Baugenehmigung ansuchen.