Gipfelkreuz auf dem Glockner wird verhüllt

Durch das Verhüllen markanter Osttiroler Kreuze will die Kirche zum Nachdenken anregen.

Statt einer Schicht aus Schnee und Eis, soll der kleine Korpus am Glocknerkreuz, von Aschermittwoch bis Karfreitag, mit einem violetten Tuch umwickelt werden. Foto: Willi Seebacher

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des II. Vatikanischen Konzils rief Papst Benedikt der XVI. das „Jahr des Glaubens“ aus. Dabei soll auf vielfältige Art und Weise der Glaube thematisiert werden.

Damit auch im Bezirk Lienz die Menschen für die Initiativen der römisch-katholischen Kirche sensibilisiert werden, hat man sich etwas ganz besonderes überlegt: An ausgewählten Standorten werden, außerhalb von sakralen Gebäuden, von Aschermittwoch bis Karfreitag, mehrere markante Kreuze verhüllt.

In Lavant sind das die Kreuzigungsgruppe oberhalb der Wallfahrtskirche und das Gaba-Kreuz. In Leisach das Kreuz am Gemeindeplatz sowie die Kreuze am Prozessionsweg. In Lienz wird nicht nur das Haidenberger Kreuz und das Mitteregger Kreuz sowie das Kreuz an der Abzweigung Falkensteinerweg-Meranerstraße verhüllt, sondern auch das Kreuz am Kirchturm der Heiligen Familie. „Dafür wird eigens ein Bergführer nach oben klettern“, erzählt Andreas Weiskopf, Mitinitiator und Pfarrgemeinderat der Heiligen Familie.

Dekan Bernhard Kranebitter (l.) und Andreas Weiskopf erhoffen sich durch diese Aktion ein hohes Maß an Aufmerksamkeit für die Kirche und das „Jahr des Glaubens“.

Doch um Aufmerksamkeit zu erregen wollen die Osttiroler Vertreter der Aktion noch viel höher hinaus. „Gemeinsam mit Bischof Manfred Scheuer, und unter der Führung der Kalser und Heiligenbluter Bergführer, werde ich auf den Großglockner steigen und dort den Korpus am Kreuz verhüllen“, freut sich der Lienzer Dekan Bernhard Kranebitter. Sämtliche Genehmigungen dafür wurden bereits eingeholt.

Dass dies Gipfelstürmer eventuell verärgern könnte, oder zu Vandalenakten verleite glaubt Kranebitter nicht. „Zum einen ist davon nur ein ganz kleiner Teil des gesamten Kreuzes betroffen, und zum anderen ist die Aktion in der Geschichte des Kreuzes einmalig – und bleibt auch nur für die Dauer von 40 Tagen bis Karfreitag bestehen.“

Zum besseren Verständnis werden an allen Orten Info-Tafeln angebracht, die den Menschen die Hintergründe dieser Aktion vermitteln. „Letztendlich geht es darum, dass die Gewohnheit unser Sehen blind macht“, erklärt Kranebitter die Motivation zu der Aktion. „Durch das Verhüllen sollen sich die Menschen fragen, wie das Objekt darunter ausgesehen hat und was es eigentlich darstellt.“

Durch das Verhüllen der Kreuze mit violetten Stoffen wollen die Verantwortlichen die Menschen dazu anregen, über das dahinter Verborgene nachzudenken.
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4 Postings bisher
griasenk vor 5 Jahren

@Dekanat Lienz/ Roland Ich wüsste nicht was das bringen sollte, ein Gespräch zwischen uns. Ich bin selber Vater und kann Ihnen sagen, wenn einer eines meiner Kinder anfassen würde, hätte das ernsthafte Konsequenzen für diese Person. Kinder sind heilig und verdienen es von uns beschützt zu werden und es kann nicht sein das unter dem Deckmantel der Kirche solche Sachen einfach so abgetan werden. Die Kirche investiert Milliarden in Immobilien, keine Ahnung wo, anstatt den Opfer (nachgewiesen natürlich) die Ihnen zustehende Entschädigung zukommen zu lassen. Ist schon klar, Geld macht das alles nicht gut, aber kein Geld auch nicht. Diese Menschen sind ein Leben lang traumatisiert und können eigentlich nicht viel dagegen tun. Das es solche Dinge in der Kirche gibt, kann vermutlich niemals wirklich verhindert werden. Aber das Menschen, Brüder, Schwestern, Männer und Frauen da einfach wegsehen, verstehe ich nicht. Kinder sind das Heiligste das es gibt. Es tut mir leid, das Menschen wie Sie, Herr Hofbauer das alles abbekomen. Aber wenn dann Aktionen zum "Nachdenken" gestartet werden und im gleichen Moment wieder Ungereimtheiten ans Tageslicht kommen, dann verliert das alles an Glaubwürdigkeit für mich. Auch ich durfe teilweise die Erziehung (Religionsunterricht VS) durch einen Mönch durchlaufen und auch wenn mich sein Schlüsselbund das eine oder andere mal traf, nie und nimmer hätte diese Franziskaner einen Schüler angegriffen. Mich ärgert diese Scheinheiligkeit, die sich für mich in einigen Dinge widerspiegelt. Die Pfarren gehen in der Gemeinde für die Kirchenrenovierung Geld sammeln und der Vatikan verpulvert viel Geld für Immobilienkäufe udgl. . Verstehe ich nicht und vermutlich soll das ja auch so sein. Auch ich hatte ein Erlebnis, welches mich schon in jungen Jahren sehr geprägt hat. Im Jänner gegenete mir ein junges Paar aus Osteuropa, das Mädchen hochschwanger und der Junge sehr verzweifelt. Sie waren geflohen, warum weiss ich leider nciht mehr und baten mich um Hilfe. Mit dem Gedanken an die Nächstenliebe, brachte ich sie zur Pfarre St. Andrä. Ich dachte sehr blauäugig, wie ich heute weiss, dass der damalige Pfarrer mit Sicherheit helfen würde. Doch da sollte ich mich sehr irren, denn es kam nur die Aussage "Wos soll i denn mit de?" . Der werte Herr hatte seine Serviette im Kragen stecken und wir hatten ihn wohl beim Abendessen gestört. "Na, hauts ab, i kann mi nit um des ano kimmern!" und damit war das Gespräch beendet und die TZür fiel knallend ins Schloss. Ich nahme die Zwei mit zu mir nach Hause und obwohl es etwas eng wurde verbrachten wir schöne Tag bis ihnen von anderer Stelle geholfen wurde. Tja was soll ich sagen "NÄCHSTENLIEBE" ist eben doch nur ein Wort.

In diesem Sinne griasenk

Dekanat Lienz vor 5 Jahren

Ja, sie haben Recht. Es läuft tatsächlich vieles schief in der Kirche. Gerade deshalb versuchen wir hier vor Ort einen neuen Anfang zu setzen. Wir interessieren uns wirklich dafür, was die Leute hier im Land interessiert. Wenn das bei Ihnen als Heuchelei ankommt, dann tut uns das sehr leid. Ich kann nur von mir reden - als Repräsentant dieser vielgescholtenen Kirche im Dekanat Lienz - und sagen, dass es nicht als Heuchelei gedacht und gemeint ist. Es gibt innerhalb der Kirche sehr viele verschiedene Akteure - die ja auch vielleicht nicht immer das Gleiche wollen. Sehr gerne würde ich mit Ihnen einmal ins Gespräch kommen über diese Dinge - erreichbar bin ich unter der e-mail dekanat.lienz@gmail.com bzw. telefonisch unter: 0676-87307895

Einstweilen die besten Grüße Roland Hofbauer, Dekanat Lienz

griasenk vor 5 Jahren

Muß tintifax beipflichten. Wenn man verfolgt wieviel schief läuft in der Kirche, dann sollte die Kirche einmal selber nachdenken. MIr geht diese Heuchlerei aber sowas von was auf die Nüsse. Verzeihen Sie mir diese Ausdrucksweise aber ich werde hier richtig zornig und böse. Ist schon klar, man kann nicht alle Würdenträger der Kirche über einen Kamm scheren, aber die Menschen die dieser Instituion dienen und anständig geblieben sind solten es tunlichst vermeiden, wegzusehen. Ich erinnere an den Fall Hermann Groer, der nach den Missbrauchsvorwürfen still und heimlich von der Bildfläche verschwandt. Und damit war alles erledigt, für die Kirche. Das die Jugendlichen, welche Herrn Groer vertraut haben, leiden heute und vermutlich ihr ganzes Leben lang. Herr Groer bat irgendwann die Menschen und die Kirche um Vergebung und damit ist es vollbracht. Wo bleibt da das Recht der Kinder und Schutzbefohlenen, warum kommen viele dieser Pädophilen einfach so durch?

Ja lieber Vatikan, zum Nachdenken bring mich einiges was die Kirche betrifft. Auch wenn diese Aktion mit SIcherheit einen löblichen Hintergedanke hat, zumindest bei Andreas Weiskopf und Dekan Bernhard Kranebitter. Es gibt Zeiten da schäme ich mich wirklich, der christlichen Glaubensgemeinschaft anzugehören.

Es steht mir nicht zu die Kirche zu kritisieren, aber wie ich schon Anfangs erwähnt habe, für mich ist das Heuchlerei. "Wasser predigen und Wein saufen!"

griasenk

tintifax vor 5 Jahren

Durch das Verhüllen markanter Osttiroler Kreuze will die Kirche zum Nachdenken anregen.

Nun ja, zum Nachdenken bringt mich wie der Vatikan so manch dubioses Geschäft macht:

Der Vatikan macht wieder mit dubiosen Finanzgeschäften Schlagzeilen. Nun haben Journalisten des britischen „Guardian“ herausgefunden, dass der Kleinstaat geheim Immobilien kaufte. Der Erwerb war - wie jetzt bekanntwurde - ein gut gehütetes Geheimnis. Nicht ohne Grund, denn angeblich wurden die Objekte aus jenem Geldtopf finanziert, der aus dem faschistischen Mussolini-Regime stammt. Über 23 Millionen Euro sollen in exklusiven Gegenden Londons investiert worden sein. Für den Vatikan ist die Sache alles andere als „geheim“.