Pupp: Isel-Tamarisken ausreichend geschützt

Umweltlandesrat sieht Hausaufgaben in Sachen Natura 2000 gemacht.

Naturschutzlandesrat Thomas Pupp sieht die Isel ausreichend geschützt. Foto: Andreas Hofer

Sehr unterschiedlich reagieren heute der Umweltdachverband und die Tiroler Landesregierung auf eine aktuelle Forderung der EU-Kommission, 150 neue Natura-2000-Gebiete in ganz Österreich auszuweisen. Eines davon wäre die Isel in Osttirol mit ihren Beständen der „deutschen Tamariske“, als Indikator für eine noch intakte Flussökologie.

Der Dachverband der Umweltschützer wiederholt seine Vorwürfe, wonach die Bundesländer säumig seien und damit hohe Strafzahlungen riskierten: „“Die EU-Verträge sehen in derartigen Fällen Geldstrafen von bis zu 60 Mio. Euro pro Jahr vor“, meint Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Verbandes.

Der Tiroler Naturschutzlandesrat Thomas Pupp (SPÖ) reagiert dagegen „mit großer Gelassenheit“ auf die Forderungen der Kommission. Es handle sich lediglich um ein informelles Vorverfahren, das Auffassungsunterschiede zwischen der EU und den Mitgliedsstaaten möglichst ohne formelles Vertragsverletzungsverfahren ausräumen soll.

Im Falle der deutschen Tamariske an der Isel habe es schon einmal ein Vertragsverletzungsverfahren gegeben, das letztlich eingestellt wurde. „Der betroffene Lebensraum steht österreichweit sogar in höherem Ausmaß unter Schutz, als dies in der EU sonst üblich ist“, betont der Landesrat: „In Tirol haben wir unsere Hausaufgaben in Sachen Natura 2000 gemacht.“

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4 Postings bisher
wolf_c vor 5 Jahren

31992L0043 RICHTLINIE 92/43/EWG DES RATES vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen

ANHANG I NATÜRLICHE LEBENSRAUMTYPEN VON GEMEINSCHAFTLICHEM INTERESSE, FÜR DEREN ERHALTUNG BESONDERE SCHUTZGEBIETE AUSGEWIESEN WERDEN MÜSSEN

Auslegung Eine Orientierungshilfe für die Auslegung der natürlichen Lebensraumtypen wird im „Interpretationshandbuch der Lebensräume der Europäischen Union“ gegeben, welches durch den nach Artikel 20 eingesetzten Ausschuss („Habitat-Ausschuss“) befürwortet und durch die Europäische Kommission veröffentlicht wurde ( 7 ).

Der Code entspricht dem Code von NATURA 2000.

(unter anderem):

32. Fließgewässer — Abschnitte von Wasserläufen mit natürlicher bzw. naturnaher Dynamik (kleine, mittlere und große Fließgewässer), deren Wasserqualität keine nennenswerte Beeinträchtigung aufweist

3210 Natürliche Flüsse Fennoskandiens 3220 Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation 3230 Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica 3240 Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix elaeagnos 3250 Permanente mediterrane Flüsse mit Glaucium flavum 3260 Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion 3270 Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p. 3280 Permanente mediterrane Flüsse: Paspalo-Agrostidion und Galeriewälder aus Salix und Populus alba 3290 Temporäre mediterrane Flüsse mit Paspalo-Agrostidion-Vegetation

....... wozu wurde dies von der Regierung unterschrieben, wenn es dann das Papier nicht wert ist, und Politiker Klagen dazu riskieren ...?

Leonhard vor 5 Jahren

Also diese rote Umweltschutzpolitik war schon bei Gschwentner schlecht, scheint aber bei Pupp noch schlimmer zu werden. Es geht hier nur am Rande um die Tamariske, vielmehr geht es um den Schutz eines großteils noch intakten Lebensraumes. Womit wollen wir denn in Zukunft für das Tourismusland Osttirol werben, wenn nicht mit der unberührten Naturlandschaft? Pupp sollte ein bisschen mehr auf unsere Spezialitäten im Bezirk eingehen, anstatt nur Pflichtbesuche im Nationalpark zu absolvieren und über Natura 2000 im gesamten Bundesland Tirol zu faseln. So ist er nicht viel besser als Köll, der bei jeder nur sich bietenden Gelegenheit den Teufel "Naturschutz" an die Wand malt.

iseline vor 5 Jahren

Immer mehr erweist sich LR Pupp als "würdiger Nachfolger" von H. Gschwentner. Sprach sich der Umweltlandesrat (!) zuerst für die Totalerschließung des Piz val Gronda aus, vertritt er auch jetzt brav die seit Jahren einzementierte Haltung des Landes zur Nachnominierung der Isel. Trotz eines Fachgutachtens von Kudronovsky, 2011, das in Brüssel aufliegt, stützt sich die Landesregierung weiterhin auf eine ihr genehme Studie, natürlich eine hausgemachte. Das Faktum, dass die Osttiroler Bürgermeister bei ihrem EU-Besuch erfahren mussten, dass die EU einen Nachnominierungsbedarf für die Tamarisken sieht, verschweigt auch Herr Pupp. Passend zur Panikmache vor Natura 2000 bleibt meist unerwähnt, dass im Falle einer Nominierung nur von der Isel und dem Streifen öffentliches Wassergut die Rede ist, kein Grundbesitzer davon betroffen wäre und dieser Bereich auch jetzt schon nicht wirtschaftlich genutzt werden kann. Dass mit einer Nominierung auch Gelder zu lukrieren wären, ist im finanzschwachen Osttirol nicht sehr publik, eigenartig!

Man muss fast annehmen, dass die SPÖ weiterhin Co-partner in der nächsten Regierung bleiben will, Wasserkraftbefürworter um "jeden Preis" bleibt, auch wenn es um den letzten ökologisch intakten Gletscherfluss der Alpen geht. Der Titel Naturschutz - und Umweltlandesrat bleibt dabei allerdings eine Augenauswischerei. Das ist nicht nur schade, sondern ein Verlust für Tirol, das ja gerade für seine intakte Natur wirbt und Großteils auch davon lebt.

wolf_c vor 5 Jahren

... solange der Tiroler Umweltanwalt weisungsgebunden ist (als einziger in Österreich) haben Wasser-Kraftwerksbauer und Seilbahner und Golfplatzler nicht viel zu befürchten, weil wenn es zur Sache geht siehe die letzte Entscheidung des jetzigen gemeinnützigen Wohnbauers ... die Regierung mißachtet ihre eigenen Gesetze, gestützt auf schwindlige Gutachten ... einfach nur peinlich ... hoffentlich hat Herr Pupp nicht zuviel politische Absichten ...