Theurl als TVBO-Obmann wiedergewählt

Schett und Köll im Vorstand. Werner Frömel leitet weiter den Aufsichtsrat.

Überraschend schnell und ohne „Gegenwehr“ steuerte am 17. Dezember in der Lienzer Dolomitenhalle die Vollversammlung des TVB Osttirol ihrem Höhepunkt zu: Der Wahl eines neuen Aufsichtsrates für den in den letzten Jahren von Krisen und Unstimmigkeiten gebeutelten Verband.

Bereits um 22.00 Uhr waren alle Stimmen in den Urnen und gemeinsam mit „Wahlbeobachtern“ beider wahlwerbenden Gruppierungen wurde ausgezählt. Bemerkenswert war das vor allem angesichts der rekordverdächtigen Besucherzahl. Rund 1200 TVB-Mitglieder und zahlreiche „Kiebitze“ füllten die riesige Halle bis auf den letzten Platz.

Anders als bei früheren Veranstaltungen lief die Stimmzettelvergabe ebenso reibungslos ab wie die Wahl selbst, moderiert vom höchsten Tourismusbeamten des Landes, Gerhard Föger. Nur 30 Minuten nach Wahlschluss verkündete Föger bereits das Ergebnis:

Stimmgruppe 1:

– 35 abgegebene Stimmen, alle gültig

– Bezirksliste: 25 (3 Sitze: Franz Theurl, Andreas Köll, Karl Jurak)

– Team Osttirol: 10 (1 Sitz: Josef Winkler)

Stimmgruppe 2:

– 143 abgegebene Stimmen, eine ungültig

– Bezirksliste: 71 (2 Sitze: Hermann Unterdünhofen, Robert Geiger)

– Team Osttirol: 71 (2 Sitze: Anton Tschurtschenthaler, Max Passler)

Stimmgruppe 3:

– 976 abgegebene Stimmen, 6 ungültig

– Bezirksliste: 444 (2 Sitze: Werner Frömel, Theresia Rainer)

– Team Osttirol: 526 (2 Sitze: Martin Gratz, Josef Schett)

Aus dieser Stimmverteilung ergab sich damit eine Sitzverteilung von 7 zu 5 zugunsten der Bezirksliste. Die so gekürten 12 Aufsichtsräte machten sich gemeinsam mit den fix gesetzten Bürgermeistern Mathias Scherer (Obertilliach) und Josef Mair (Dölsach) zur ersten Sitzung des Gremiums in den ersten Stock der Veranstaltungshalle auf, um den neuen Vorstand zu wählen. Ab diesem Zeitpunkt gestaltete sich die Suche nach einer neuen Spitze für Osttirol allerdings weniger geschmeidig. Bis weißer Rauch aufstieg vergingen immerhin rund zwei Stunden, in denen hinter den Kulissen offenbar hart um die tatsächliche Macht verhandelt wurde. „Kaum waren die Türen zu, wurden die Messer blank gezogen“ kommentierte einer der neu gewählten Mitglieder die Stimmung im Gremium.

Sepp Schett (links) zieht in den TVBO-Vorstand ein. Die Macht halten aber weiterhin Obmann Franz Theurl und sein erster Stellvertreter Andreas Köll in Händen. Foto: Expa/Groder

Schließlich gab man sich aber vor den Kameras aufgeräumt und präsentierte folgende Vorstands-Troika: Franz Theurl ist wie erwartet neuer alter Obmann. Erster Stellverteter wird wieder der Matreier Bürgermeister Andreas Köll sein. Zweiter Stellvertreter wird mit Sepp Schett ein Mitglied des Teams Osttirol. Das Stimmergebnis im Zwölfergremium:

Theurl: 10 Ja, 2 Nein, 2 Enthaltungen

Köll: 8 Ja, 4 Nein, 2 Enthaltungen

Schett: 11 Ja, 2 Nein, 1 Enthaltung

Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde wieder Werner Frömel gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Hermann Kuenz. Durch das erwartete Aufrücken von Theurl und Köll in den Vorstand ergatterten auch noch der Deferegger Hotelier Christian Jesacher und Felbertauernstraße-Chef Karl Poppeller als „Nachrücker“ einen Sitz im Aufsichtsrat. Und so setzt sich das Gremium künftig zusammen:

Die 14 Aufsichtsräte des TVB-Osttirol:

Bezirksliste: Werner Frömel (Vorsitzender), Karl Jurak, Hermann Unterdünhofen, Robert Geiger, Theresia Rainer, Karl Poppeller, Christian Jesacher.

Team Osttirol: Hermann Kuenz (stellvertretender Vorsitzender), Pepo Winkler, Anton Tschurtschenthaler, Max Passler, Martin Gratz.

Bürgermeister: Mathias Scherer (Obertilliach), Josef Mair (Dölsach)

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16 Postings bisher
Manfred Juen vor 5 Jahren

Ich möchte auf diesem Weg dem gesammten Team Osttirol für die tolle Arbeit und das hervorragende Wahlergebnis gratulieren. Aus "demokratischer Sicht" ist der neue Wind und die Botschaft des Teams bein den Wählern mehr wie angekommen.

osttirol20 vor 5 Jahren

Ich kann dem Team Osttriol nur gratulieren, mit der ersten Amtshandlung den Vorsatz, die Politik aus dem TVB zu verbannen, sofort zu brechen. Einen gestürzten ÖVP-Bürgermeister, derzeitigen ÖVP-Gemeinderat und noch dazu einen der für den Stillstand seiner Heimat eintritt als Vorstand zu wählen. Schett ist das schlechteste, dass dem TVB nur hätte passieren können, alle wettern gegen Theurl und Co. aber sind selbst nicht besser. Wem es noch nicht aufgefallen ist, der Initiator des Team Osttirol Zanon gehört der selben Partei wie Schett an - welch ein Zufall. Schade, dass der einige würdige Kandidat des Team Osttirol, Pepi Kreuzer, es nicht geschafft hat in den Aufsichtsrat einzuziehen.

fb vor 5 Jahren

@Wicki: das mit der Fairness - wäre wert zu hinterfragen, warum der SPAR - Mann abgesagt hat, wie auch, warum im Display der Liste B die Nachnamen zuerst geschrieben wurden und auch, warum THEURL nur 3 seiner Leute zum Auszählen der Stimmen genannt hat - ziemlich fair !

Wicki vor 5 Jahren

Das Theurl bei einem Wahlergenis 7:5 Obmann bleibt ist nachvollziehbar, immerhin hat seine Wahlgruppe die Mehrheit errungen. Ebenso wäre es jedoch zu erwarten bzw. auch ein Gebot der Fairness und des Anstandes gewesen, den "Neuen und Unzufriedenen" den Aufsichtsratsvorsitz und somit den Vorsitz im Kontrollgremium zu überlassen. Das wäre auch ein Zeichen der Transparenz und eine Geste der gelebten Zusammenarbeit gewesen. Schade, dass die Bezirksliste das nicht zugelassen bzw. das Team Osttirol diesen Posten nicht erstritten hat.

spitzeFeder vor 5 Jahren

Was ich aus dem Wahlergebnis mitnehme, ist folgendes:

• Die Stimmgruppe der Mächtigen (Stimmgruppe 1) ist bei den Mächtigen geblieben (mit ramponiertem Image, denn offensichtlich glauben nicht mehr alle Mächtigen an die Macht der vergangenen Jahrzehnte).

• Die Stimmgruppe der kleineren Betriebe (Stimmgruppe 2) sollte die Mächtigen zur Vernunft ermutigen, immerhin erhielten die Gegner der Mächtigen 50% plus eine ungültige Stimme.

• Die Stimmgruppe des gemeinen Volkes (Stimmgruppe 3) ist die eigentliche Überraschung. Die Mächtigen sollten sich vorsehen, denn bei kommenden Wahlen im Lande gibt es keine ganz mächtigen und weniger mächtigen Stimmgruppen - bei diesen Wahlen gibt es "nur" Stimmen. Jedes Bürgers Stimme hat hier das selbe Gewicht.

Und das ist auch gut so,

meint

spitzeFeder

max24 vor 5 Jahren

@Realist

Vielleicht könnten wir hier auf DOLOMITENSTADT , so fürchterlich das Wort auch ist, ein " VOTING" machen. Wäre nicht uninteressant. oder ??

realist vor 5 Jahren

@max24

welche deiner meinung nach geeignete person mit den gleichen Verbindungen würdest du denn vorschlagen?

;-)

max24 vor 5 Jahren

Lieber Realist !!

Um in einer Region wirklich etwas weiterzubringen ist es selbstverständlich wichtig alle möglichen Funktionen, Seilschaften, Einflussmöglichkeiten und Verbindungen so gut wie möglich zu nutzen.Wenn es schon " EGAL" ist , will man ja schon von vornherein nicht auf die "BESTE" Person zurückgreifen . Köll ist aber am absteigenden Ast, er wird nur noch von seiner Leibgarde am Leben erhalten,hat die Sympatien in der Bevölkerung verspielt und ist sicherlich nicht die am besten geeignete Person um den TVBO in eine prosperierende Zukunft zu führen.

StatistNik vor 5 Jahren

Man mag zu den Vorgängen rund um den TVBO stehen wie man will, dennoch:

sollten Funktionäre von Vereinen und Verbänden einem Rotationsprinzip folgen, sollten Politiker es ihnen gleichtun, sollten Menschen, die öffentliche Ämter bekleiden das Gemeinwohl über das Eigenwohl stellen und sollte eine anlassbezogene Rücktrittskultur selbstverständlich sein.

Das ist aber selten auf Bundes-, Landes-, Gemeindeebene oder bei Vereinen und Verbänden zu finden.

Man könnte aber auch einfach mal die Bevölkerung fragen, was sie dazu zu sagen hat.

realist vor 5 Jahren

@max24

ist es deiner meinung nach nicht wichtig alle möglichen funktionen. seilschaften, einflüßmöglichkeiten, verbindungen, ......usw. so gut wie möglich zu nützen! Ich denke schon - egal wer das verbindungsglied darstellt!

wäre die wahl einseitig ausgegangen (größte wertschätzung an die Mitglieder des Team Osttirol) so bestünden diese möglichkeiten nicht wirklich ---- oder?

Pepi Kreuzer Parkhotel Tristachersee vor 5 Jahren

Meinen herzlichen Glückwunsch dem Team Osttirol für seinen Mut aber auch für das hervorragende Ergebnis bei der gestrigen Tourismuswahl in Lienz!

Und dennoch war es ein neuerlicher Beweis dafür, dass der Osttiroler Tourismus weiterhin dem politischen Establishment Land Tirol (Dr. Föger), Dr. Köll, Franz Theurl und Werner Frömel schmachvoll unterlegen ist. Der Wahlmodus wird von den Verantwortlichen im Land Tirol seit Jahren in dieser undemokratisch unwürdigen Form geduldet, ja sogar gewünscht damit man die dummen Unternehmer mit ihren eigenen Geldern in Schach halten kann. Dies ist ein Skandal, den ich seit vielen Jahren in meiner Heimat erleben muss. Ich betrachte die Vorgangsweise als Knebelung der wirtschaftstreibenden Bevölkerung und die Herren Theurl und Frömel als die willigen Kollaborateure und Auslieferer unserer fleißigen Mitglieder.

Jedoch "DER KRUG GEHT SOLANGE ZUM BRUNNEN, BIS ER BRICHT" (Wolfgang von Goethe)

"DIE HOFFNUNG LEBT", auf eine neue und freie Tourismuszeit in Osttirol. Die neue alte Mannschaft hat nachweislich den katastrophalen Zustand unseres TVBO mit Gewalt und Eigennutz herbeigeführt und muss dafür gerade stehen. Mit den Verschleierungen der Fakten und den ständigen Versuchen mit verlogenen Argumenten "schönes Wetter zu machen", wird hoffentlich bald Schluss sein, um endlich Licht ins Dunkel zu bringen. Die notwendigen Schritte müssen unter allen Umständen gesetzt werden. Meine langjährige Erfahrung, aber auch mein Wissen im Aufsichtsrat lässt es nicht zu, zur "Schwamm-Drüber-Politik" der "Alten und Neuen Tourismusmanager" zu schweigen.

Es lebe die freie Wirtschaftsentfaltung in unserem Bezirk und hinweg mit den Methoden dieser Unterdrücker aus dem politischen Lager.

Auf baldige Kommentare,

Kreuzer Pepi - Freigeist des TVBO

max24 vor 5 Jahren

zu Realist

Realität ist aber, das dieser Einfluss auf Landesebene im schwinden ist !!!

realist vor 5 Jahren

Finde den Ausgang der Wahl eigentlich nicht so schlecht! Bei einer 7:5 Verteilung kann sich auch das Team Osttirol ausreichend einbringen! So ist ein gewisser Kontrollfaktor gegeben und sind auch aus allen Osttiroler Regionen Personen vertreten! Ist doch gut oder? Und es schadet doch sicherlich nicht einen Landespolitiker mit viel Einfluss und Durchsetzungsvermögen in diesen Reihen zu haben, oder?

max24 vor 5 Jahren

Gratulation an das Team Osttirol !!

Eigentlich war diese Wahl gestern ein gewaltiger Erfolg für das Team. In der 3-er Gruppe , wo noch die Köpfe zählen,konnte ein erstaunlicher Vorsprung an Stimmen gezählt werden . Obwohl sogar fast alle Matreier Gemeindeangestellten und der Matreier Männergesangsverein zur Stimmabgabe bzw Vollmachtsabgabe abkommandiert wurden. Es war ein Aufschrei der Basis , die sich nicht mehr alles gefallen lassen will. Ein Vorgeschmack auf die Landtagswahl 2013. Die ÖVP unter Köll wird sich warm anziehen müssen. Im Vorstand des TVBO bleibt leider noch alles beim alten. Ist auch gut so, nun müssen sie selber die Schwierigkeiten meistern und die Versprechen einhalten, die sie gestern selbst noch eindrucksvoll vor 1000 Mitgliedern auf die Leinwand projeziert haben. Eine starke motivierte Gruppe wird ihnen aber ganz genau auf die Finger schauen und hoffentlich laufend die Öffentlichkeit informieren.

hinterbergler vor 5 Jahren

Dr.Köll sollte doch bei den nächsten Misswahlen in Osttirol antreten! Weil er "miss" immer und überall dabei sein! Bei der Menge an Jobs, ist wahrscheinlich ein Tag mit 24 Stunden zu kurz! Also bin echt enttäuscht, es wird alles so weitergehen wie bisher. Der Obmann macht das, was ihm der liebe Andi alles einflüstert.... Die "Köllsche"Dominanz erlebt fröhliche Urständ!

Herzlichen Glückwunsch an alle, die diese Herrn gewählt haben!

wuchtel vor 5 Jahren

bravo gut gewählt ! und wieder geht ohne köll nix........löwingerbühne live und ohne eintritt !!!!