ÖGB-Chef Lackner spricht sich für Soziales Jahr aus

Osttirols ÖGB-Vorsitzender Willi Lackner sieht im freiwilligen Sozialen Jahr eine große Chance.

Für Osttirols ÖGB-Vorsitzenden Willi Lackner steht fest, dass ein freiwilliges Soziales Jahr vielen Arbeitsuchenden neue Chancen eröffnet. Foto: Martin Lugger

Nachdem sich im Bezirk Lienz zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft für den Erhalt der Wehrpflicht und das bestehende System des Zivildienstes stark gemacht haben, spricht sich Willi Lackner, Regionalvorsitzender des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) in Osttirol, für das freiwillige Soziale Jahr aus.

„Aus gewerkschaftlicher Sicht ist es ein riesiger Fortschritt, wenn junge Menschen, statt eines besseren Taschengeldes, 14 Mal im Jahr 1.386 Euro für ihre wertvolle Arbeit im Dienste der Gemeinschaft erhalten“, so Lackner.

Da die Entlohnung auf Basis bestehender Kollektivverträge und geltendem Arbeitsrecht basiert, wären alle Menschen, die sich freiwillig für ein Soziales Jahr entscheiden, genauso Pensions-, Unfall-, Arbeitslosen- und Krankenversichert wie die meisten Arbeitnehmer.

Zudem werde das Soziale Jahr bei gewissen Ausbildungen und im öffentlichen Dienst als Vordienstzeit angerechnet. „Daraus ergeben sich für Frauen und Männer gute Chancen für einen beruflichen Umstieg oder Neuanfang“, ist Lackner überzeugt.

Auch die Kostenfrage hält Lackner für überschaubar. Insgesamt würde das neue System dem Bund drei Millionen Euro mehr als der Zivildienst kosten. „Diese drei Millionen sollten wir uns für engagierte junge Menschen, die freiwillig einer sinnvollen Arbeit nachgehen wollen leisten“, fordert Lackner. „Unser Sozial- und Gesundheitssystem braucht viele motivierte Mitarbeiter.“

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5 Postings bisher
DerEinsameRechner vor 5 Jahren

Denkt jemals irgendwer daran, dass diese Diskussion auf dem Rücken der jungen, männlichen Staatsbürger ausgetragen wird? Ohne mit der Wimper zu zucken, bezeichnen, Politiker, Vertreter von Blaulicht- und Hilfsorganisationen oder auch User hier die "Zivis" ganz offen als "billige Arbeitskräfte". Hat sich einmal jemand überlegt, dass sich das Sozialsystem von diesen Billigarbeitern abhängig gemacht hat? Kein Wunder, dass dabei ein "bewährtes System" herausgekommen ist...

presse vor 5 Jahren

Das man mit den 1400€ die Menschen ködern will finde ich nicht. Momentan bekommt man für ein soziales Jahr ca 200€ im Monat. Dann macht man es nicht zu Hause vor der Haustür sondern ganz irgendwo anders und dann kann sich jeder vorstellen wie weit man mit 200€ kommt. Da ist es für einen Erwachsenen Menschen, der wahrscheinlich schon diversen Verpflichtungen (Miete, Auto, Kinder, Kredite,..) nachgehen muss, unmöglich solch ein Abgebot in Anspruch zu nehmen.

Weiters über die Kosten der teuren Berufssoldate: Es fallen die ganzen Kosten weg, die für GWDs aufgebracht werden müssen. Musterung, Fahrten, Essen, Treibstoff der für Krankentransporte, Militärspitäler schließen,..

Es konmen die Steuern dazu, die man zahlt wenn man nicht zum BH muss. Usw..

Ich trau mich nicht zu sagen, was billiger und was teurer ist..

Platzinho vor 5 Jahren

Vielleicht kann er mir dann plausibel erklären, wie sich Angehörige dann z.B. noch die Pflege in Einrichtungen wie der Lebenshilfe leisten sollen? Wer bitte kann sich ernsthaft vorstellen, dass das nicht alles teurer wird, wenn statt "billiger" Zivildiener auf einmal "normalbezahlte" Mitarbeiter bezahlt weden müssen?

Oder wie sollen Katastropheneinsätze noch bezahlbar sein, wenn statt 100 Grundwehrdienern á 300 €/Monat auf einmal 100 Berufssoldaten á 1400 €/Monat bezahlt werden müssen? Und wenn man nicht anpacken will, sucht man sich halt einen anderen Job, ist ja egal... Das kann bei Grundwehrdienern nicht passieren

Ganz einfach...man dreht halt die Steuern wieder rauf, der kleine Normalbürger hats ja eh nur zum Hernehmen...

Ein freiwilliges soziales Jahr ist sicher keine schlechte Idee, z.B. für Personen, die- in "höherem" Alter - ihren Arbeitsplatz verloren haben und sehr gerne im Pflegebereich arbeiten, aber das sollte meiner Meinung nach nicht von Wehrpflicht usw. abhängig gemacht werden, sondern das könnte ohne weiteres zusätzlich angeboten werden.

Herr Lackner hat es zwar nicht angesprochen, aber man hört auch immer wieder den Schwachsinn mit der verlorenen Zeit. Ich selbst habe mein Jahr beim Zivildienst nicht bereut. Schließlich verplämpern gar nicht wenige Studenten auch Zeit und Geld, indem sie einfach mal studieren bis sie 40 sind. Da fragt auch keins nach...

Bessawissa vor 5 Jahren

Junge Männer, von denen ich es nicht erwartet hättte, sprachen sich eindeutig f ü r den Zivildienst aus. obwohl die Bezahlung nicht gerade hoch ist. Das zeigt, dass außer dem Geld, noch andere Kriterien entscheidend sind. Die Freiwilligen mit Geld zu ködern wird nicht den gewünschten Erfolg bringen. Ein System, das sich bewährt hat, durch ein neues, von dem man nicht weiß, ob es auf Knopfdruck funktioniert, muss infrage gestellt werden. Herr Lackner unterstützt die Linie seiner Partei, die den Wehrdienst durch ein Profiheer ersetzen will. Leider ist es hier so, wie bei unserer Fußballnationalmannschaft. Gute Eiinzelkönner, aber als Mannschaft nicht Europa tauglich. Wie will das neue Profiheer im Konzert der Großen mitspielen, wenn nicht die finanziellen Mittel bereitgestellt werden, die für ein NATO-Niveau notwendig sind? Da ist mir das kleine, überschaubare Bundesheer mit Wehrpflicht lieber. Was sagt der Gewrkschafter Lackner zum zu erwartenden Verlust von Arbeitsplätzen in Lienz durch Schließung der Kasernen? Zahlt eh die Gwerkschaft! Oder

defregger vor 5 Jahren

...die absolut richtige Denkweise. Was in Deutschland und anderen europäischen Staaten schon lange funzt, sollte auch in Österreich leicht und zeitnah umsetzbar sein.

Herzlichst ihr df