Osttirols ÖGB-Chef kritisiert heimisches Lohnniveau

Nur in fünf Bezirken werden in Österreich noch niedrigere Gehälter gezahlt als in Osttirol.

Einen traurigen Spitzenplatz belegt der Bezirk Lienz im Bereich des zu niedrigen Lohnniveaus. Mit einem Durchschnittseinkommen von 16.976 Euro findet man Osttirol unter 99 Bezirken erst auf den hintersten Rängen. Nur in fünf anderen Bezirken verdienen die Bürger noch weniger.

Schuld an der Misere sind laut 30 Osttiroler Betriebsräten und Personalvertretern der ungesunde Branchenmix, die hohe Teilzeitquote und die fehlende Bereitschaft der Betriebe, mehr zu bezahlen, als die in den Kollektivverträgen festgeschriebenen Mindestlöhne.

Osttirols ÖGB-Vorsitzender Willi Lackner kritisiert, dass heimische Firmen ihren Arbeitern zu geringe Löhne zahlen. Foto: Martin Lugger

Dadurch verdiene man im Bezirk im Schnitt jährlich 2.784 Euro Netto zu wenig. „Wir fordern die Unternehmer daher auf, in Hinblick auf die exorbitant hohen Lebenserhaltungskosten, sozial faire Löhne zu bezahlen“, so Osttirols ÖGB-Vorsitzender Willi Lackner. Immerhin liege das durchschnittliche Jahresnettoeinkommen in Österreich bei 19.760 Euro. „Leider trägt die hohe Arbeitslosigkeit von 10 % im Bezirk nicht gerade zu einem gesunden Wettbewerb bei“, weiß Lackner.

Noch schlechter steht es um die Einkommen der Osttiroler Frauen. Diese findet man im bundesweiten Bezirksranking an drittletzter Stelle. „Mit 12.487 Euro verdienen unsere Frauen jährlich um 3.128 Euro weniger als der österreichische Durchschnitt“, prangert Osttirols ÖGB-Frauenvorsitzende, Gabi Zambelli, an. Der Grund dafür liegt auf der Hand, gehen doch 34,7 % der Frauen im Bezirk Lienz einer Teilzeitbeschäftigung nach.

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5 Postings bisher
sonnenstadtler vor 5 Jahren

...ich traue dem ögb schon gute analysen zu, aber kann man von einem so hohen funktionär nicht auch mehr verlangen? wenn das irgendwer sagt, dann ist es mir egal, aber, aber --- ?!

...glaubt da wer, dass sich das lohnniveau etwa verbessert mit FMZ und M99 oder wie auch immer der tempel heißen wird und noch weitere die folgen sollen...??? denke schon, dass die kleinen betriebe noch am ehesten mit den paradebetrieben liebherr, durst, usw. mithalten können, die wissen wie man mit guten fachkräften umgehen muss, aber wie schaut es denn aus bei den großhandelsketten??? ...wenn der eine oder andere echte, eingesessene kleine fachbetrieb in den gassen seine miete nicht mehr wird zahlen können, weil die shop-buchten in den neuen häusern schon mal gefüllt sind für ein erstes jahr? sage nur mehr... ...widmungen einfach durchgewinken und dann den branchenmix kritisieren??? was soll das???

senf vor 5 Jahren

wenn man nun alle öffentliche bediensteten, wie beamte. lehrer, spittalsangestellten und alle gehaltsempfänger der interessensvertreter (kammern, rechtsanwälte...), die ja tirolweit die selben gehälter beziehen summiert und den privatwirtschaftlichen angestellten und arbeitern des bezirkes gegenüber stellt, dann kommt ein noch gravierender einkommesunterschied heraus. relativ gesehen verdienen die der meisten osttiroler daher noch weitaus weniger als ein herr lackner das statistisch nach seiner methode errechnet hat. . viele erinnern sich sicherlich noch an den "bösen" liebherr, der sich bei der suche nach mitarbeitern nicht an "osttiroler" verhältnisse gehalten hat und trotz drohung der örtlichen unternehmer samt ihren vertretern höhere gehälter eingeführt und damit so manchen unterbezahlten facharbeiter aus eingesessenen betrieben abgeworben hat. anstelle von ehemaligen matreier ks-angestellten hat man damals ja vermehrt personal aus oberkärnten genommen. ähnliche situationen gabs auch immer wieder bei anderen firmenniederlassungen. . ein herr lobenwein müsste sich daher besser informieren und sollte zumindest den versuch unternehmen, die einkommensschere (sauarm & stinkreich) osttirols näher zu hinterfragen (kz, sonntag 23. dez). . arbeit in osttirol wird auch ungerecht verteilt und es sollte mutig einmal offen dargelegt werden, welche bürgermeister mit wievielen risikolosen bezügen aus "nebenämterchen" ihr grundgehalt regelmäßig auffetten und dafür eigentlich keine erkennbare leistung erbringen (abwasserverbände, aufsichtsratsgagen, liftgesellschaften,...), weil diese aufgaben vielfach ohnehin von den angestellten erledigt werden. . es fällt auch auf, dass gewisse monopobetriebe in osttirol - zugleich auch kammermitglieder - sich auffallend gut und gerne am imobilienmarkt bedienen (lienz). . der @ suedstadtler hat recht, wenn er meint: "Also verdient doch die “heimische” Wirtschaft die Differenz". . ich würde allerdings nicht "verdient" sonder "nimmt" meinen.

eh klar vor 5 Jahren

Das Mission Statement des ÖGB: Wir arbeiten mit aller Kraft dafür, dass alle Menschen auf soziale Sicherheit vertrauen können; dass der vorhandene Wohlstand gerecht verteilt wird; und dass alle Menschen - alt oder jung, Männer oder Frauen, beschäftigt oder arbeitslos, krank oder gesund, in Österreich geboren oder nicht - die gleichen Chancen haben. Wir wenden uns kompromisslos gegen jede Art von Diskriminierung, Rassismus, Faschismus und Diktatur.

Wie kann das sein das ich brutto € 1000.- im Monat verdiene ( nach dem NEU ausgehandelten Verträgen) und in Wien bekomm ich für dieselbe Arbeit € 1900.-- Euro brutto?? Wo ist da der ÖGB gewesen?? Habt Ihr eure Mission da kurzzeitig vergessen, oder wie wollt ihr mir das erklären lieber ÖGB!?

hallo vor 5 Jahren

Aber fest für ein EKZ eintreten und dieses unter allen Umständen durch drücken, dass im klein strukturierten Handel noch mehr Arbeitsplätze verloren gehen und die Größen noch mehr abcashen. Bravo Herr Lackner! Das ist leider die falsche Ansage! Wasser predigen und Wein trinken. . Es ist schon tragisch, dass unser Bezirk unter den Schlusslichter in Österreich ist aber wer hat es denn in der Hand gute Betriebe a la Durst, Loacker, IWT, Hella,.... Zu uns zu bringen? Die Entscheidungsträger, die in der Gemeinde und im Landtag sitzen.

suedstadtler vor 5 Jahren

Wenn man die Stundensätze auf den diversen Rechnungen - KFZ, Installateur, Tischler usw.- anschaut, sind diese mindestens gleich hoch, wie in Bundesländern mit weitaus höherem Lohnniveau. Also verdient doch die "heimische" Wirtschaft die Differenz. Aber die jammert über die brutal hohen Personal- und Personalnebenkosten. Da kann man nur sagen: Wer jammert, der hat.