Ein Nationalpark als echte Natur-Datenbank

Im Nationalpark Hohe Tauern erforscht man die Artenvielfalt und lässt den Bartgeier frei.

Im Juni erheben Wissenschaftler und Hobbyforscher im Innergschlöss den Naturbestand. Foto: NPHT

Anfang Juni 2013 wird im Matreier Gschlösstal die voraussichtlich letzte Bartgeierfreilassung stattfinden. „Es gibt in den Alpen einen ordentlichen Bestand an Bartgeiern. Diese pflanzen sich mittlerweile auch in freier Wildbahn fort“, verriet Nationalparkdirektor Hermann Stotter am Freitag, 25. Jänner, bei seinem Ausblick auf die Aktivitäten im Nationalparkjahr.

Inzwischen sei die Zahl der im Freiland zur Welt kommenden Bartgeier sogar höher als die Anzahl der jährlich freigelassenen Vögel, weiß Stotter. „Dabei ist der Nationalpark Hohe Tauern nicht nur die Wiege zahlreicher Bartgeier, sondern auch die Schnittstelle für das österreichische und alpenweite Bartgeier- Monitoring.“

Neben der letzten Bartgeierfreilassung zählt auch der „GEO-Tag der Artenvielfalt“ zu den diesjährigen Schwerpunkten des Nationalparks. Vom 14. – 16. Juni erheben, in Zusammenarbeit mit dem GEO-Magazin, 70 Wissenschaftler und interessierte Hobbyforscher, 24 Stunden lang im Innergschlöss die dort bestehende Artenvielfalt. Die Ergebnisse fließen in die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks ein. „In dieser geben derzeit über 280.000 Datensätze einen wertvollen Überblick über die Funde“, erklärt Stotter.

Nationalparkdirektor Hermann Stotter lässt im Sommer 2013 erheben, wieviel an Wertschöpfung die Besucher des Schutzgebietes der Region bringen.

Auch im Rahmen des Projekts „Nationalparkzertifikat für Almen“ ist man nicht untätig. In einer einzigartigen Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft wurden zahlreiche Maßnahmen für die Natur umgesetzt. „Dabei ist das Ziel einer nationalparkgerechten Almwirtschaft ein Erfolgsmodell für beide Seiten“, so Stotter.

Zu dieser würden auch Natura 2000-Maßnahmen zählen. „Natura 2000 soll nicht immer als Hemmschuh gesehen, sondern als echte Chance zur weiteren Entwicklung verstanden werden“, fordert der Nationalparkdirektor. Durch die zahlreichen Aktivitäten zur Wiederherstellung von Lebensräumen würden wertvolle Arbeitsplätze in der Region geschaffen.

Auch auf dem touristischen Sektor will der Nationalpark Hohe Tauern weiter Schwerpunkte setzen. Zum einen durch viele Programmpunkte wie Führungen und Vorträge, aber auch durch Infrastrukturmaßnahmen. So werden beispielsweise um 130.000 Euro in Kals zwei Lehrwege erneuert und erweitert.

Damit man mehr über das Verhalten der Nationalparkbesucher erfährt, findet im Sommer eine Besucherbefragung statt, die klären soll, wieviel diese der Region an Wertschöpfung bringen. Stotter: „In Tirol besuchen jährlich 500.000 Menschen den Nationalpark. Darunter sind viele Besucher die hier nicht nur ihren Urlaub verbringen, sondern unter anderem auch einkaufen gehen.“

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